Von: mk
Bozen – Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz veröffentlicht sein neues Naturschutzblatt unter dem Leitthema „Jeder Baum ein Klimabaum“. Damit wird die zentrale Bedeutung von Bäumen für Biodiversität, Klima und Lebensqualität unterstrichen. Gleichzeitig weist der Dachverband auf eine besorgniserregende Entwicklung hin: Gerade ökologisch wertvolle Waldstücke und Hecken geraten zunehmend unter Druck.
Südtirol zählt zu den reichsten Regionen Europas – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch wegen seiner vielfältigen Lebensräume. Bäume sind ein wesentlicher Bestandteil dieses Naturkapitals, sowohl in Wäldern als auch auf landwirtschaftlichen Flächen und in Siedlungsräumen. Ihre Funktionen reichen vom Klimaschutz über den Wasserhaushalt bis hin zur Erholung für die Bevölkerung. Daher setzen sich Dachverband für Natur- und Umweltschutz, Umweltorganisationen, Einzelpersonen aber auch manche Gemeinden und Ämter für den Erhalt und die Errichtung von Hecken, Bäumen, kleinen Waldflächen ein.
Umso kritischer sind laut Dachverband die vielen Grün-Grün-Umwandlungen zu bewerten. Laut Aussage von Landesrat Brunner wurden im Jahr 2025 knapp 50 Hektar Wald umgewidmet, das entspricht mehr als einem Fußballfeld pro Woche. Bedenklich sei laut den Umweltschützern dabei vor allem die Rodung strukturreicher Laubwälder und seltener Flaumeichenbestände, die intensiv genutzten Obst- und Weingärten weichen müssten.
Politisch fehle bislang jegliches Gegensteuern. Im Gegenteil: Eine zentrale Maßnahme zur Vermeidung von Waldumwidmungen im Klimaplan sei eingestellt worden. „Es braucht jetzt eine klare politische Entscheidung! Bäume und Hecken müssen wirksam geschützt und der Bodenverbrauch insgesamt reduziert werden. Dafür sind bessere Richtlinien besonders für die Grün-Grün Verfahren notwendig“, fordert Elisabeth Ladinser, Vorsitzende des Dachverbands für Natur- und Umweltschutz.
„Viele kleine Eingriffe summieren sich zu einem großen Verlust an Biodiversität. Allein 2025 wurden nach Aussagen von Landesrat Brunner 115 Umwidmungsanträge von Waldflächen in landwirtschaftliches Grün gestellt. Umso wichtiger ist es, dass auch Bürgerinnen und Bürger Einfluss auf ihre Gemeindeverwaltung nehmen oder den Dachverband informieren, denn rechtzeitige Stellungnahmen sind entscheidend“, erklärt Hanspeter Staffler, Geschäftsführer des Dachverbands.
Das Naturschutzblatt liefert Hintergrundanalysen, Beispiele und Handlungsmöglichkeiten und wirbt für mehr Bäume und Hecken in unseren Dörfern und im Landwirtschaftsgebiet.




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