Digitalisierung und Datenschutz

Grüne diskutieren “Digitale Nachhaltigkeit”

Donnerstag, 10. Mai 2018 | 13:09 Uhr

Bozen – Die Südtiroler Grünen haben bei der öffentlichen Veranstaltung “Big data – Ende der Privacy, Demokratie in Gefahr?” Vorschläge für das Wahlprogramm in Bereich Digitale Nachhaltigkeit diskutiert. Zu Gast war die Tiroler Datenschutzexpertin und ehemalige Europaparlamentarierin Eva Lichtenberger. Gefordert wurden unter anderem die Bildungsoffensive “Digitale Kompetenzen und Ethik” in Schule und Aus- und Weiterbildung, die Förderung von Open-Source Software in Verwaltung und Schule, sowie Sensibilisierung und Aufklärung von NutzerInnen durch ein Hinweissiegel.

Ab 25. Mai ist die neue Europäische Datenschutzrichtlinie bindend. Gleichzeitig soll durch das neue Omnibus-Landesgesetz  Open Source Software aus der Sanität verschwinden. “Ansporn genug an drei Arbeitstischen zu den Themen “Chancen und Risiken der Digitalisierung für die Arbeitswelt”, “Digitale Nachhaltigkeit in Verwaltung und Schule” sowie “Digitale Selbstverteidigung” zu diskutieren”, so die Grünen.

Der Appell von Eva Lichtenberger: “Es besteht Handlungsdruck, Daten sind der Motor der zukünftigen Gesellschaft, wir können die Macht darüber nicht nur einigen wenigen Konzernen unkontrolliert überlassen”. Der Grüne Landtagsabgeordnete Riccardo dello Sbarba verwies auf das Deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, für das die Vielfalt von Betriebssystemen ein zentraler Aspekt ist. Das Ziel sei es, “Monokulturen” zu vermeiden, weil diese leichter angreifbar und daher sicherheitstechnisch bedenklich sind.

Zu den Auswirkungen der neuen EU-Datenschutzrichtlinie wird von den DiskussionsteilnehmerInnen eine umfassendere Aufklärung  gewünscht, auch und vor allem in Bezug auf die öffentliche Verwaltung. “Was passiert mit den Daten der Bürger und wo liegen diese? Ein Hinweissiegel  könnte außerdem Nutzern im Internet auf Achtsamkeit im Umgang mit persönlichen Daten und auf die Auswirkungen der Erstellung von Bewegungsprofilen im Internet hinweisen.”

“Beim provokanten Thema der “Digitalen Selbstverteidigung” bedarf es einer neuen “Ethik der Digitalisierung”: die Gruppe “Digitale Nachhaltigkeit”, eine Gruppe Südtiroler Aktivisten, fordert seit 2016  einen ethisch verantwortlicher Umgang mit digitalen Gütern und eine human verträgliche Digitalisierung im Bereich Arbeit mit dem “Manifest für digitale Nachhaltigkeit” das derzeit überarbeitet wird (https://openbz.eu)”, so die Grünen.

Gastgeber des Abends waren die Grüne Bürgerliste Brixen und die Arbeitsgruppe “Digital Greens” der Südtiroler Grünen.

Von: luk

Bezirk: Bozen

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