"Männer dürfen nicht zu kurz kommen"

Grüne Männer gegen Gewalt

Mittwoch, 17. Oktober 2018 | 11:35 Uhr

Bozen – Es genügt nicht, erst anlässlich tragischer Vorfälle Gewalt an Frauen zu thematisieren, vielmehr darf es einer breiten gesellschaftlichen Sensibilisierung und spezifisch männerbezogener Präventions- und Beratungsangebote. Das schreiben die Landtagskandidaten der Grünen – Verdi – Vërc und wollen sich dafür stark machen.

“Obwohl Gewalt in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen in unserer Gesellschaft allgegenwärtig und vor allem Gewalt an Frauen ein nach wie vor sehr verbreitetes Phänomen ist, schaffen es meistens nur die tragischsten Vorfälle, die Aufmerksamkeit der Medien und der breiten Öffentlichkeit auf sich zu ziehen. Dabei zeigt die Statistik, dass jede dritte Frau ab 15 Jahren in Europa körperliche und/oder sexuelle Gewalt erleidet, 75 Prozent der Frauen in akademischen Berufen und Führungspositionen sexuelle Belästigung erfahren und Cyber Grooming sowie sexuelle Belästigung von sehr jungen Frauen und Mädchen durch die neuen Medien stark zugenommen haben. Gerade sexuelle Gewalt ist zu 90 Prozent Gewalt an Frauen und während sich für Morde an Männern über die Jahre ein konstanter und starker Rückgang feststellen lässt, bleibt die Anzahl der Frauenmorde relativ konstant”, so die Grünen.

“Frauen, die Opfer von körperlicher und/oder sexueller Gewalt sind, brauchen Schutz und Hilfe, in Frauenhäusern, durch kompetente Beratungsangebote, Rechtsbeistand und soziale Unterstützungsangebote. Diese müssen für alle Frauen zugänglich sein und kultursensible und intersektionale Ansätze noch besser berücksichtigen. Allerdings darf auch die Arbeit mit Männern, gerade auch die geschlechtsspezifische Präventionsarbeit nicht zu kurz kommen. Beratungsangebote und Antigewalttrainings für Männer müssen ebenso unterstützt und ausgebaut werden wie Präventionsangebote, gerade auch in Schulen und der Jugendarbeit. In der Arbeit mit Männern müssen kultursensible und intersektionale Zugänge ebenso berücksichtigt werden, ohne Gewalt zu relativieren oder zu verschleiern”, heißt es weiter.

“Darüber hinaus ist auch auf gesamtgesellschaftlicher Ebene eine Sensibilisierung für das Thema Gewalt notwendig. Über Gewalt in Beziehungen sowie körperliche und sexuelle Gewalt an Frauen muss ein öffentlicher Diskurs geführt werden, der Gewalt entschieden verurteilt, das Zustandekommen von Gewalt aber auch besser verstehen hilft. Dabei gilt es auch die Stärkung der Bewältigungskompetenzen von Männern in schwierigen und belastenden Situationen einzufordern um damit Gewalttaten besser vorzubeugen. Nicht zuletzt sind es auch die patriarchalen Gesellschaftsstrukturen, die Gewalt mitverursachen, weil sie Männern Macht geben aber gleichzeitig auch Männer selbst überfordern und neuen Geschlechterbildern und Geschlechterrollen im Weg stehen”, schließen die Grünen.

Von: luk

Bezirk: Bozen

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