Von: APA/dpa/Reuters
Spitzenvertreter der USA sind nach Angaben aus Katar in dem Golfstaat zu Besuch, ein Treffen mit iranischen Vertretern ist demnach aber nicht geplant. Das sagte ein Sprecher des katarischen Außenministeriums am Dienstag. Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, und der US-Sondergesandte Steve Witkoff seien heute zu Gesprächen in Doha. Geplant seien aber nur Treffen mit Vermittlern, um über Fortschritte in den Verhandlungen zum Krieg zu sprechen.
“Wir erwarten im Moment keine hochrangigen iranischen Vertreter”, sagte der Sprecher. Die Fortschritte in den Verhandlungen seien eng verbunden mit der Frage eingefrorener Vermögenswerte des Irans im Ausland, auf deren Freigabe Teheran drängt. Bisher habe dazu aber kein Transfer von Geldern stattgefunden.
Iran: Keine direkte Kontakte mit USA diese Woche
Trump hatte zuletzt mögliche Krisengespräche mit dem Iran angedeutet nach der jüngsten militärischen Eskalation in der Straße von Hormuz. Von iranischer Seite hieß es dagegen, eine Gesprächsrunde werde erst stattfinden, “sobald die Voraussetzungen geschaffen sind” und man sich einig sei über Termin und Ort.
Der Iran entsendet nach eigenen Angaben “in dieser Woche” zwar eine technische Delegation nach Katar, weist Berichte über direkte Kontakte mit den USA jedoch zurück. Dies stehe in keinem Zusammenhang mit dem Besuch der US-Delegation, erklärte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei. “Wir werden in den kommenden Tagen auf keiner Ebene Verhandlungen mit der amerikanischen Seite führen”, sagte er. Einem hochrangigen iranischen Regierungsvertreter zufolge sollen sich die Gespräche in Doha auf die Kontrolle der Straße von Hormuz und den Abbau von Spannungen beschränken.
Iran will Minen in Straße von Hormuz alleine räumen
Der stellvertretende iranische Außenminister Kasem Gharibabadi betonte, die Räumung von Minen in der Straße von Hormuz werde ausschließlich der Iran übernehmen. Dies sehe die Absichtserklärung zwischen Teheran und Washington vor, schrieb Gharibabadi auf der Plattform X. Er reagierte damit auf Äußerungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Dieser hatte am Montag erklärt, Frankreich und der Oman arbeiteten gemeinsam an einer Deeskalation der Spannungen und wollten bei der Minenräumung in der Meerenge mit Partnern kooperieren. “Die Lage ist heikel und komplex. Wir raten Frankreich dringend, sie nicht durch seine Provokationen weiter zu verkomplizieren”, erklärte Gharibabadi weiter.
Die aktuelle diplomatische Initiative folgt auf gegenseitigen Beschuss am Wochenende, der das am 17. Juni geschlossene Übergangsabkommen zwischen den USA und dem Iran auf die Probe stellte. Die Vereinbarung sieht eine Frist von 60 Tagen vor, um einen dauerhaften Waffenstillstand in dem Konflikt auszuhandeln. Der Krieg hatte am 28. Februar mit US- und israelischen Angriffen auf den Iran begonnen. Der Konflikt beeinträchtigt den weltweiten Handel mit Öl und anderen Gütern erheblich. Zudem gerieten die Golfstaaten unter Beschuss durch iranische Drohnen und Raketen. Tausende Menschen wurden getötet, vor allem im Iran und im Libanon.




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