US-Blockade gegen den Iran bleibt

Iran droht mit Schließung weiterer Seewege

Mittwoch, 15. Juli 2026 | 09:55 Uhr

Von: APA/Reuters/dpa

Die iranischen Revolutionsgarden haben mit der Schließung weiterer wichtiger Schifffahrtswege gedroht, um die USA und ihre Verbündeten unter Druck zu setzen. “Die regionalen Energieexporte werden entweder von allen geteilt oder allen verwehrt”, erklärte die Eliteeinheit am Mittwoch. Der Iran hatte wieder die Straße von Hormuz gesperrt, woraufhin die USA erneut eine Seeblockade iranischer Häfen verhängten. Die US-Angriffe auf den Iran gingen unterdessen weiter.

Der Iran könnte Analysten zufolge seine verbündeten Houthi-Rebellen im Jemen anweisen, die Meerenge Bab al-Mandab am Roten Meer zu blockieren. Zwei der weltweit wichtigsten Öltransportrouten wären damit gefährdet. Ein hochrangiger Vertreter der Houthi-Rebellen hatte am Montag gewarnt, die Miliz sei bereit, die Meerenge Bab al-Mandab zu schließen, falls Saudi-Arabien den Jemen weiter angreife. Dies könne den Ölpreis auf 200 Dollar pro Barrel treiben, berichtete der iranische Sender Press TV.

US-Präsident Trump rückt von Hormuz-Gebühr ab

US-Präsident Donald Trump rückt indes von der geplanten Gebühr für Schiffspassagen durch die Straße von Hormuz ab und setzt stattdessen auf ein finanzielles Engagement der Golfstaaten. Nach “sehr produktiven Gesprächen” mit den Führungsspitzen im Nahen Osten habe er beschlossen, die Abgabe von 20 Prozent durch Handels- und Investitionsabkommen zu ersetzen, erklärte Trump am Dienstag auf seiner Plattform Truth Social.

Die Investitionen würden enorm ausfallen, sagte Trump. Zugleich betonte er, dass die wichtige Wasserstraße für den gesamten Schiffsverkehr geöffnet sei – mit Ausnahme des Iran. Schiffe, die iranische Häfen ansteuerten oder iranische Fracht geladen hätten, würden an der Durchfahrt gehindert. Unklar war zunächst, mit wem Trump gesprochen hat und ob Golfstaaten tatsächlich derartigen Plänen zugesagt haben.

Gebühr sollte US-Kosten für Sicherheit decken

Trump hatte die Gebühr am Montag ins Spiel gebracht, um nach eigener Darstellung die US-Kosten für die Sicherheit in der Meerenge zu decken. Er vollzog die Kehrtwende nur wenige Stunden vor dem angekündigten Inkrafttreten der Abgabe um 22.00 Uhr MESZ. Die UNO-Schifffahrtsorganisation hatte sich gegen verpflichtende Durchfahrtsgebühren in internationalen Meerengen ausgesprochen, da es dafür keine rechtliche Grundlage gebe.

Vor Ausbruch des Konflikts passierte täglich etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Erdgaslieferungen die Straße von Hormuz. Die Gebühr hätte den USA Schätzungen zufolge rund 240 Millionen Dollar pro Tag eingebracht. Die Ölpreise gaben nach Trumps Äußerungen einen Teil ihrer Gewinne wieder ab.

Weitere US-Angriffe auf Iran

Ungeachtet der jüngsten Versuche Trumps, die Deutungshoheit in der Straße von Hormuz zu gewinnen, setzte das US-Militär US-Kreisen zufolge seine Angriffe gegen den Iran fort. Das US-Militär habe um 15.00 US-Ostküstenzeit (21.00 Uhr MESZ am Dienstag) begonnen, teilte das zuständige Regionalkommando des US-Militärs (CENTCOM) auf der Plattform X mit. Ziel sei es, die Möglichkeiten des Iran weiter zu schwächen, Attacken auf die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormuz auszuüben, hieß es.

“Die Angriffe finden statt, während sich die amerikanischen Streitkräfte darauf vorbereiten, die Seeblockade gegen iranische Häfen und Küstengebiete wieder aufzunehmen.” Die Blockade trete um 16.00 Uhr US-Ostküstenzeit (22.00 Uhr MESZ) in Kraft, bekräftigte das US-Militär die schon am Vortag kommunizierte Startzeit.

Iranische Angriffe auf Kuwait und Jordanien

Kuwait meldete indes erneute Angriffe aus dem Iran sowie vier verletzte Soldaten bei einem Angriff auf eines ihrer Marineschiffe. Das Militär machte den Iran für die Attacke verantwortlich. Die Streitkräfte hätten zudem eine ballistische Rakete, fünf Marschflugkörper und 33 Drohnen abgefangen, hieß es in einer Mitteilung weiter. Die Angriffe hätten sich gegen zivile und strategisch wichtige Einrichtungen gerichtet.

Auch Jordanien wehrte einen erneuten Angriff aus dem Iran ab. Die Flugabwehr habe am frühen Morgen drei Raketen abgeschossen, die aus dem Iran in den jordanischen Luftraum eingedrungen seien, teilten die Streitkräfte des Königreichs am Mittwoch mit. Opfer oder Schäden habe es nicht gegeben. Irans Revolutionsgarden reklamierten einen Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt in al-Asrak. Es sei auf Hangars für US-Kampfjets gezielt worden, hieß es in einer Mitteilung. Auch die regulären iranischen Streitkräfte feuerten nach eigenen Angaben Kamikazedrohnen auf Ziele in Jordanien. Die vom US-Militär genutzte Luftwaffenbasis liegt im Osten des Landes.

Iran: US-Angriff trifft Weizensilo

Bei den nächtlichen US-Angriffen auf den Iran wurde nach Darstellung iranischer Staatsmedien ein Weizensilo getroffen. Der Vorfall ereignete sich in der südwestlichen Provinz Khuzestan nahe der Grenze zum Irak, wie der staatliche Rundfunk berichtete. Bei dem Angriff in der Stadt Howeyseh habe es keine Todesopfer gegeben, hieß es weiter.

Auch die Revolutionsgarden, Irans mächtige Militärorganisation, warfen den USA die Bombardierung ziviler Einrichtungen vor. Der Feind habe das Weizenlager “aus Schwäche und Grausamkeit” bombardiert, hieß es in einer Mitteilung. Zudem sei eine Mineralwasserfabrik in der westlichen Provinz Ilam Ziel eines Angriffs geworden. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

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