Trump präsentiert stolz die Arbeit des US-Militärs

Iran laut US-Präsident Trump “vollständig” besiegt

Samstag, 14. März 2026 | 09:49 Uhr

Von: APA/dpa/AFP/Reuters

Der Iran ist nach den Worten von Donald Trump zwei Wochen nach Beginn der US-israelischen Luftangriffe “vollständig besiegt”, wie der US-Präsident am Freitag auf seiner Onlineplattform Truth Social schrieb. Unterdessen wurde die US-Botschaft in der irakischen Hauptstadt Bagdad am Samstag bei einem Angriff getroffen. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP sah über dem Gebäudekomplex Rauch aufsteigen.

“Die Fake-News-Medien berichten nur ungern darüber, wie erfolgreich das US-Militär gegen den Iran vorgegangen ist, der vollständig besiegt ist und ein Abkommen wünscht”, so Trump auf Truth Social. Die angeblich von Teheran gewünschte Vereinbarung sei aber “kein Abkommen, das ich akzeptieren würde”.

US-Botschaft in Bagdad bei Angriff getroffen

Unterdessen wurde die US-Botschaft in Bagdad am Samstag bei einem Angriff getroffen. Das bestätigten zwei Sicherheitsvertreter. Einer von ihnen sagte, eine Drohne habe die Botschaft getroffen, der andere sprach von einem Projektil. Mutmaßlich sei eine Rakete auf den Botschaftskomplex gefallen. Die US-Botschaft in Bagdad wurde damit zum zweiten Mal seit dem Beginn des Iran-Krieges vor zwei Wochen zum Ziel.

Die Attacke erfolgte kurz nach Angriffen in Bagdad, bei denen zwei Kämpfer einer einflussreichen pro-iranischen Gruppe getötet wurden. Bei einem der Angriffe wurde ein von der pro-iranischen Kataeb Hisbollah genutztes Haus getroffen, wie AFP aus irakischen Sicherheitskreisen erfuhr. Eine “Schlüsselfigur” der vom Iran unterstützten paramilitärischen Gruppe wurde demnach getötet, zwei weitere Mitglieder der Gruppe wurden verletzt.

Zwei Stunden später wurde bei einem weiteren Angriff auf ein Auto ein Mitglied der Hashed al-Shaabi getötet. Hashed al-Shaabi ist ein vom Iran unterstütztes Netzwerk ehemaliger Paramilitärs, die jetzt der regulären irakischen Armee angehören. Ein Vertreter der Hashed al-Shaabi sagte AFP, bei dem Getöteten handle es sich um ein Mitglied der einflussreichen Miliz Kataeb Hisbollah.

Es war zunächst unklar, durch wen die Angriffe erfolgten. Die Gruppe Kataeb Hisbollah äußerte sich zunächst nicht.

USA greifen Öl-Exportinsel Kharg an

Die USA griffen indes nach Angaben Trumps “jedes militärische Ziel” auf der iranischen Insel Kharg an. “Aus Gründen des Anstands habe ich darauf verzichtet, die Ölinfrastruktur auf der Insel auszulöschen”, schrieb Trump auf der Online-Plattform Truth Social. Das Central Command habe “einen der heftigsten Luftangriffe in der Geschichte des Nahen Ostens ausgeführt”und “jedes militärische Ziel auf dem Kronjuwel des Iran, der Insel Kharg, vollständig ausradiert”. Sollte der Iran oder jemand anderes jedoch die freie und sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormuz behindern, werde er diese Entscheidung sofort überdenken.

Außerdem kündigte er einmal mehr an, US-Kriegsschiffe wurden “bald” Tanker durch die Straße von Hormuz begleiten. Derzeit blockieren die iranischen Revolutionsgarden wegen dem Krieg mit den USA und Israel die für den weltweiten Öltransport wichtige Meerenge. Der Schiffsverkehr ist nahezu zum Erliegen gekommen. Das Pentagon schickt laut Medienberichten jetzt weitere Kriegsschiffe und Marine-Infanteristen in den Nahen Osten.

Der Iran exportiert 90 Prozent seines Rohöls über die Insel. Die iranischen Streitkräfte erklärten am Samstag nach dem Angriff der USA, dass jeder Angriff auf die iranische Öl- und Energieinfrastruktur zu Angriffen auf die Energieinfrastruktur von Ölkonzernen führen werde, die in der Region mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten, wie iranische Medien berichteten. Die US-Armee hat aber nach Angaben Trumps die Ölinfrastruktur nicht bombardiert.

Laut iranischer Agentur keine Schäden an Ölinfrastruktur auf Kharg

Bei den US-Angriffen auf die Insel Kharg wurde indes einer iranischen Nachrichtenagentur zufolge keine Ölinfrastruktur beschädigt. Die Nachrichtenagentur FARS berichtete am Samstag unter Berufung auf Informanten auf der Insel, es seien 15 Explosionen zu hören gewesen, es gebe aber keine Schäden an Ölanlagen.

FARS zufolge versuchte die US-Armee, auf Kharg “die Verteidigungsanlagen der Armee, die Joschan-Marinebasis, den Flughafen-Tower und den Hubschrauber-Hangar des iranischen Unternehmens Continental Shelf Oil zu beschädigen”.

Ölpreise weiter hoch

Trotz der gelockerten Sanktionen für russisches Erdöl bleiben die Ölpreise auf dem höchsten Niveau seit Jahren. Die Maßnahme der USA löste bei europäischen Partnern Kritik hervor – und sorgte am Ölmarkt für keine Entspannung. Im Gegenzug ließen Äußerungen aus den USA und dem Iran die Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende schwinden.

Am frühen Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Mai rund 103 US-Dollar und damit etwas mehr als am Vortag. Zum Vergleich: Vor Kriegsbeginn lag der Preis noch bei rund 73 Dollar. Die Marke von 100 Dollar pro Barrel hatten die Ölpreise zuletzt im Sommer 2022 geknackt.

Bomben und Tote in vielen Ländern der Region

Die Kampfhandlungen und Bomben blieben aber einmal mehr nicht auf den Iran beschränkt. Der Iran griff Israel mit ballistischen Raketen an, dabei wurde aber nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom nach ersten Erkenntnissen niemand verletzt. Die Polizei erhielt nach eigenen Angaben Hinweise auf Trümmerteile, die im Süden Israels gelandet seien.

In Katars Hauptstadt Doha wurden angesichts der anhaltenden iranischen Angriffe “mehrere wichtige Gebiete evakuiert, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, bis die Gefahr vorüber ist”, erklärte Katars Innenministerium am Samstag.

Im Südlibanon starben bei einem israelischen Angriff auf ein Gesundheitszentrum nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens zwölf medizinische Mitarbeiter. Es wird noch nach Vermissten gesucht, die Zahl der Todesopfer in der Stadt Borj Qalaouiya könnte noch steigen. Bereits am Donnerstag hat die israelische Armee nach eigenen Angaben ein Mitglied der pro-iranischen Hisbollah-Miliz getötet, wie sie am Freitagabend bekanntgab.

Nach Angaben palästinensischer Rettungskräfte sind bei zwei israelischen Angriffen im Gazastreifen vier Palästinenser getötet worden, darunter zwei 17-Jährige. Zudem sei ein Palästinenser bei dem Beschuss durch einen israelischen Panzer in der Nähe eines Polizeikontrollpunkts in Chan Junis im Süden des Gazastreifens getötet worden. Mehrere weitere Menschen seien verletzt worden. Eine Stellungnahme des israelischen Militärs liegt zurzeit nicht vor.

Wechselseitige Drohungen

Nicht nur aus dem Iran kommen Drohungen gegen Israel und die USA. Die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz im Libanon hat Israel mit einer “langen Konfrontation” gedroht. “Wir haben uns auf eine lange Konfrontation eingestellt”, sagte Hisbollah-Chef Naim Kassem am Freitag in einer Fernsehansprache. Die Israelis müssten mit “Überraschungen auf dem Schlachtfeld” rechnen, warnte der Hisbollah-Chef, während er von einem “existenziellen Kampf” sprach.

Auf US-Seite kündigte Verteidigungsminister Pete Hegseth ein gnadenloses Vorgehen im Krieg gegen den Iran an. “Wir werden weiter Druck machen, weiter vorrücken, weiter angreifen”, sagt Hegseth vor Journalisten in Washington. “Kein Pardon, keine Gnade für unseren Feind.” Der Befehl, “kein Pardon” zu geben, also das Leben eines sich ergebenden Gegners nicht zu schonen oder damit zu drohen, ist nach dem humanitären Völkerrecht verboten.

Hamas: Iran soll Angriffe auf Nachbarstaaten einstellen

Die islamistische Hamas rief unterdessen den Iran auf, die Angriffe auf Nachbarstaaten einzustellen. Die Terrororganisation bekräftigte in einer Mitteilung, Teheran habe das Recht auf israelisch-amerikanische Attacken zu reagieren. Die “Brüder im Iran” sollten jedoch davon absehen, ihre Angriffe auf Nachbarländer fortzusetzen. Seit Beginn des Iran-Kriegs melden die umliegenden Golfstaaten zahlreiche iranische Raketen- und Drohnenangriffe.

Die Hamas rief die Staaten in der Region auf, “zusammenzuarbeiten, um diese Aggression zu stoppen und die brüderlichen Beziehungen untereinander zu bewahren”. Der Iran unterstützte die Hamas jahrzehntelang finanziell und militärisch. Die Hamas unterhält zudem enge Beziehungen zum Golfstaat Katar.

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