Straße von Hormuz bleibt Knackpunkt

Iran warnt USA vor Einsatz in Straße von Hormuz

Montag, 04. Mai 2026 | 11:13 Uhr

Von: APA/Reuters/dpa

Das iranische Militär hat die US-Streitkräfte vor dem angekündigten Einsatz in der Seestraße von Hormuz am Persischen Golf gewarnt. Das Zentralkommando der iranischen Streitkräfte erklärte am Montag, man werde auf jede Bedrohung entschieden reagieren. Handelsschiffe und Öltanker sollten jegliche Bewegung ohne Koordination mit dem iranischen Militär unterlassen.

“Wir warnen: Alle ausländischen Streitkräfte, insbesondere die aggressive US-Armee, werden angegriffen, wenn sie beabsichtigen, sich der Straße von Hormuz zu nähern und in sie vorzudringen”, sagte Ali Abdollahi Aliabadi, Chef des Zentralkommandos der Armee. Frachter, die die Meerenge passieren wollten, müssten dies mit iranischen Streitkräften absprechen. Aliabadi ist der faktische Generalstabschef. Er leitet das Zentrale Hauptquartier “Khatam al-Anbiya”, das im Kriegsfall die operative Führung der iranischen Streitkräfte bündelt.

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, Schiffe befreien zu wollen, die wegen des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran im Persischen Golf festsitzen. Auf seiner Online-Plattform Truth Social erklärte Trump am Sonntag, die USA würden die Schiffe sicher aus der vom Iran gesperrten, für den weltweiten Ölhandel und -transport wichtigen Wasserstraße geleiten, damit sie ihre Fahrt fortsetzen könnten. Die US-Initiative sollte am Montag starten.

Der Iran blockiert seit mehr als zwei Monaten fast die gesamte Schifffahrt im Golf mit Ausnahme der eigenen, was die Energiepreise in die Höhe getrieben hat. Im vergangenen Monat verhängten die USA ihrerseits eine Blockade gegen Schiffe aus iranischen Häfen.

“Noch kein ausreichend hoher Preis”

Das US-Zentralkommando (CENTCOM) kündigte an, 15.000 Soldaten und mehr als 100 Flugzeuge sowie Kriegsschiffe und Drohnen einzusetzen. “Unsere Unterstützung für diesen Verteidigungseinsatz ist für die regionale Sicherheit und die Weltwirtschaft von entscheidender Bedeutung, wobei wir gleichzeitig die Seeblockade aufrechterhalten”, erklärte CENTCOM-Kommandant Brad Cooper.

Kurz nach Trumps Äußerungen meldete die britische Behörde für Seehandel (UKMTO), dass ein Tanker in der Meerenge von unbekannten Projektilen getroffen worden sei. Der Vorfall ereignete sich etwa 144 Kilometer nördlich von Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Besatzung sei in Sicherheit.

Der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) zufolge können Hunderte Schiffe und bis zu 20.000 Seeleute die Meerenge derzeit nicht passieren. Die US-Regierung bemüht sich um eine internationale Koalition zur Sicherung der Schifffahrt. Es blieb zunächst unklar, welchen Ländern der US-Einsatz helfen soll oder wie er genau ablaufen wird. Trump drohte jedoch, dass jede Einmischung in den US-Einsatz mit Nachdruck beantwortet werde.

Unterdessen prüft die Regierung in Teheran nach eigenen Angaben die Antwort der USA auf ihren jüngsten Vorschlag für Friedensgespräche. Trump hatte am Samstag erklärt, er werde den iranischen Vorschlag wahrscheinlich ablehnen, da das Land “noch keinen ausreichend hohen Preis gezahlt” habe. Am Sonntagabend sagte er jedoch auf Nachfrage von Journalisten, die Gespräche liefen “sehr gut”, ohne dies näher auszuführen.

Aktienmärkte legen leicht zu

Iranischen Staatsmedien zufolge übermittelte Washington seine Antwort auf den 14-Punkte-Plan über den Vermittler Pakistan. “Zum jetzigen Zeitpunkt führen wir keine Atomverhandlungen”, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei. Dies bezog sich offenbar auf den Vorschlag der Führung in Teheran, Gespräche über das Atomprogramm auf die Zeit nach einem Kriegsende und der Aufhebung der gegenseitigen Blockaden zu verschieben.

Die USA fordern dagegen, dass der Iran seine Bestände von mehr als 400 Kilogramm hochangereichertem Uran aufgibt, bevor der Krieg beendet wird. Die Regierung in Teheran beharrt darauf, dass ihr Atomprogramm friedlich sei, zeigt sich jedoch bereit, im Gegenzug für die Aufhebung von Sanktionen über bestimmte Einschränkungen zu sprechen. Die USA und Israel hatten ihre Luftangriffe auf den Iran vor vier Wochen ausgesetzt. Versuche für weitere Treffen von Vertretern der USA und des Iran scheiterten bislang.

Trump steht innenpolitisch unter Druck, die iranische Kontrolle über die Straße von Hormuz zu beenden. Die Blockade betrifft 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gasversorgung und hat die Benzinpreise auch in den USA in die Höhe getrieben. Mit Blick auf die Kongresswahlen im November droht Trumps Republikanischer Partei ein Denkzettel unzufriedener Wähler.

Die Aktienmärkte legten am Montag leicht zu, während sich die Rohölpreise kaum bewegten. In der Vorwoche war der Preis für ein Barrel (159 Liter) angesichts der Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Konflikts wieder auf über 100 Dollar gestiegen.

Waffenruhe, aber bis dato kein Frieden in Sicht

Der 14-Punkte-Plan Teherans sieht iranischen Medien zufolge unter anderem den Abzug der US-Streitkräfte aus den angrenzenden Gebieten, die Freigabe eingefrorener Gelder, die Zahlung von Entschädigungen, die Aufhebung von Sanktionen, die Beendigung des Krieges an allen Fronten einschließlich des Libanons sowie einen neuen Kontrollmechanismus für die Straße von Hormuz vor.

Ende Februar hatten Israel und die USA nach dem Juni 2025 erneut einen Krieg gegen den Iran begonnen. Derzeit gilt eine Waffenruhe. Bei der Diplomatie zur Beendigung des Krieges wurde bisher kein Durchbruch erzielt.

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