Von: APA/dpa
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben innerhalb von 24 Stunden 85 Ziele der Hisbollah-Miliz im Libanon angegriffen. Dazu gehörten Waffenlager, Abschussrampen sowie weitere militärische Infrastruktur. Die Armee begründete den Einsatz mit der Abwehr von Bedrohungen für israelische Zivilisten und Soldaten im Südlibanon. In der Bekaa-Ebene sei eine unterirdische Anlage zerstört worden, die von der Hisbollah zur Herstellung von Waffen genutzt worden sein soll, hieß es.
Außerdem griffen israelische Kräfte Kämpfer der Hisbollah-Miliz im Südlibanon an. Die Armee wirft der Hisbollah vor, in den vergangenen Tagen mehrere Raketen auf Soldaten im Südlibanon abgefeuert zu haben. Es habe keine Verletzten gegeben. Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. Dem Beschuss der Hisbollah vorausgegangen war ein israelischer Angriff in den südlichen Vororten Beiruts, bei dem der Kommandant der Hisbollah-Eliteeinheit Radwan getötet wurde.
Israel fordert Evakuierung von neun Dörfern im Südlibanon
Samstagvormittag forderte die israelische Armee die Einwohner von neun Dörfern und Ortschaften im Südlibanon zur Evakuierung auf. Ein Armeesprecher erklärte auf X, die Menschen müssten ihre Häuser zu ihrer eigenen Sicherheit verlassen und sich mindestens 1.000 Meter von den Dörfern und Ortschaften entfernt in offenes Gelände begeben. Laut Armee besteht Lebensgefahr für Personen, die sich in der Nähe von Kämpfern, Stützpunkten und Waffenlagern der Hisbollah-Miliz aufhalten.
Die Armee begründete ihren Einsatz mit Verletzungen einer geltenden Waffenstillstandsvereinbarung durch die Hisbollah-Miliz. Sie kündigte an, mit aller Härte vorgehen zu wollen. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist derzeit nicht möglich.
Die aktuelle Waffenruhe-Vereinbarung erlaubt Israel Verteidigungsmaßnahmen gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe, untersagt jedoch offensive Operationen auf libanesischem Territorium. Die Konfliktparteien werfen sich gegenseitig vor, gegen diese Vereinbarung zu verstoßen.




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