Von: luk
Bozen – Während Südtirol in diesem Jahr bereits unter der dritten Hitzewelle leidet, bleibt vielen Familien, Jugendlichen und älteren Menschen der freie Zugang zum Kalterer See – dem “Meer des Südens Südtirols” – weiterhin verwehrt. Das formuliert der Verbraucherschutzverein Robin in einer Aussendung und fordert gleichzeitig die Landespolitik erneut auf, “das öffentliche Gut See endlich der Allgemeinheit zugänglich zu machen”.
Der Kalterer See sei das am leichtesten erreichbare Badegewässer für einen Großteil der Bevölkerung im Süden Südtirols. Gerade in Zeiten extremer Sommerhitze müsste er als Ort der Erholung allen offenstehen – unabhängig von Einkommen oder der Bereitschaft, Eintritt zu bezahlen oder gastronomische Leistungen in Anspruch zu nehmen. “Stattdessen dominieren private Strandbäder und wirtschaftliche Interessen den Zugang zu einem öffentlichen Naturgut.”
“Dass es auch anders geht, zeigt ausgerechnet eine der bedeutendsten Tourismusregionen Italiens”, so Robin. Der neue Präsident der Region Apulien, Antonio Decaro, habe das Leitbild eines “mare democratico” ausgerufen. “Sein Ziel ist es, Meer und Strände wieder stärker als Gemeingut zu verstehen: frei zugängliche, ausgestattete und kostenlose öffentliche Strandabschnitte sollen den Bürgerinnen und Bürgern die Rückeroberung ihres Meeres ermöglichen. Niemand soll bezahlen müssen, um ans Meer zu gehen – unabhängig von seinem wirtschaftlichen Status”, erklärte Decaro gegenüber der Tageszeitung La Repubblica. Gleichzeitig will die Region den Zugang zu öffentlichen Stränden ausbauen und ihre Nutzung erleichtern.
Robin sieht darin ein Beispiel, das auch Südtirol zum Nachdenken anregen sollte. “Während in Apulien der freie Zugang zu einem öffentlichen Naturgut politisch ausgebaut wird, fehlt in Südtirol bis heute der politische Wille, den gesetzlich vorgesehenen Zugang zum Kalterer See wirksam sicherzustellen.”
“Der Kalterer See ist unser Meer. Gerade in Zeiten immer häufiger auftretender Hitzewellen darf ein öffentliches Gewässer nicht zum Privileg jener werden, die sich Eintrittspreise leisten können oder einen Platz in privaten Strandbetrieben finden. Ein öffentliches Naturgut muss auch tatsächlich öffentlich nutzbar sein. Apulien zeigt, dass moderne Tourismuspolitik und freier Zugang keine Gegensätze sind – Südtirol sollte diesem ‘demokratischen’ Beispiel folgen mit ähnlichen Leitlinien für alle Flüsse und Seen”, erklärt Robin-Geschäftsführer Walther Andreaus.
Der Verbraucherschutzverein appelliert an Land, Gemeinden und zuständige Behörden, den gesetzlichen Auftrag zum freien Zugang umzusetzen. Der Kalterer See sei kein exklusives Tourismusprodukt, sondern ein Gemeingut – und gerade in Zeiten zunehmender Hitzebelastung ein wichtiger Bestandteil der öffentlichen Lebensqualität.




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