Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ, Mitte) und Ernest Kaltenegger (links)

KPÖ klarer Sieger der Graz-Wahl, SPÖ im historischen Tief

Sonntag, 28. Juni 2026 | 18:15 Uhr

Von: apa

Die KPÖ hat die Gemeinderatswahl in Graz klar für sich entschieden. Die Partei von Bürgermeisterin Elke Kahr kam laut einer aktualisierten ORF/Foresight-Hochrechnung auf 36 Prozent der Stimmen und legte kräftig zu. Dahinter landete die ÖVP mit leichtem Minus und 25,1 Prozent auf Rang zwei. Platz drei holten die Grünen trotz Minus mit 14,8 Prozent – knapp vor der FPÖ mit 12 Prozent. Dahinter folgt die SPÖ mit historischem Tief von 5,8 Prozent vor den NEOS (4,8 Prozent).

Laut der Hochrechnung von 18.00 Uhr (Auszählungsgrad 77,8 Prozent der abgegebenen Stimmen; Schwankungsbreite 0,7 Prozentpunkte) konnte die KPÖ ihr Ergebnis gegenüber der Wahl 2021 (28,9 Prozent) damit deutlich ausbauen. Die ÖVP blieb gegenüber ihren 25,9 Prozent von 2021 nahezu unverändert und verlor 0,9 Prozentpunkte.

Die Grünen büßten 2,5 Prozentpunkte ein (2021: 17,3 Prozent), blieben aber mit den laut Hochrechnung erzielten 14,8 Prozent vor der FPÖ. Die Freiheitlichen können mit ihrem Ergebnis von 12 Prozent nur wenig zulegen: 2021 kamen die Blauen auf 10,6 Prozent.

Die Sozialdemokraten verloren 3,7 Prozentpunkte (2021: 9,5 Prozent) und erzielten mit 5,8 Prozent neuerlich ihr historisch schlechtestes Ergebnis. Die NEOS erreichten die damaligen 5,4 Prozent ebenfalls nicht.

Mehrheit für KPÖ und Grüne, drittes Mandat der SPÖ wackelt

Die KPÖ kommt damit auf 18 Mandate (+3), die ÖVP verliert eines und hält künftig zwölf Sitze. Die Grünen büßen zwei Mandate ein und kommen auf sieben Abgeordnete. Die FPÖ gewinnt ein Mandat dazu und hält nun bei sechs Sitzen.

Die SPÖ verliert ein weiteres Mandat und entsendet künftig nur noch drei Mandatare in den Gemeinderat. Allerdings wackelt laut Foresight das dritte rote Mandat und könnte noch an die ÖVP wandern.

Die Pinken ergattern so wie auch 2021 neuerlich zwei Mandate. Die aktuelle Koalition aus KPÖ, SPÖ und Grünen verfügt damit über eine komfortable Mehrheit von 28 Mandaten im 48 Sitze umfassenden Gemeinderat. Selbst nur mit den Grünen hätten die Kommunisten eine knappe Mehrheit von 25 Mandaten.

Nicht geschafft haben den Einzug der KFG (Korruptionsfreier Gemeinderatsklub), die Listen GAZA, DBÖ, PIRAT und MFG. 225.883 Personen waren wahlberechtigt, die Beteiligung dürfte bei rund 52,7 Prozent liegen. Nach den 54 Prozent von 2021 ist dies ein neuer Negativrekord.

Wahlkarten-Schätzung in Hochrechnung mitberücksichtigt

Die Hochrechnung beinhaltet auch bereits eine Wahlkarten-Schätzung jener Wahlkarten, die erst am Montag ausgezählt werden. Alle Wahlkarten, die vor Freitag einlangen, werden bereits am Sonntag mitausgezählt. Für Montag rechnete die Wahlbehörde im Vorfeld mit nur etwa 3.000 bis 4.000 nachträglich auszuzählenden Wahlkarten.

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