Auch drei Funktionäre verurteilt

Kulturhauptstadt 2019: Rechnungshof verurteilt Tommasini

Freitag, 08. September 2017 | 15:28 Uhr
Update

Bozen – Der Rechnungshof hat Vizelandeshauptmann Christian Tommasini und drei Funktionäre des italienischen Kulturressorts verurteilt. Anlass dafür sind die Ausgaben in Zusammenhang mit Bozens Bewerbung zur europäischen Kulturhauptstadt 2019.

Für die Staatsanwältin am Rechnungshof, Alessia Di Gregorio, waren die Ausgaben in Zusammenhang mit der Bewerbung von Bozen zur Kulturhauptstadt 2019 willkürlich und nicht zielführend.

Tommasini sowie die Landesbeamten Katia Tenti, Antonio Lampis und Marisa Giurdanella sollten das Geld (470.271 Euro) deshalb zurückzahlen, wurde verlangt.

Trotz der hohen Summe, die investiert wurde, konnte sich die Stadt Matera die Zusage ergattern.

Die Richter am Rechnungshof gingen allerdings von einem geringeren Schaden aus als die Staatsanwältin. Demnach Katia Tenti rund 50.000 Euro aus eigener Tasche zurückzahlen und bei Tommasini sind es nur 491 Euro.

Zu einem Schadensersatz von je 1.244 Euro wurden hingegen Lampis und Giurdanella verurteilt.

STF: „Tommasini verurteilt und rücktrittsreif“

Der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll, zeigt sich zufrieden mit dem Urteil des Rechnungshofes, welcher Landesrat Christian Tommasini und seine Mitarbeiter in Zusammenhang mit der gescheiterten Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2019 wegen der Verschwendung von Steuergeld heute verurteilt hat. Landesrat Tommasini trage die volle politische Verantwortung und sollte sofort zurücktreten, erklärt die Bewegung.

„Tommasini wollte Südtirol zusammen mit Venedig als Teil der Großregion „Triveneto“ für die Kulturhauptstadt 2019 bewerben und hat dafür Unsummen an Steuergeld verschwendet. Während Venedig nur knapp 70.000 Euro für die Bewerbung ausgegeben hat, wurden in Südtirol mehr als eine Million Euro an Steuergeld vernichtet“, schreibt Knoll.

Dem Partito Democratico und Landesrat Tommasini sei es vor allem darum gegangen, im Gedenkjahr 2019 (Hundert Jahre Vertrag von St. Germain, der zur Teilung Tirols führte) Südtirol „möglichst italienisch darzustellen und als Teil der italienischen Kulturnation zu präsentieren“.

Die Süd-Tiroler Freiheit habe von Beginn an gegen diesen „Irrsinn“ angekämpft und durch eine Eingabe beim Rechnungshof den Fall ins Rollen gebracht.

In der Zeit von 2011 bis 2013 hat die Süd-Tiroler Freiheit mehrfach Anfragen an Tommasini zu den Kosten der Bewerbung gestellt. Zu den ursprünglich 50.000 Euro, die in einen Gemeinschaftsfonds des Beirates in Venedig einbezahlt werden sollten, sind immer mehr Ausgaben dazugekommen. Bereits im Haushalt 2011 wurden an die 600.000 Euro für die Bewerbung veranschlagt. Im Haushalt 2012 sind dann weitere 250.000 Euro dazugekommen. Allein für ein Gala-Dinner im Bozner Museion wurden mehr als 50.000 Euro ausgegeben!

„Nachdem die öffentliche Kritik an der Bewerbung zur Kulturhauptstadt immer lauter wurde, ließ Landesrat Tommasini in den Bezirkshauptorten Südtirols gelbe Werbe-Container mit dem Namen 19×19 aufstellen, die der Bevölkerung die angeblichen Vorteile einer Bewerbung Südtirols als Triveneto-Kulturhauptstadt vermitteln sollten. Auch diese Container-Aktion entwickelte sich zum Fiasko, das die Steuerzahler mehr als eine Viertelmillion Euro gekostet hat“, erklärt die Süd-Tiroler Freiheit.

Mit dem heutigen Urteil des Rechnungshofes sei Christian Tommasini als Landesrat nicht länger tragbar. Ein Landesrat, der wegen der Verschwendung von Steuergeld verurteilt wurde, habe in der Regierung nichts mehr verloren.

Die Süd-Tiroler Freiheit erwartet sich nun ein konsequentes Handeln der SVP und „keine falsche Rücksichtnahme“ auf den Koalitionspartner. Die SVP habe schon viel zu lange dieser Geldverschwendung tatenlos zugesehen, kritisiert die Bewegung.

„Die Verschwendung von Steuergeld ist kein Kavaliersdelikt. Durch die hartnäckige Arbeit der Süd-Tiroler Freiheit im Landtag ist es gelungen, wenigstens einen Teil des Steuergeldes zu retten“, betont Knoll abschließend.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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25 Kommentare auf "Kulturhauptstadt 2019: Rechnungshof verurteilt Tommasini"


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Dagobert
Dagobert
Tratscher
16 Tage 3 h

Über 470.000€ in den Sand gesetzt und der Herr Tomasini muss lächerliche 500€ Strafe zahlen. Puahahaha

Blitz
Blitz
Tratscher
16 Tage 2 h

Witz des Tages !!!

Staenkerer
15 Tage 20 h

tjo, a lächerliches taschngeld strofe fürs steuergeldvernichtn … tjo, de schutzengl, de so monchn politars.. schun gerettet hobn fliegn ollm no …

Staenkerer
15 Tage 17 h

fremdes geld vertien isch ba de ollm no ehrensoche, fürs genua einsteckn gibs sogor de verdienstmedalie …

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
15 Tage 9 h

Dagobert……………..möchte wissen,wer in diesem Fall das MASS festgelegt hat der Rückzahlung!!!!?????😢😢😢

iuhui
iuhui
Superredner
16 Tage 4 h

ja ja, mit unsere Gelder kann man ja machen was man will! 🙁

Tabernakel
16 Tage 3 h

Wie das Urteil zeigt, kann man das nicht.

tresel
tresel
Superredner
16 Tage 2 h

@Tabernakel dann verstehst dus ja mal wieder auf eine ganz eigene und vermutlich einzigartige weise.

witschi
witschi
Universalgelehrter
16 Tage 3 h

tommasini soll zurücktreten. sofort

enkedu
enkedu
Universalgelehrter
15 Tage 8 h

sei doch ehrlich. wir sind ja froh dass die Italiener Politiker haben die gar nichts zusammenkriegen 😂😂

ex-Moechteg.Lhptm.
ex-Moechteg.Lhptm.
Superredner
16 Tage 3 h

der nixnutzige tommasini zohlt 500 euri und die von ihm verpflichtete angestellte 50.000 – passt

Staenkerer
15 Tage 17 h

tjo, hauptsoch er krieg in megalohn für de megaverontwortung de er zu trogn hot ….

giftzwerg
giftzwerg
Superredner
16 Tage 4 h

470, 271 € und das nur für eine bewerbung . Also solche politiker sehe ich am falschen platz.
Wie ist es möglich , dass die, bei den lohn ,sich sowas leisten können .
Wie lange wollen wir denn sowas dulden? Die steuern werden dauernd erhöht und es reicht trotzdem nicht . Bekommen tun wir immer weniger vom staat oder land zurück.

Blitz
Blitz
Tratscher
16 Tage 2 h

Tommasini ; unser Steuergeldverschwender, immer und immer wieder !!

Savonarola
Savonarola
Superredner
16 Tage 1 h

Wenn die Beamten die größere Verantwortung haben, dann brauche ich keine Politiker mehr, die von oben herab die Sachen den Beamten anordnen.

Hoibuibn
Hoibuibn
Grünschnabel
16 Tage 4 h

Wos geatn do oaner verurteilt sem oaner verurteilt….wos solln i bitte unkreizn in Wohlkammerle drinn? :/

Tabernakel
16 Tage 3 h

Jurist?

Paul
Paul
Tratscher
16 Tage 2 h

die Wahlen kónnen kommen

Obelix
Obelix
Tratscher
15 Tage 21 h

Und dieser Herr ist unter Anderem Landesrat für den Wohnbau. Eines der wichtigsten Resorts in der Landesregierung. Sauberen Koalitionspartner haben die Edelweiß – Jünger da in ihrer Regierung. Ich würde dem Herrn nicht einmal die Kaffekassa anvertrauen. Joe Dalton lässt grüßen.😂 

l OneManArmy l
l OneManArmy l
Tratscher
15 Tage 18 h

tommasinis strof isch hoffentlich dr witz des tages in dr dolomitn!

Staenkerer
15 Tage 17 h

wenn man do denkt das man für a bissl wosser ban wildpinkeln es xfoche zohln muaß …

Ladinerin
Ladinerin
Tratscher
15 Tage 18 h

Wohlstand scheint kein Thema in Südtirols Politik zu sein. Wahnsinn welche Geldsummen-unser Geld- für unnützige ‘Sachen’ verschwendet werden. Der Rechnungshof soll bitte den Politikern auf die Finger schauen und nicht dem kleinen Bediensteten an unterster Stelle

Poppi
Poppi
Superredner
15 Tage 17 h

…und es geht immer gleich weiter …

Raphi
Raphi
Neuling
15 Tage 19 h

Die zahlen soviel zurück wie die Rentner der Politik.allso nichts.!!!😡😡

Robin Hood
Robin Hood
Tratscher
15 Tage 8 h

Wann hat in der Politik endlich einer die Eier, Verantwortung für sein Tun und Lassen zu übernehmen???

Nur wenn’s ums Geld geht, wird alles mit der großen Verantwortung schöngeredet.😁

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