Von: APA/dpa/Reuters
Trotz geltender Waffenruhe ist der kleine Golfstaat Kuwait von mutmaßlich iranischen Drohnen angegriffen worden. Die Streitkräfte hätten dort am Sonntag früh “mehrere feindliche Drohnen” im eigenen Luftraum entdeckt und darauf reagiert, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mit. Mehr Details wurden nicht genannt. Außenministerin Beate-Meinl Reisinger (NEOS) betonte unterdessen, Wien stehe erneut als Ort für Verhandlungen zum iranischen Atomprogramm bereit.
Neben den Drohnenangriffen auf Kuwait wurde vor der Küste Katars auch ein Frachter von einem unbekannten Projektil getroffen. Der Vorfall habe sich etwa 40 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Doha ereignet, teilte die britische Seeschifffahrtsbehörde UKMTO am Sonntag mit. Es sei ein kleines Feuer an Bord ausgebrochen, das jedoch gelöscht worden sei. Dem Kapitän zufolge gab es weder Verletzte noch Umweltschäden.
Die Behörden untersuchten nun die Herkunft des Projektils, hieß es weiter. Schiffe in der Region seien zur Vorsicht aufgerufen worden.
Anhaltende Angriffe zwischen Iran und USA trotz Waffenruhe
Schon am Donnerstag hatten der Iran und die USA trotz einer Waffenruhe einander angegriffen. Am Freitag hatte das US-Militär zwei unter iranischer Flagge fahrende, unbeladene Öltanker angegriffen und außer Gefecht gesetzt.
Nachdem die USA und Israel Ende Februar den Krieg gegen den Iran begonnen hatten, reagierte Teheran mit Angriffen unter anderem in den Golfstaaten. Hier liegen unter anderem wichtige US-Militärstützpunkte und -Botschaften. Kuwait wurde zusammen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten dabei besonders stark angegriffen. Das Land meldete mehr als 1.000 Angriffe mit Raketen und Drohnen, darunter auf militärische Ziele und Energie-Einrichtungen.
Meinl-Reisinger: Wien als Ort für Friedensverhandlungen bereit
Außenministerin Meinl-Reisinger betonte unterdessen am Sonntag in der ORF-“Pressestunde”, dass niemand in Europa ein Interesse daran haben könne, dass der Iran mit seiner aktuelle Regierung Atomwaffen bekomme. Sie habe aber immer bezweifelt, dass dieses Ziel mit militärischen Mittel erreichen werden könne. Wien stehe weiter als Standort für Verhandlungen zum iranischen Atomprogramm bereit, sagte Meinl-Reisinger.
Im Februar – noch vor dem US-israelischen Angriff gegen den Iran – habe in Genf die Möglichkeit einer Verhandlungslösung bezüglich des iranischen Atomprogramms bestanden, sagt die Außenministerin mit Verweis auf den omanischen Außenminister Badr al-Bussaidi, der damals vermittelte. Ihr Ressort sei bereits dabei gewesen, für weitere Gespräche in Wien Visa für iranische Verhandler auszustellen, so Meinl-Reisinger.




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