Kuwait fing vermutlich iranische Drohnen ab (Archivbild)

Kuwait und Emirate melden neuen Beschuss mit Drohnen

Sonntag, 10. Mai 2026 | 13:35 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Trotz einer geltenden Waffenruhe sind Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate am Sonntag von mutmaßlich iranischen Drohnen angegriffen worden. Der Befehlshaber des Zentralkommandos der iranischen Streitkräfte, Ali Abdollahi, traf sich indes laut iranischen Angaben mit dem Obersten Führer Mojtaba Khamenei. Außenministerin Beate-Meinl Reisinger (NEOS) betonte unterdessen, Wien stehe erneut als Ort für Verhandlungen zum iranischen Atomprogramm bereit.

Die kuwaitischen Streitkräfte hätten Sonntag früh “mehrere feindliche Drohnen” im eigenen Luftraum entdeckt und darauf reagiert, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mit. Mehr Details wurden nicht genannt. Man sei vollends bereit, die Sicherheit des Landes und der Bevölkerung zu beschützen.

Auch die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten am Sonntag neuen Beschuss. Die Flugabwehr habe zwei iranische Drohnen erfolgreich abgewehrt, teilte das emiratische Verteidigungsministerium mit. Opfer habe es nicht gegeben. Insgesamt habe der Iran die Emirate im Krieg bisher mit rund 550 Raketen, 30 Marschflugkörpern und 2.200 Drohnen angegriffen.

Auch Frachtschiff vor Katar wurde beschossen

Auch ein Frachtschiff vor der Küste Katars wurde bei einem mutmaßlich iranischen Angriff getroffen. Ein “unbekanntes Geschoss” habe den Massengutfrachter getroffen, teilte die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) am Sonntag mit. Daraufhin sei ein “kleines Feuer” an Bord ausgebrochen, das mittlerweile gelöscht sei. Opfer habe es nicht gegeben.

Katars Verteidigungsministerium bestätigte Details zum offenbar selben Vorfall. Ein aus Abu Dhabi kommendes Handelsschiff sei von einer Drohne angegriffen worden, woraufhin an Bord ein Feuer ausgebrochen sei, teilte das Ministerium mit. Der Brand sei unter Kontrolle und das Schiff habe seine Fahrt zu einem Hafen in Nähe der katarischen Hauptstadt Doha fortgesetzt.

Der wichtige Schifffahrtsweg durch die Meerenge von Hormuz wird im Zuge des Kriegs seit Wochen vom Iran blockiert. Die Folgen für die Weltwirtschaft sind erheblich. Die USA haben ihrerseits eine Blockade iranischer Häfen verhängt.

Anhaltende Angriffe zwischen Iran und USA trotz Waffenruhe

Schon am Donnerstag hatten sich der Iran und die USA trotz einer Waffenruhe gegenseitig angegriffen. Am Freitag hatte das US-Militär zwei unter iranischer Flagge fahrende, unbeladene Öltanker angegriffen und außer Gefecht gesetzt.

Nachdem die USA und Israel Ende Februar den Krieg gegen den Iran begonnen hatten, reagierte Teheran mit Angriffen unter anderem in den Golfstaaten. Hier liegen unter anderem wichtige US-Militärstützpunkte und -Botschaften. Kuwait wurde zusammen mit den Emiraten dabei besonders stark angegriffen.

Iran meldet Treffen des Streitkräfte-Befehlshabers mit Oberstem Führer Khamenei

Der Befehlshaber des Zentralkommandos der iranischen Streitkräfte, Ali Abdollahi, hat sich unterdessen der halbstaatlichen Nachrichtenagentur FARS zufolge mit Irans oberstem Führer Mojtaba Khamenei getroffen. Dabei habe er neue Leitlinien für militärische Einsätze und eine entschlossene Konfrontation mit Gegnern erhalten, meldete FARS.

Abdollahi habe das geistliche und politische Oberhaupt der Islamischen Republik über die Einsatzbereitschaft der Truppen unterrichtet. Die Streitkräfte seien bereit, jeder Aktion der amerikanisch-israelischen Feinde entgegenzutreten, wurde Abdollahi zitiert. Im Falle eines Fehlers des Feindes werde der Iran schnell, hart und entschlossen reagieren. Wann das Treffen stattfand, ließ die Agentur offen.

Khamenei war zum Nachfolger seines Vaters ernannt worden, nachdem dieser zu Beginn des Kriegs getötet worden war. Er soll allerdings selbst verletzt worden sein. Öffentlich ist er seit seiner Ernennung nicht in Erscheinung getreten, was Spekulationen über seinen Gesundheitszustand schürt.

Meinl-Reisinger: Wien als Ort für Verhandlungen bereit

Außenministerin Meinl-Reisinger betonte unterdessen am Sonntag in der ORF-“Pressestunde”, dass niemand in Europa ein Interesse daran haben könne, dass der Iran mit seiner aktuelle Regierung Atomwaffen bekomme. Sie habe aber immer bezweifelt, dass dieses Ziel mit militärischen Mittel erreichen werden könne. Wien stehe weiter als Standort für Verhandlungen zum iranischen Atomprogramm bereit, sagte Meinl-Reisinger.

Im Februar – noch vor dem US-israelischen Angriff gegen den Iran – habe in Genf die Möglichkeit einer Verhandlungslösung bezüglich des iranischen Atomprogramms bestanden, sagt die Außenministerin mit Verweis auf den omanischen Außenminister Badr al-Bussaidi, der damals vermittelte. Ihr Ressort sei bereits dabei gewesen, für weitere Gespräche in Wien Visa für iranische Verhandler auszustellen, so Meinl-Reisinger.

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