Schutz jüdischen Lebens in Südtirol

Landtag setzt klares Zeichen gegen Antisemitismus

Donnerstag, 15. Januar 2026 | 15:32 Uhr

Von: Ivd

Bozen – Antisemitismus hat in Europa und darüber hinaus in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Er äußert sich in unterschiedlichen Formen und entspringt verschiedenen ideologischen Milieus – von rechtsextremen über linksextreme bis hin zu islamistisch geprägten Radikalisierungsphänomenen. Besonders seit dem terroristischen Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ist weltweit ein dramatischer Anstieg antisemitischer Vorfälle zu verzeichnen. Juden fühlen sich zunehmend bedroht, Synagogen müssen verstärkt geschützt werden, und jüdische Menschen vermeiden es teils, religiöse Symbole wie die Kippa in der Öffentlichkeit zu tragen.

„Gleichzeitig wächst eine Generation heran, die bald keine Zeitzeuginnen und Zeitzeugen der Shoah mehr persönlich erleben kann. Die letzten Überlebenden sind hochbetagt. Umso wichtiger ist es, neue und innovative Wege in der Erinnerungsarbeit zu gehen, um auch künftigen Generationen die Dimension des Holocaust und die daraus erwachsende Verantwortung professionell und pädagogisch hochwertig zu vermitteln“, betont Stauder.

Vor diesem Hintergrund kommt dem 27. Januar, dem Internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocaust, eine besondere Bedeutung zu. Er erinnert an die Befreiung des nationalsozialistischen Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 und steht weltweit für Erinnerung, Mahnung und Verantwortung.

„Auch der Südtiroler Landtag trägt eine besondere politische Verantwortung, die Erinnerungskultur aktiv zu pflegen, Aufklärung zu fördern und jüdisches Leben konsequent zu schützen“, so Stauder weiter. Diese Verantwortung wurde zuletzt auch bei einem Treffen mit dem österreichischen Kultusminister sowie dem österreichischen Staatssekretär für die Bekämpfung des Antisemitismus in Wien unterstrichen.

Mit dem genehmigten Beschluss bekennt sich der Landtag dazu, jede Form von Antisemitismus, antisemitischer Hetze, Diskriminierung und Gewalt uneingeschränkt und unabhängig von ihrer ideologischen Herkunft zu verurteilen. Gleichzeitig soll der enge und regelmäßige Austausch mit der jüdischen Gemeinde in Südtirol weiter vertieft werden.

Darüber hinaus will das Land Initiativen fördern, die Demokratie, Toleranz, Erinnerungskultur und historische Verantwortung stärken, sowie die Zusammenarbeit mit anderen Regionen und Staaten – insbesondere mit Bayern und Österreich – im Bereich der Antisemitismusprävention und Erinnerungsarbeit ausbauen. In diesem Zusammenhang unterstützt der Südtiroler Landtag auch die Initiative zur Errichtung eines Yad Vashem Education Centers in Bayern.

„Mit diesem Beschluss bekräftigt der Südtiroler Landtag sein klares Bekenntnis zu einer offenen, demokratischen Gesellschaft und zu einem entschlossenen Vorgehen gegen Antisemitismus in all seinen Erscheinungsformen“, betont Stauder abschließend.

Bezirk: Bozen

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