Von: APA/Reuters
In Großbritannien könnte Premierminister Keir Starmer Insidern zufolge am Montag über seinen Rücktritt entscheiden. Der politisch schwer angeschlagene Regierungschef könnte sich dann festlegen, ob er zurücktritt oder sich einem Kampf um den Parteivorsitz in seiner Labour-Partei stellt, sagten mit den Überlegungen vertraute Personen am Sonntag. Zuvor hatten weitere Minister und Abgeordnete Starmer zum Rückzug gedrängt.
Am Freitag hatte das Team seines parteiinternen Rivalen Andy Burnham erklärt, man gebe Starmer das Wochenende Zeit, um seine Lage zu überdenken und hoffe auf eine geordnete Machtübergabe. Umfragen unter Parteimitgliedern deuten darauf hin, dass Burnham eine Kampfabstimmung gewinnen würde.
Außenministerin Yvette Cooper drängte Starmer einem Bericht des Senders Sky News zufolge am Wochenende in einem privaten Gespräch zum Rückzug. Ein Sprecher Coopers ließ eine Anfrage um Stellungnahme zunächst unbeantwortet. Die ehemalige Ministerin Jess Phillips sagte dem Sender BBC, sie habe das Gefühl, als sei man am Ende des Weges angelangt. Ein Rückzug Starmers sollte so würdevoll wie möglich verlaufen.
Wirtschaftsminister Peter Kyle sagte dem Sender LBC, der Premier denke über die politischen Herausforderungen nach, vor denen er stehe. Starmer befinde sich in einer sehr schwierigen Situation.
Kritik von Trump
US-Präsident Donald Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, Starmer werde zurücktreten. Ob sich Trump auf Basis konkreter Informationen äußerte oder eigene Motive hatte, sich in die Debatte einzuschalten, blieb offen. Starmer war von Trump in der Vergangenheit wiederholt kritisiert worden.
Starmer kämpft mit den niedrigsten Beliebtheitswerten eines britischen Regierungschefs in der jüngeren Geschichte. Dies zeigte sich bei schweren Verlusten seiner Labour-Partei bei den Kommunalwahlen im Mai. Starmers Team hatte vor wenigen Tagen auf dessen Wahlsieg bei der Parlamentswahl 2024 verwiesen, der Starmer einen Regierungsauftrag bis 2029 gab. Sollte Burnham das Amt übernehmen, wäre er der siebente britische Premierminister in den vergangenen zehn Jahren.
Bei einer Kampfabstimmung Starmer/Burnham ginge es zwar formell nur um den Parteivorsitz, diese würde in diesem Fall aber darüber entscheiden, wer Regierungschef wird.




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