Ukraine stellen seit vier Jahren Tapferkeit unter Beweis

Mehrere Tote bei russischen Angriffen auf die Ukraine

Montag, 09. Februar 2026 | 11:31 Uhr

Von: APA/Reuters/dpa-AFX

Bei massiven russischen Drohnen- und Raketenangriffen auf die Ukraine sind in der Nacht auf Montag nach Behördenangaben mindestens vier Menschen getötet worden. In der Stadt Bohoduchiw in der östlichen Region Charkiw starben eine Mutter und ihr zehnjähriger Sohn, wie die örtliche Staatsanwaltschaft mitteilte. In der Hafenstadt Odessa im Süden kam ein Mensch ums Leben, in der nördlichen Region Tschernihiw wurde ein 71-jähriger Mann getötet.

Dutzende weitere Menschen wurden verletzt, darunter ein 13-jähriges Mädchen in der Region Dnipropetrowsk. Zudem fiel bei Zehntausenden Einwohnern der Strom aus.

Die ukrainische Luftwaffe meldete russische Angriffe mit elf ballistischen Raketen und 149 Drohnen. Davon seien 116 Drohnen abgeschossen oder neutralisiert worden. Die Angriffe richteten sich erneut gezielt gegen die Infrastruktur. In der westlichen Region Wolhynien an der Grenze zum NATO-Mitglied Polen wurde ein Umspannwerk beschädigt, was in der Stadt Nowowolynsk zu einem Stromausfall bei mehr als 80.000 Haushalten führte. Auch Bahnanlagen in den Regionen Sumy und Tschernihiw wurden getroffen.

Die Angriffe ereigneten sich ungeachtet der laufenden, von den USA vermittelten Friedensgespräche. Für diese Woche kündigte Kiew eine neue Gesprächsrunde in Miami im US-Staat Florida an. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte erklärt, die US-Regierung unter Donald Trump dringe auf eine Lösung zur Beendigung des Krieges noch vor dem Sommer. Russland hat seit Herbst 2025 seine Angriffe auf das ukrainische Energienetz verstärkt, was bei winterlicher Eiseskälte Millionen Menschen ohne Strom und Heizung zurückließ.

Wasserversorgung in westrussischer Stadt zusammengebrochen

In der westrussischen Großstadt Belgorod ist nach Angriffen aus der benachbarten Ukraine laut Behörden die Wasserversorgung teilweise zusammengebrochen. Am Montag inder Früh sei an zwei Wasserentnahmestellen die Stromzufuhr ausgefallen, teilte die Stadtverwaltung in Sozialen Netzwerken mit. Daher gebe es Probleme in den nördlichen und zentralen Stadtvierteln von Belgorod. Ohne Wasser seien derzeit rund 100.000 Menschen, sagte Bürgermeister Walentin Demidow.

Belgorod liegt an der Grenze zur Ukraine und wird von russischen Truppen sowohl als Aufmarschgebiet genutzt als auch zum Beschuss ukrainischen Territoriums. Daher ist die Region eine der am schwersten zerstörten russischen Gebiete seit Kriegsbeginn. Insgesamt leben in Belgorod offiziellen Angaben nach gut 300.000 Menschen.

Geplant sei eine Wiederherstellung der Wasserversorgung innerhalb von vier bis fünf Stunden, heißt es. Derzeit laufen die Reparaturarbeiten. Erst am Morgen hatte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow erklärt, dass die zuvor ausgefallene Wärmeversorgung größtenteils wiederhergestellt sei. Während Moskau die Ukraine seit Beginn der kalten Jahreszeit seinerseits mit Angriffen auf die Strom- und Heizinfrastruktur überzieht, kämpft die Region seit Wochen wegen der andauernden Drohnenangriffe mit Versorgungsproblemen. Zuletzt war sogar eine Evakuierung angedacht worden.

Gladkow berichtete zwar auch von neuerlichen ukrainischen Drohnenangriffen. Die Angriffswaffen seien jedoch abgeschossen worden, ohne dass es Folgen am Boden gegeben habe, sagte er.

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen