Von: luk
Bozen – Der Bozner Gemeinderat Rudi Benedikter (Grüne) hat anlässlich der Eröffnung der Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina deutliche Kritik an der Veranstaltung und den damit verbundenen Infrastrukturprojekten geäußert. In einer Stellungnahme sprach er von einem „nachhaltigen Greenwashing einer Beton-Olympiade“.
Benedikter bezweifelt, dass die Spiele, die von den Organisatoren als besonders nachhaltig beworben werden, diesem Anspruch gerecht werden. Er verwies auf die weit verstreuten Austragungsorte von Mailand über Bormio und Livigno bis ins Fassatal und nach Antholz, die zu einem erheblichen Anstieg des Verkehrs führen würden.
Kritisch sieht der Gemeinderat zudem die mit den Olympischen Spielen verbundenen Infrastrukturmaßnahmen in Südtirol. Er nannte unter anderem Straßenprojekte im Pustertal, Umfahrungen sowie eine geplante Brücke in Innichen. Auch ökologische Eingriffe wie Waldrodungen in Cortina und Antholz, der Bau einer neuen Bobbahn sowie ein großes Speicherbecken in Antholz seien problematisch.
Nach Angaben Benedikters belaufen sich die Investitionen in Südtirol im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen auf rund 640 Millionen Euro, davon 171 Millionen aus dem Landeshaushalt. Zudem hätten sich die Autonomen Provinzen Bozen und Trient verpflichtet, nach den Spielen mögliche Defizite mitzutragen.
Der Gemeinderat warnte vor langfristigen Folgen wie ungenutzten Sportanlagen, zusätzlicher Bodenversiegelung, steigenden Touristenzahlen und Belastungen für die öffentlichen Haushalte. Die Spiele seien ein kurzfristiges Spektakel mit langfristigen ökologischen und finanziellen Auswirkungen.




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