Schützen wird Mordversuch vorgeworfen

Nach Schüssen auf Trump – Gericht sieht Mordversuch

Montag, 27. April 2026 | 22:26 Uhr

Von: APA/dpa

Nach den Schüssen am Rande einer Gala-Veranstaltung mit Donald Trump in Washington wird dem Verdächtigen versuchter Mord an dem US-Präsidenten vorgeworfen. Das erklärte das zuständige Gericht am Montag bei einer Anhörung. Am Rande des traditionellen Korrespondenten-Dinners in der US-Hauptstadt hatte ein bewaffneter Mann am Samstagabend versucht, eine Sicherheitskontrolle zu überwinden; bei seiner Festnahme fielen mehrere Schüsse.

Debatte über Sicherheitskonzept

Der Angriff auf die Gala mit Trump und vielen Regierungsvertretern hat in den USA eine Debatte über das Sicherheitskonzept bei dem Event ausgelöst. Auch der US-Kongress schaltet sich nun ein. Wie die “Washington Post” und Berufung auf ungenannte Quellen berichtete, stufte die Regierung das Event nicht mit der Sicherheitsstufe ein, die für ähnliche Versammlungen hochrangiger Amtsträger üblich ist. Damit seien nicht die vollen Ressourcen ausgeschöpft worden.

Der einflussreiche republikanische Senator Chuck Grassley setzte eine Anhörung an, um sich vom Secret Service über das Sicherheitskonzept informieren zu lassen. Neben Trump waren bei der Veranstaltung auch Vizepräsident James Vance, Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Peter Hegseth und viele weitere Regierungsvertreter im Raum. Auch Mike Johnson, der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, der in der staatlichen Rangfolge hinter dem Präsidenten und dessen Vize steht, nahm teil.

Trump-Anhängerin Lake: Laxe Sicherheitsvorkehrungen

“Ich kann kaum glauben, wie lax die Sicherheitsvorkehrungen heute Abend beim White House Correspondents’ Dinner waren”, schrieb MAGA-Aktivistin Kari Lake auf der Plattform X. Es habe “praktisch keine Sicherheit” gegeben, legte sie später nach.

Mit Blick darauf, dass der Gala-Abend nachgeholt werden soll, kündigte der Chef der Bundespolizei FBI, Kash Patel, eine Überarbeitung des Konzeptes an. Für die Neuauflage des Dinners zeigte er sich zuversichtlich, dass die zuständigen Behörden die Sicherheitsvorkehrungen “komplett anders” angehen würden, sagte er im Gespräch mit dem US-Sender Fox News. Dafür sei er bereits mit dem Heimatschutzministerium und dem Secret Service im Gespräch.

Der Täter, laut Medienberichten ein 31 Jahre alter Mann aus Kalifornien, stürmte bei dem Gala-Dinner mit der Hauptstadtpresse am Samstagabend (Ortszeit) schwer bewaffnet durch einen Sicherheitsposten des Secret Service, ehe er von Beamten gestoppt wurde. Der Verdächtige selbst soll sich laut Medienberichten in einem Manifest über die lockeren Standards gewundert haben.

Tatsächlich mussten Gäste erst unmittelbar vor dem Ballsaal, in dem das Dinner stattfand, durch eine Sicherheitsschleuse und nicht schon beim Eintritt in das Hilton Hotel. Der geschäftsführende Justizminister Todd Blanche verteidigte das Sicherheitskonzept. Er sagte dem Sender NBC News, das Konzept habe so funktioniert wie vorgesehen. Der Angreifer sei kaum über die Sicherheitsschleuse hinausgekommen.

Angreifer soll vor einem Bundesrichter erscheinen

Der Angreifer soll heute in der Hauptstadt Washington vor einem Haftrichter erscheinen. Er soll wegen der Verwendung einer Schusswaffe bei einer Gewalttat sowie wegen tätlichen Angriffs auf einen Bundesbeamten unter Einsatz einer gefährlichen Waffe angeklagt werden. Weitere Anklagepunkte dürften später folgen. Unklar ist weiter das genaue Motiv des Täters.

Allen soll unter anderem als Nachhilfelehrer sowie Spieleentwickler gearbeitet haben. Ein früherer Schüler beschrieb ihn laut der “New York Times” als “völlig durchschnittlich”. Dem Bericht zufolge sei er als parteiloser Wähler registriert gewesen und habe einen kleinen Betrag an den Wahlkampf der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris im Jahr 2024 gespendet.

Wie etwa CNN berichtet, habe der Mann die bei der Tat verwendeten Waffen legal in Kalifornien erworben, darunter eine Pistole im Jahr 2023 und eine Schrotflinte im Jahr 2025. Beide Käufe hätten Hintergrundüberprüfungen durch das FBI erfordert.

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