Präsident Gennaccaro bei Bischof Muser

“Niemand darf zurückgelassen werden”

Montag, 01. Juni 2026 | 12:21 Uhr

Von: mk

Bozen – Das Zusammenleben, die institutionelle Sprache und die Verantwortung der Politik waren die Schwerpunkte beim ersten offiziellen Aufeinandertreffen des unlängst gewählten Landtagspräsidenten Angelo Gennaccaro und von Ivo Muser, Bischof der Diözese Bozen-Brixen.

Während des freundschaftlichen und offenen Gesprächs, das kürzlich in den Amtsräumen des Bischofs im Pastoralzentrum in Bozen stattfand, waren sich die beiden Gesprächspartner in verschiedenen Punkten einig. „Beispielsweise über die Bedeutung des gegenseitigen Respekts für ein friedliches Zusammenleben und in diesem Zusammenhang über die Bedeutung, die der Sprache dabei zukommt“, sagte Gennaccaro. „Die institutionelle Sprache hat Vorbildcharakter“, unterstrich Bischof Muser. „Sie kann spalten oder verbinden: Deshalb müssen Worte mit Bedacht gewählt werden.“ Dies, so wurde einvernehmlich festgestellt, sei eine wichtige Verantwortung der Politik, ebenso wie die Sicherstellung gleicher Chancen für alle. „Niemand darf zurückgelassen werden“, so Muser und Gennaccaro unisono.

Auch die Autonomie war Gesprächsthema. „Der Bischof hat darauf hingewiesen, dass sie nicht in Egoismus umschlagen darf, weil wir ansonsten alle verlieren würden“, berichtete Gennaccaro. „Diese Aussage teile ich – wobei ich gegenüber dem Bischof zudem betont habe, dass Identität wichtig ist, aber in einem offenen Dialog und mit Rücksicht auf die andere Seite gelebt werden muss.“

Der offene Dialog, so Gennaccaro abschließend, solle auch im weiteren Verlauf der Legislaturperiode aufrechterhalten werden, darauf habe man sich am Ende des Treffens geeinigt.

Bezirk: Bozen

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