Leitner: „Jugendarmut gründet auf politischem Versagen“

Opposition greift Jugendarmut auf

Dienstag, 23. August 2016 | 13:13 Uhr

Bozen – Der Freiheitliche Fraktionssprecher im Südtiroler Landtag, Pius Leitner, sieht die Politik in der Verantwortung, um die Jugendarmut zu bekämpfen. Die bisher geltende gesetzliche Lage fördere die prekäre Lage der Jugendliche, anstatt ihnen ein Leben mit Zukunftsaussichten zu gewähren. Jeder fünfte Jugendliche unter 25 Jahren laufe Gefahr in der Armutsfalle zu landen. „Der Politik kommt die drängende Aufgabe zu, die gesetzlichen Bestimmungen anzupassen, damit die Jugend Südtirols nicht unweigerlich in die Spirale der Armut gerät“, betont Pius Leitner in einer Presseaussendung und verweist auf die Möglichkeiten des Landes.

„Sobald ein Jugendlicher, der mit seiner Familie in einer WOBI-Wohnung untergebracht ist, ein kleines Einkommen aufgrund einer Tätigkeit aufweist, steigt die Miete“, kritisiert der Freiheitliche Landtagsabgeordnete anhand eines Beispiels. „Der Jugendliche hat von Anfang an keine Möglichkeit Geld zu sparen, für die Zukunft vorzusorgen oder den Weg in die Selbstständigkeit zu beschreiten. Stattdessen wird er angehalten sich an den Kosten der WOBI-Wohnung zu beteiligen. Die gesetzliche Lage fördert derzeit in vielen Fällen die Jugendarmut und bestraft diejenigen, die sich bemühen, arbeiten und versuchen ein selbstständiges Leben aufzubauen“, so Leitner.

„Die Dinge sind beim Namen zu nennen“, unterstreicht der Freiheitliche Fraktionssprecher und übt massive Kritik an der SVPD-Regierungspolitik der leeren Worte. „Wenn die Gesetzesbestimmungen nicht angepasst werden wird das Problem der Jugendarmut verstärkt und nicht gemindert. Milde Worte helfen wenig, wenn die Möglichkeiten nicht ausgeschöpft werden“, betont Leitner.

„Die jungen Menschen haben das Recht, ein Auskommen mit dem Einkommen zu haben“, erörtert Pius Leitner, „denn ansonsten geht jegliche Motivation und Eigeninitiative verloren. Es kann nicht sein, dass eine ganze Generation in die Sackgasse der Armut geführt wird, wo Lebensplanung, eigene Wohnung und Familie zur Unmöglichkeit verkommen.“

„Die astronomischen Wohnungspreise neben prekären Arbeitsverhältnissen verbauen den weiteren Weg in die Unabhängigkeit und erhöhen den Druck zur Abwanderung“, analysiert Leitner. „Südtirol verspielt seine eigene Zukunft. Während die heimische Jugend vor der Frage Armut oder auswandern steht, wird der illegalen Einwanderung Tür und Tor geöffnet“, erklärt Leitner und fordert Maßnahmen, die zuerst Einheimischen zugutekommen.

„Eine spürbare Steuersenkung und die Entlastung der heimischen Jugend auf dem Wohnungsmarkt sind das Gebot der Stunde“, hält Leitner abschließend fest und fordert Änderungen bei der Mietkostenbeteiligung bei WOBI-Wohnungen durch Jugendliche.

Junge STF: „Jugendlichen müssen Perspektiven geboten werden!“

Im Zuge von Medienberichten, wonach jeder fünfte Südtiroler Jugendliche unter 25 Jahren von Armut bedroht ist, schaltet sich der Landesjugendsprecher der Süd-Tiroler Freiheit, Benjamin Pixner, in die Diskussion mit ein und erklärt, dass sich diese Entwicklung seit Jahren abzeichne. Er finde es gut, dass der Südtiroler Jugendring (SJR) dieses Thema aufgegriffen habe, aber bezweifele, dass die regierenden Politiker Gegenmaßnahmen einleiten werden. Pixner zeigt dafür mehrere Gründe auf.

Der Landesjugendsprecher ist überzeugt, dass die Landesregierung seit Jahren eine falsche Richtung bezüglich Arbeitsmarkt und Wirtschaftssystem eingeschlagen hat und macht Rom mitverantwortlich: „Den Jugendlichen werden regelrecht die Arbeitsplätze entzogen, indem man das Rentenalter immer wieder nach oben schraubt. Somit bleiben die älteren Arbeiter, die bereits jahrelang geschuftet haben, am Arbeitsplatz hängen und die jungen, frischen Arbeitskräfte gehen eine längere Zeit leer aus. Aber auch die überbordende Bürokratie, macht es den Arbeitgebern nicht einfach, einen jungen Lehrling einzustellen“, zeigt Pixner in einer Aussendung auf.

„Auch das neue Landesabkommen, mit welchem die Lehrlingslöhne gesenkt werden, ist ein großer Fehlschritt der den Weg in die Armut ebnet. Anstatt die überhohen Lohnnebenkosten zu senken, versucht man beim einfachen Lehrling einzusparen. Gerade die Zeit, in der man in der Lehre ist, beginnt man Fuß zu fassen und sich in Richtung Ernst des Lebens zu bewegen, aber ohne einen gerechten Lohn bleibt man im Elternhaus hängen“, bekräftigt der Landesjugendsprecher.

Die Süd-Tiroler Freiheit nimmt sich bei der Bewältigung dieser Krise das Bundesland Tirol zum Vorbild: „Tirol fördert mit 1,7 Millionen Euro im Rahmen der Jugendarbeitslosigkeit die überbetriebliche Lehrausbildung und bietet somit über 440 Jugendlichen, die keinen Ausbildungsplatz haben, die Möglichkeit eine Lehre zu beginnen. Sogar für die Unternehmer ergeben sich somit zusätzliche Chancen, gut ausgebildete Fachkräfte zu gewinnen und damit einen möglichen Fachkräftemangel abzuwenden.“

Von: mk

Bezirk: Bozen

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