Grüne skeptisch

“Pestizide ohne Auswirkungen auf Gesundheit und Krebsrisiko?”

Mittwoch, 02. August 2017 | 12:22 Uhr

Bozen – Die Gesundheitsstudie der Landesregierung ist für die Grünen “mehr Placebo als themengerechtes Forschungsergebnis”. Die gestern mit beachtlichem Echo und der Präsenz von LR Schuler und Stocker vorgestellte Studie zur Auswirkung von Pflanzenschutzmitteln auf die menschliche Gesundheit beeindruckt mehr durch verfehlte Themenwahl und Verspätung als durch zielgerechte Seriosität”, so die Grünen.

“Die Studie, vor exakt vier Jahren im Juli 2013 in Auftrag gegeben, vergleicht 31 Gemeinden mit „hoher landwirtschaftlicher Nutzung“ mit 54 Gemeinden mit „niederer landwirtschaftlicher Nutzung“.
Schon diese Unterscheidung ist problematisch genug: „Intensive landwirtschaftliche Nutzung“ wird nur klassischen Obstbaugemeinden zugeschrieben, während Gemeinden mit intensiver Rinderhaltung und entsprechenden Kollateraleffekten von Gülle und Nitraten wie Sterzing, Sand in Taufers, Pfitsch und andere in die niedrige Klasse eingereiht werden – Geringe Intensität? Von wegen!  Entsprechend grobschlächtig sind auch die Resultate: Alle Krebserkrankungen vom Gehirn bis zum Knochenmark wirft die Untersuchung in einer Rubrik „Tumorerkrankungen“ zusammen. Dagegen weist die vorliegende Präsentation jene Krankheitsbilder nicht aus, deren Häufung auf die Wirkung von Pestiziden hindeutet: z. B. Magen, Niere, Knochenmark. Die mit dem Vorschlaghammer gebildete Kategorie „Tumorerkrankungen“ ist viel zu grobmaschig, um die durch Pestizide verursachten speziellen Tumorarten aufzuweisen. Damit werden die Unterschiede zwischen den Gebieten hoffnungslos eingeebnet. Auch wegen des knapp bemessenen Untersuchungszeitraums 2003-2010 können Langzeitfolgen nicht bewertet werden, wie auch Krebsforscherin Gentilini sofort bemängelt hat. Dass solcherart „Keine relevanten Unterschiede“ zwischen den Gebieten auftreten, ist leicht absehbar. Zudem sind die Überlagerungen mit den Auswirkungen von Luftemissionen, die in Gebieten mit „geringer landwirtschaftlicher Nutzung“ wie Brenner, Bruneck, Freienfeld, Toblach, St. Ulrich, Welsberg, Sterzing auftreten können, gleichfalls unberücksichtigt”, erklären die Grünen.

“In der vorgestellten Form sorgt die Studie nur für oberflächliche Entwarnung und setzt sich auch mit den zahlreich vorhandenen Forschungen über den Zusammenhang von Pestiziden und Krankheit offenbar kaum, wenn nicht gar nicht auseinander.
Sie ist mehr Beschwichtigung als wirkliche Aufklärung, die Placebowirkung wird durch den Hinweis auf die niedrigen Alzheimer-, Demenz- und Parkinsonquoten in Gebieten mit „intensiver landwirtschaftlicher Nutzung“ noch weiter verstärkt.
Die vorgestellten Ergebnisse sind eher Beruhigungspillen als analytisch überzeugende Resultate, für deren Bewertung wir Einblick in die gesamte Studie verlangen”, schließen die Grünen.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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13 Kommentare auf "“Pestizide ohne Auswirkungen auf Gesundheit und Krebsrisiko?”"


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Sun
Sun
Grünschnabel
20 Tage 8 h

Anstatt selber eine Studie zu erstellen, werden lieber die Studien der anderen kritisiert. Grüne Logik kann selten überzeugen.

Paul
Paul
Tratscher
20 Tage 7 h

und wiso sind in der Etsch keine Fische mehr ?

Sun
Sun
Grünschnabel
20 Tage 5 h

@paul  welche Studie sagt das?

patriot
patriot
Tratscher
20 Tage 4 h

bisch koan fischer ha?oder konsch lei net😂😂

steidler
steidler
Grünschnabel
20 Tage 2 h

Paul Die haben alle Alzheimer und sind davongeschwommen, ha, ha, ha. Bitte eine Studie in Auftrag geben!

ivo815
ivo815
Universalgelehrter
18 Tage 13 h

@Sun Bauchi-Stat

Mamme
Mamme
Tratscher
20 Tage 6 h

da sind wir wieder beim Plunder von Mals!

patriot
patriot
Tratscher
20 Tage 4 h

apotheker leben länger 😂

iuhui
iuhui
Superredner
20 Tage 5 h

bin nicht bei den Grünen , bin aber auch recht skeptisch über so eine Studie!

Sun
Sun
Grünschnabel
20 Tage 4 h

Skepsis ist immer angebracht iu, vorallem wenn Studioen  vom Hersteller selbst gemacht werden, in diesem Falle trifft dies nicht zu.

poison
poison
Grünschnabel
20 Tage 5 h

spritzen tut jo guat

Lingustar
Lingustar
Superredner
19 Tage 19 h

Die Grünen würden sich ganz gut als Vorkoster machen. Und wenn denen dann ein paar Hörner wachsen, dann kann man se auch besser erkennen…

ivo815
ivo815
Universalgelehrter
18 Tage 13 h

Typisch Südtirol. Gehe mal davon aus, dass es diesbezüglich bereits genügend empirische Langzeitstudien gibt. Warum also selbst dilletantisieren?

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