Flashmob in Bozen

Recovery Fund: Bürgerinitiative kritisiert Gelder für Schlachthof

Mittwoch, 28. April 2021 | 13:13 Uhr

Bozen – Die Bürgerinitiative #recoveryfund4 hat in Zusammenarbeit mit Extinction Rebellion SouthTyrol, Fridays for Future SouthTyrol, Allies for Liberation und Regala Zukunft, den Flashmob “Zukunft statt Schlachthöfe!” am Mittwoch den 28. April um 8.30 Uhr auf dem Waltherplatz in Bozen organisiert.

Die Aktion will laut Organisatoren auf die mangelnde Transparenz und Bürgerpartizipation rund um den EU-Recovery Fund aufmerksam machen und insbesondere das Vorhaben in Frage stellen, acht Millionen Euro in den Bau eines Schlachthofs in Bozen zu investieren.

Der Flashmob wird begleitet von einer Social Media Kampagne mit dem Hashtag #recoveryfund4 in der Bürgerinnen und Bürger ihre Ansichten darüber, wie der Recovery Fund verwendet werden soll, teilen können.

Südtirol bekommt vom Hilfsgeld der EU 2,4 Milliarden Euro, die insgesamt 47 Projekten zugutekommen sollen. Verbände und Bürgerinitiativen kritisieren allerdings, dass die Bürger zu wenig in die Planung mit einbezogen wurden.

„Wir demonstrieren gegen die geplante Investition von 8 Millionen Euro aus dem EU Recovery Fund für die Errichtung des öffentlichen Schlachthofs Bozen. Die EU-Hilfsgelder sind für die Bewältigung der durch die Pandemie erzeugten Krise einzusetzen – mit einem besonderen Augenmerk auf öko-soziale Nachhaltigkeit“, erklärt die Bürgerinitiative. Dies stehe in starkem Kontrast zur Tatsache, dass der Konsum tierischer Produkte, wie er in industrialisierten Ländern passiert, ein ausschlaggebender Treiber der Klimakrise und sozialer Ungerechtigkeit sei. Außerdem sei der Konsum tierischer Produkte schädlich für die Gesundheit und den Erhalt der Biodiversität. Zudem sei es wissenschaftlich inzwischen unumstritten, dass intensive Tierzucht Pandemien maßgeblich begünstigt.

„In Südtirol werden bereits jetzt Tiere aus dem Ausland importiert, damit sie hier geschlachtet werden, das heißt es gibt mehr Schlachthof-Kapazität als lokale Tierzucht bedienen könnte. Folglich stammt Fleisch von südtiroler Schlachthöfen aus schwer nachvollziehbaren Haltungsbedingungen, die neben der Begünstigung von Pandemien auch ethisch nicht vertretbar sind“, so die Initiative.

Ebenso sei dieses Projekt wirtschaftlich nicht nachhaltig: „UN-Studien beschrieben einen massiven Einbruch des Fleischkonsums im letzten Jahr und alles deutet darauf hin, dass dieser Trend auch nach der Pandemie weiter anhalten wird. Menschen weltweit erkennen, dass der Konsum tierischer Produkte, in der Form wie er insbesondere in industrialisierten Ländern passiert, nicht nachhaltig ist. Südtirol muss die Gelder des Recovery Fund zukunftsorientiert einsetzen, um diese wichtige Chance zum notwendigen Wandel nicht zu verpassen. Daher fordern wir: Gewächshäuser statt Schlachthöfe.“

Es sei essentiell, dass zukünftig Bürgerinnen und Bürger mitbestimmen können, wenn es um derart große Gestaltungsmöglichkeiten des Landes gehe, wie es der Recovery Fund ist. „Die Landesregierung wusste seit Sommer 2020 von dieser Chance, die Bürgerinnen und Bürger wurden jedoch nicht gebührend darüber informiert. Daher fordern wir: Neue Konzepte der Bürgerbeteiligung, wie Bürgerräte, müssen umgesetzt werden“, erklärt die Bürgerinitiative #recoveryfund4.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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18 Kommentare auf "Recovery Fund: Bürgerinitiative kritisiert Gelder für Schlachthof"


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Tratscher
12 Tage 23 h

Hab heut Früh im Radio Herrn David Hofmann von der Initiative gehört. Der Mann argumentiert einerseits mit falschen Zahlen (z. B. gäbe es laut ihm 40 Schlachthöfen in Südtirol) zum anderen redet er wirres Zeug, wenn er behauptet, die Bauern könnten quasi problemlos von der Viehzucht auf Anbauvarianten umsteigen. Ein weiterer Verfechter der Theorie Mich komme aus dem Tetrapack, Geld vom Bancomat und Strom aus der Steckdose.

Neumi
Neumi
Kinig
12 Tage 23 h

Veganer Bauernspeck …. mmmmh!

Soundgeist
Soundgeist
Grünschnabel
13 Tage 59 Min

Tiere aus der Massentierhaltung werden in Südtirol importiert um sie als “Made in Südtirol” zu vermarkten. Traurig, dass so ein Vorgehen von diesen Geldern unterstützt wird.

maxi
maxi
Tratscher
13 Tage 14 Min

Die Vereinigungen der Wohlstandskinder wollen auf sich aufmerksam machen, diese Forderungen können sie nur in Europa stellen, auf allen anderen Kontinenten dieser Welt würden sie erfahren was die primeren Bedürfnisse sind und würden auf dem Boden der Realität zurückgeführt. 

Soundgeist
Soundgeist
Grünschnabel
13 Tage 41 Min

Danke an Extinction Rebellion SouthTyrol, Fridays for Future SouthTyrol, Allies for Liberation und Regala Zukunft welche Für Aufklärung sorgen und für so etwas auf die Straße gehen👍

schlauer
schlauer
Tratscher
13 Tage 13 Min

Gute Initiative! Nur weiter so👍

primetime
primetime
Universalgelehrter
13 Tage 18 Min

Wie der Name schon sagt sollten diese Gelder ausnahmslos für die Folgen der Pandemie eingesetzt werden. Schlachthof lass ich noch so durchgehen, aber geknüpft daran dass arbeitslose eine fixe Stelle bekommen

Neumi
Neumi
Kinig
12 Tage 23 h

… oder dass – falls bisher keine gekündigt wurden – zumindest alle ihren Posten behalten.

primetime
primetime
Universalgelehrter
12 Tage 22 h

Richtig – alles was Arbeitsplätze schafft oder diese erhaltet. Auch Bereich digitalisierung.
Dass mit dem Geld aber Grünflächen geschaffen werden sollen bin ich strikt dagegen, denn es handelt sich ja um Coronahilfen

Neumi
Neumi
Kinig
12 Tage 6 h

@primetime Richtig, dafür gibt’s eigene Budgets.
Das Zweckentfremden von Unterstützungsbeiträgen haben wir zur Kunst erhoben.

Neumi
Neumi
Kinig
13 Tage 39 Min

Dann eben wieder in Argentinien geschlachtetest Fleisch, auch gut.

xXx
xXx
Universalgelehrter
12 Tage 21 h

Wenn man sich ausgewogene Vegan ernähren will, muss man die Lebensmittel auch von allen Ecken der Welt importieren.

Viele Argumente gegen das Schlachthofprojekt würde ich zwar unterstreichen, aber es gibt beim Thema Ernährung eben nicht nur Schwarz oder Weiß.

Soundgeist
Soundgeist
Grünschnabel
12 Tage 19 h

Hier geht nur sekundär um die Ablehnung von Fleischprodukten. Wie oben beschrieben werden in Südtirol, Tiere von anderen Ländern angekauft um sie hier als “made in Südtirol” zu vermarkten. Mit diesen Geldern wird also sowohl etwas sehr unethisches unterstützt, als auch nicht einmal die lokale Wirtschaft unterstützt.

HansGTT
HansGTT
Neuling
11 Tage 21 h

Sie haben recht, es gibt nicht nur Schwarz oder Weiß, z.B. ich bin Veganer und sehr gesund, und esse obst wie Soja, Linsen und andere Bohnen die Bio un aus Italien sind. Es ist scwiering aber nicht unmöglich, sich gut zu ernähren.

Laempel
Laempel
Tratscher
12 Tage 20 h
Die 2.400.000.000,00 Euro aus dem EU-Recovery Fund auf die Bevölkerung Südtirols aufgeteilt machen ca. 4.800,00 Euro pro Einwohner aus, die in diesen schwierigen Zeiten einfach jedem Südtiroler Bürger mittels Überweisung oder Scheck ad Personam ausgezahlt werden sollten. Damit wäre jedem einzelnen Südtiroler sicherlich viel mehr geholfen, als wenn man die 2,4 Milliarden für hochtrabende, nicht von allen erwünschte, nimmersatte Partikular-Projekte verplempert und dann dem Steuerzahler auch noch die daraus entstehenden Folgekosten aufbrummt. Versucht doch zumindest dieses eine Mal die einfachste, gerechteste, sinnvollste und wirklich jedem weiter helfende Lösung, und ihr werdet endlich einmal wirklich jeden Bürger entlasten und gleich behandeln!… Weiterlesen »
Soundgeist
Soundgeist
Grünschnabel
12 Tage 19 h

Klingt im ersten moment nicht übel einfach jedem das Geld zu überweisen, Ist aber sehr blöd. Wenn jeder so viel geld bekommen würde hätte das Geld keinen Wert mehr und die Preise würden steigen. Damit ist niemanden geholfen. Dieses Geld kann also nur substitioniert werden, indem damit gewirtschaftet wird.
Aber beim besten Willen nicht ein Schlachthof indem nicht mal die lokale Wirtschaft profitiert.

Entequatch
Entequatch
Grünschnabel
12 Tage 16 h

Wieso zuerst auf englisch protestieren, hab die max 10 berufsdemonstranten in der früh gesehen. Finde solche aktionen inzwischen nur mehr peinlich.

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
12 Tage 19 h
Hallo nach Südtirol, die Flashmob-Herrschaften mögen sich doch bitte vor den Discounterregalen aufbauen und den fleissigen Reingreifern erklären es gäbe durchaus Betriebe welche Fleischproduktion von Aufzucht bis Schlachtung im Sinne von Nachhaltigkeit und Lokalität anbieten. https://www.kral.bz.it Ob die Preisliste von den Angesprochenen so akzeptiert wird erfährt der Flashmob dann spontan und direkt vor Ort. Wer als Gast in diesem Sinne etwas unternehmen will kehrt in der Berggastronomie ein und bestellt bewusst Kitz,Bock,Lamm oder Wild,das kommt gewiss nicht aus den Massenschlachtereien  Ist mir ein Herzensanliegen, kauft nicht das TK-vorpanierte Schnitzelgelump, das kostet im Einkauf um 1 Euro, ein paar billige Pommes… Weiterlesen »
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