Ämter werden zusammengelegt

Revolution in den Gemeindestuben

Donnerstag, 18. August 2016 | 12:00 Uhr
Update

Bozen – Für die Gemeinden in Südtirol wird es ernst: Anstelle von unzähligen Ämtern soll es in Südtirol 40 Verwaltungseinheiten geben, in denen Dienste übergemeindlich zusammengelegt werden. Startschuss soll 2017 sein. Um den Bürgermeistern die bittere Pille als „Gebot der Zeit “ anzupreisen, sind Landeshauptmann Arno Kompatscher, Landesrat Arnold Schuler und Gemeinden-Präsident Andreas Schatzer jeden Abend in den Bezirksgemeinschaften unterwegs, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

Die geplante Reform der Verwaltung in den Gemeinden kommt einer kleinen Revolution gleich. Heute gibt es in jeder Gemeinde für jeden Dienst einen Beamten, auch wenn dieser in Kleingemeinden für mehrere Dienste zuständig ist.

Künftig soll es in jeder Gemeinde hingegen einen „Bürgerschalter“ geben, in dem der Parteienverkehr stattfindet und wo Dokumente abgeholt oder hinterlegt werden können. Gleichzeitig sollen sich Südtirols Gemeinden zu 40 Verwaltungseinheiten zusammenschließen, innerhalb dieser gewisse Dienste gemeinsam abgewickelt werden. Klassiker sind Bauamt, Buchhaltung und Steueramt. Die Städte sind ausgenommen.

Die Zusammenschau betrifft nicht nur kleine Gemeinden wie am Deutschnonsberg, sondern laut Schuler ist auch die Rede von mittelgroßen Gemeinden mit 5.000 Einwohnern. Als Beispiel für eine Verwaltungseinheit nennt er Naturns, Plaus und Schnals. Ob Partschins dazukommt oder zu Algund will, sei Gegenstand von Diskussionen. Dass Dienste zusammengelegt werden, daran führe allerdings kein Weg vorbei.

„Das wird gesetzlich festgelegt“, erklärt Schuler laut „Dolomiten“. Bei der Reform gehe es weniger um Einsparungen, sondern vielmehr um eine Verbesserung der Dienste. „Ämter müssen professioneller und effizienter werden“, erklärt Schatzer gegenüber den „Dolomiten“. Befinde sich der Buchhalter im Urlaub oder falle gar länger aus, liege gleich der betreffende Dienst still. Mit dem neuen Urbanistikgesetz werden die Bauämter sowieso übergemeindlich ausgerichtet.

Gleichzeitig nehmen die Anforderungen an die Beamten zu, entlegene Gemeinden suchen verzweifelt nach Sekretären. Dass man 2017 mit der Zusammenlegung starte, dem stehe somit nichts entgegen, erklärt Schatzer.

Wie die Bürgermeister das Vorhaben sehen, bleibt jedoch abzuwarten. Verwaltungseinheiten bedeuten logistische Schwerarbeit. Außerdem gilt es, aufgebauschte Strukturen wie in dn Städten zu vermeiden. Verwaltungseinheiten könnten aber auch dem Kirchtumdenken einen Riegel vorschieben – und das ist weit verbreitet.

Mit dem Gesetz, das unter dem Namen „institutionelle Reform“ läuft, will das Land zudem etliche Zuständigkeiten an die Gemeinden abtreten. Weil es aber maximal zwei bis drei pro Jahr sind, dürfte das Interesse verhalten sein.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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18 Kommentare auf "Revolution in den Gemeindestuben"


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jo
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

..sparmassnahmen in den gemeinden, in den krankenhäusern, bei der ausbildung usw…was bleibt sind gute politikergehälter!!

einstein
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Auch in der Politik spart man: man hat Gesundheit, Sport, Sozialwesen und Arbeit zusammengefasst und einer Lehrerin anvertraut.

jo
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

..pfiategott..sigsch wos aussakimmp!😄

Sued-tiroler
Neuling
1 Monat 9 Tage

Endlich mal eine Entscheidung was Sinn macht.
Gemeinden unter 5000 Einwohner zusammenlegen.

tresel
Tratscher
1 Monat 9 Tage

muisch lesen, net die gemeinden werden zommgelegt sondern dessen verwaltung.

Mikeman
Tratscher
1 Monat 9 Tage

sehr gut und sinnvoll,wichtig  die eingesparten Gelder werden dann nicht anderswo verpulvert sondern kommen der Gemeinschaft zu Gute.

Staenkerer
Superredner
1 Monat 9 Tage

wenn i richtig glesn honn geats nit um einsparung sondern um effiziens … so wie i de SVP einschätz wern eher nuie platzler gschoffn als eingsport … siehe sanität ban zommlegn vor a poor johr!

jo
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

..und daran glaubst du?

Wohlzeit
Neuling
1 Monat 9 Tage

Sehr gut. In Eppan hat man dies schon vor Jahren angedacht und von den Mächtigen erfolgreich abgewehrt. Bleibt abzuwarten, was passiert, wenn dies von Oben aufdiktiert wird.

jo
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

..super! Und dann fahren alle pustertaler nach bruneck, die eisacktaler nach brixen, die vinschgauer nach meran, der rest nach bozen..und in ein paar jahren alle noch bozen, weil wir wollen doch zentralisieren!! Und die, die das jetzt befürworten, stehen dann als die ersten vor dem landhaus und demonstrieren!!!

Staenkerer
Superredner
1 Monat 9 Tage

jo, a poor zwerggemeinden konn man ruhig auflösen ob. es geat heit jo olles in richtung zentralisierung!
als 0850 menschl derleb man jo heit kaum eppas auf der gemeinde, wenns nor, mit de jahre lei mehr a poor großgemeinden gib derleb a kloaner ohne beziehung holt gor nix mehr!

Steuerzahlerin
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Prettau  ist eine Gemeinde mit 571 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015) im Tauferer Ahrntal in Südtirol. Tolle Gemeinde mit allem drum und dran. Ausser Spesen nix gewesen

00
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Schon sehr eigenartig….das Land will einige Ämter in die Peripherie verlegen, die Gemeinden sollen nun ihre Ämter zusammenlegen und zentralisieren. Wenn ein Postamt, Gschäftl, oder Gerichtsgebäude in der Pampa schließt, dann der große Aufschrei. Was nun? Bürgernähe und Aufwertung des ländlichen Raumes, oder Zusammenlegung und Zentralisierung?

jo
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Genauso ist es..wer behält da noch den durckblick?

Jogl
Tratscher
1 Monat 9 Tage

Nächster Schritt noch mehr Zentralisierung, direkte Unterwerfung
Roms.  😁

brutus
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

…mal schauen ob sich die Leute hier auch so wehren wenn ein Service zentralisiert wird.

elmar
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

wenn den Bürgern kein großer Nachteil entsteht und nach einer gewissen Anlauf Zeit gut funktioniert finde ich es sinnvoll lassen wir uns überraschen

pfeifen
Neuling
1 Monat 9 Tage

warum immer nur bei den kleinen arbeitnehmern stellenabbau???? ich würde wenn es um einsparungen geht zuerst die unnötige region abschaffen!!! Danach die viel zu teuren abteilungsleiter (dirigenti)…mindestens die hälfte ist überflüssig und dann würde ich noch die Hälfte der Politiker zur Normalarbeit verbannen damit sie endlich mitbekommen was ein einfacher Arbeiter leisten muss, damit er über die Runden kommt!!!

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