Kommissar und Neuwahlen

Rösch zieht Resümee nach gescheiterten Verhandlungen

Donnerstag, 05. November 2020 | 13:27 Uhr

Meran – Am Tag nach dem letzten gescheiterten Versuch zur Bildung einer Stadtregierung zog Bürgermeister Paul Rösch heute bei einer Pressekonferenz ein Resümee und warf auch einen Blick in die Zukunft.

„Natürlich bin ich nach den langen Wochen der Verhandlungen, in denen ich oft von frühmorgens bis spät in der Nacht gearbeitet habe, enttäuscht. Ich habe bis zuletzt daran geglaubt, dass ein Kompromiss möglich ist und eine kommissarische Verwaltung vermieden werden kann“, sagte Rösch.

Ein Kommissar bedeute für die Stadt monatelangen Stillstand, weil er ohne demokratische Legitimation keine großen Entscheidungen treffen werde. „Angesichts der derzeitigen Krise ist es umso schädlicher für die Stadt, wenn Investitionen nicht erfolgen und Projekte stehen bleiben“, so Rösch.

Er sei selbstkritisch genug, um sich auch selbst zu hinterfragen und zu überlegen, ob er etwas hätte anders oder besser machen können. „Vielleicht ist das so. Unter dem Strich kann ich sagen: Ich habe alles versucht und kann auch morgen noch in den Spiegel schauen“, sagte Rösch.

„Wir haben verschiedene Konstellationen mit unterschiedlichen Partnern und Mehrheiten vorgeschlagen, die ich mir alle hätte vorstellen können. Die Kompromissbereitschaft war leider nicht auf allen Seiten so groß“, so der Bürgermeister. „Wer in einer Verhandlung von Beginn an nur eine einzige Lösung zulässt und keinerlei Spielräume einräumt, ist vielleicht gar nicht daran interessiert, einen Kompromiss zu finden. Mir danach umgekehrt Kompromisslosigkeit oder ein Diktat von oben vorzuwerfen, ist einfach unehrlich und scheinheilig.“

„Es gibt zweifellos einige in der Stadt, die einen Kommissar und Neuwahlen für ein besseres Ergebnis halten als eine Stadtregierung unter meiner Führung. Wer das ist, das kann jeder und jede selbst bewerten. Die Wählerinnen und Wähler werden entscheiden, ob sie dieses Verhalten gutheißen oder nicht“, erklärte Rösch.

Kommissar und Neuwahlen

Die Regierung in Rom wird nun im Einvernehmen mit der Landesregierung in den kommenden Tagen einen Kommissar oder eine Kommissarin ernennen. Damit gilt der Gemeinderat als aufgelöst. Die kommissarische Verwaltung geht solange weiter, bis Neuwahlen durchgeführt wurden. Diese finden voraussichtlich im Frühjahr statt. Angesichts der Coronakrise könnte es jedoch gut sein, dass es deutlich länger als ein halbes Jahr dauert, bis Meran wieder eine demokratisch legitimierte Regierung hat.

„Es tut mir vor allem leid um die vielen Projekte und Initiativen, die wir angestoßen haben und von denen diese Stadt langfristig profitiert hätte. Die liegen jetzt zumindest vorerst auf Eis. Und es tut mir auch leid um das inspirierende Team, dass wir in den letzten Monaten aufgebaut haben, mit vielen jungen, engagierten Frauen und Männern, die mit Weitblick und mit klaren Ideen an einer offenen und nachhaltigen Stadt mitbauen wollen. Doch ich bin mir sicher, dass ihre Begeisterung und ihr Einsatz für Meran weitergehen werden – genauso wie meiner, denn diese Stadt liegt mir am Herzen. In welcher Rolle das sein wird, werde ich mit einigen Tagen Abstand entscheiden“, so Rösch abschließend.

Von: luk

Bezirk: Burggrafenamt

Kommentare

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16 Kommentare auf "Rösch zieht Resümee nach gescheiterten Verhandlungen"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
hoffnung
hoffnung
Tratscher
20 Tage 6 h

Da hat Kury wohl falsch eingeflüstert…..

Server
Server
Superredner
20 Tage 3 h

@ hoffnung
Frau Kury hat sicher nichts falsch geflüstert, die “Grand Dame” der Grünen hat sich nicht eingemischt. Ich finde es sehr sehr schade, dass Frau Kury und Herr Rösch in Meran so angebiedert werden.

Andreas
Andreas
Universalgelehrter
20 Tage 1 h

@Server die kuri hot sich nit inngmischt!!! de isch neben ihm kuckt und er hot laut gsog wos sie ihm eingflüster hot

Server
Server
Superredner
20 Tage 1 h

@ Andreas
Sem woasch du mehr als i, obr i bin ollbm nou auf der Seit vun Rösch. I wohn zwor nimmer in Meran, bin ober olbn nou “eingfleischter’ Meraner und des isch mir ‘nit recht und guat’, wos do ogeat. Sogor die Frau Unterberger wor fürn Rösch und sell sog Einiges…..

Andreas
Andreas
Universalgelehrter
20 Tage 4 h

i tat sogen zrugtreten aus der politik! wenn man nit fähig isch a regierung zu bilden

Andreas
Andreas
Universalgelehrter
20 Tage 4 h

iatz hobmer 5 johr lei an puff kop!!! nor wermer des holbe johr a nou ummerkriagen.

algunder
algunder
Superredner
20 Tage 4 h

pfiati rösch!!
net dass i mi jetz auf die seit der svp stell ( gonz sicher net!! ) obor wia men sou schian sog
wia menn in wold inni schreit , sou kims auf uan zrug 🤔🤣

moler
moler
Superredner
20 Tage 4 h

Er weiß genau, daß bei Neuwahlen seine Partei eventuell ein paar Prozentpunkte mehr einheimsen wird. Deswegen gab es für ihn nur diesen einen sturen Weg.
Und jetzt die Schuld allen anderen in die Schuhe schieben. Bravo😡

vitus
vitus
Tratscher
20 Tage 2 h

Wenn man die letzten 5 Jahre Entwicklung in Meran betrachtet, wird ein Kommissar für 6 Monate in Meran nicht auffallen. Läuft sich aufs selbe raus!

Tottomandl
Tottomandl
Grünschnabel
20 Tage 2 h

Rösch isch holt agrüner sturkopf

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
20 Tage 6 Min

Typisch Anguriepartei innen Rot aussen Grün!

MarkusKoell
MarkusKoell
Tratscher
20 Tage 3 h

Neuwahlen und gut ist 😉 

Two
Two
Grünschnabel
20 Tage 1 h

Rücktritt!!!

Chrys
Chrys
Grünschnabel
20 Tage 1 h

Es ist doch zum Kopfschütteln wenn man immer den anderen die Schuld gibt. Der Bürgermeister hat den Auftrag die Stadtregierung zu bilden. In Anbetracht der Stimmenstaerke der vorhanden Parteien und des Regierungsauftrages hätte man fuer die Liste Roesch den Buermeistersessel und 2 Assessorate verlangen sollen, hätte der SVP 3 Posten und der Lista Civica 2 Posten zugestehen sollen. 
So aber kann man sich beim besten Willen nicht des Eindruckes erwehren, dass man entweder einen möglichen Koalitionspartner lächerlich machen wollte oder an eine Regierungsbildung nicht interessiert war. 

Chrys
Chrys
Grünschnabel
20 Tage 1 h

Vielleicht wird Durnwalder Kommissar. 

Lucky
Lucky
Grünschnabel
19 Tage 23 h

Alle jetzigen Gemeinderatsmitglieder und Bürgermeister von Meran sollten sich imFrühjahr nicht mehr der Wahl stellen dürfen, dann würde diesesTheater mit der Regierungsbildung in Zukunft schon langsam aufhören.

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