Landesrat Achammer und Minister Bussetti besiegeln die Lösung

Rom: Weg frei für Anerkennung neuer Studientitel

Donnerstag, 18. Juli 2019 | 07:13 Uhr

Bozen/Rom – Über die Anerkennung von gleich zwei Arten von österreichischen Studientiteln in Italien hat Bildungslandesrat Philipp Achammer am Dienstag mit Marco Bussetti, Minister für Bildung, Universität und Forschung in Rom gesprochen. “In einem Punkt”, so bewertet Achammer das Ergebnis, “ist ein echter Durchbruch gelungen.” Es handelt sich dabei um die Anerkennung des neuen Lehramtsstudiums.

Tags zuvor hatte das bilaterale Komitee Österreich-Italien für die Anerkennung von Studientiteln die Weichen dafür gestellt. Das Komitee besteht aus Vertretern der Unterrichts- und Außenministerien in Wien und Rom. Auch Vertreter der Universität Innsbruck und die Expertinnen der Landesabteilung Bildungsförderung waren anwesend.

Achammer: „Durchbruch bei neuem Lehramt“

Das Lehramtsstudium befähigt die Absolventen, an Südtirols Mittel- und Oberschulen zu unterrichten. Österreich hatte dieses Studium zuletzt reformiert, weshalb die Anerkennung in Italien fehlt. Laut Achammer war dies nun sehr dringlich: “Denn es sind bereits sehr viele Südtirolerinnen und Südtiroler in den entsprechenden Studiengängen eingeschrieben.” Nach der Verhandlungsrunde am Montag und dem gestrigen Treffen mit Minister Bussetti spricht Achammer von einem “Durchbruch”: Italien erkennt die Grundstruktur des neuen Studiums an. “Damit ist die Basis für die Anerkennung gelegt”, fasst Achammer das Ergebnis zusammen.

Lösung für Fachhochschul-Titel in Sicht

Auch ein zweiter Punkt ist aus Südtiroler Sicht wichtig: die Anerkennung der Ausbildung an österreichischen Fachhochschulen, an denen es ebenfalls viele Studierende aus Südtirol gibt. Da es in Italien keine übereinstimmenden Bildungseinrichtungen gibt, erkennt Italien die entsprechenden Studien nicht an. “Nun tut sich ein Weg auf”, berichtet Achammer. Er war sich mit Minister Bussetti einig, dass diese Studien mit den italienischen “Percorsi professionalizzanti” (eine Art berufsspezifische Studien) vergleichbar sind und ihnen gleichgestellt werden könnten. “Das wäre ein wirklicher Fortschritt”, bewertet Achammer die Lage: “Daher werden wir nun zügig weiter verhandeln, um auch hier zu einem raschen Ergebnis zu kommen.”

Recht auf Muttersprache

Bekanntlich erfolgt die Studientitelanerkennung zwischen Österreich und Italien auf Basis des Pariser Abkommens in einem Notenwechsel zwischen den Bildungs- und Wissenschaftsministerien der beiden Länder. Um nicht jedes Studium einzeln anerkennen zu müssen, gibt es dazu eine Vergleichstabelle. Sie wird laufend durch die neuesten, übereinstimmenden Studien aktualisiert. In der gestrigen Verhandlungsrunde ist es darum gegangen, die Durchlässigkeit und schnelle Anerkennung der betroffenen Studien zu erreichen. “Dies ist auch deshalb wichtig, weil es den Südtiroler Studierenden das Recht auf ein Studium in ihrer Muttersprache gewährt”, sagt Achammer.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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10 Kommentare auf "Rom: Weg frei für Anerkennung neuer Studientitel"


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toeeuni
toeeuni
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

und wen interessieren diese zwei staaten? wie wärs damit dass ich überall in Europa den titel öffentlich anerkannt habe

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 6 Tage

Ja, das wäre ein großer Schritt nach vorne. Aber dazu bräuchte es dann auch erst mal gesamteuropäische Standards. Momentan ist das alles noch so chaotisch, dass es für jeden Ausbildungszweig einzelne Abkommen zwischen einzelnen Staaten gibt.

Popeye
Popeye
Superredner
1 Monat 6 Tage

Der beste Weg waere ein EU Verfahren gegen Italien anzustreben. Die ignorieren schlichtweg Europaeischen Abkommen, und nicht nur im Bereich Studientitel. Es wird Zeit das Rom mal hart in die Schraenke verwiesen wird. Und wenn die glauben dass “Siamo in Italia” der Gipfel der Perfektion raepraesentiert, wohl, arrivederci dann.

nuisnix
nuisnix
Superredner
1 Monat 6 Tage

Was würde Rom dann in den Schraenken machen?

Savonarola
1 Monat 6 Tage

Kaum, dass in Rom lauhwarm gefurzt wird, wird daraus ein “ja” zu Südtirol gerochen und sofort eine sensationalistische Erfolgsmeldung gemacht. Dann ist immer von “Durchbruch in Rom” und “Meilenstein in der Autonomiegeschichte” die Rede. Aber bevor es nichts endgültiges Schriftliches gibt, ist denen nicht zu trauen, und oft langt nicht einmal das. Siehe die Erfolgsgeschichten Sonderfond, Sanität, Führungskräfte, usw. und auch die Brennerautobahnkonzession (die ja schon im letzten Oktober unter Dach und Fach hätte sein sollen).

Kurt
Kurt
Kinig
1 Monat 6 Tage

Widea à Schritt, bravo 👍👍

toeeuni
toeeuni
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

ja hallo nur mehr durchbrüche und paukenschläge gegen rom oder wie oder was?!

berthu
berthu
Superredner
1 Monat 6 Tage

Der ganze Artikel ist wohl nur eine unverbindliche Ankündigung, nachher ist wie vorher, das kennt man.
“Basis für die Anerkennung gelegt…gleichgestellt werden könnten…echter Durchbruch gelungen…Nun tut sich ein Weg auf…wäre ein wirklicher Fortschritt…”
Was nu? IST, oder nur vielleicht?

giftzwerg
giftzwerg
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

ich verstehe nicht wieso italien europeischebtitel nicht anerkennt.
gehört  italien nicht zu europa?
 was ist europa ?steueroasen und  ein hin und herfahren von billigprodukte   ?

mandorr
mandorr
Tratscher
1 Monat 6 Tage

Wie schaffen die das nur immer???

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