FBI ermittelt zum Täter

Schütze erscheint für Schüsse bei Trump-Dinner vor Gericht

Montag, 27. April 2026 | 10:53 Uhr

Von: APA/AFP/dpa

Nach den Schüssen während des Korrespondenten-Dinners mit US-Präsident Donald Trump soll der mutmaßliche Angreifer am Montag einem Bundesgericht vorgeführt werden. Er erwarte, dass der 31-Jährige dabei formell beschuldigt werde, sagte US-Justizminister Todd Blanche dem Fernsehsender CBS. Der Mann kooperiere nicht mit den Ermittlern, fügte er hinzu.

Aus Ermittlerkreisen war am Sonntag verlautet, der mutmaßliche Täter habe Trump und mehrere US-Regierungsmitglieder töten wollen. Trump selbst äußerte sich ähnlich und bezeichnete ihn als “sehr gestörten Mann”. Der Schütze habe ein anti-christliches Manifest verfasst, erklärte der Präsident weiter.

Der Vorfall hatte sich am Samstagabend im Washington Hilton Hotel in der US-Hauptstadt ereignet, wo das alljährliche Dinner der White-House-Korrespondenten stattfand. Während Trump, seine Frau Melania und mehrere Regierungsmitglieder sowie hunderte weitere Gäste im Ballsaal saßen, fielen an einer Sicherheitskontrolle ein Stockwerk über dem Veranstaltungsort Schüsse.

Ein Mitarbeiter des Secret Service wurde bei einem kurzen Schusswechsel von einer Kugel an seiner Schutzweste getroffen, der Täter wurde von Sicherheitsleuten überwältigt und festgenommen. Sicherheitsmitarbeiter brachten Trump, seine Frau und Regierungsmitglieder rasch aus dem Raum, andere Gäste suchten Schutz unter Tischen und auf dem Boden. Im Saal selbst wurde niemand verletzt.

Mehrere Waffen mitgeführt

Nach Behördenangaben war der Angreifer mit einem Gewehr, einer Handfeuerwaffe und Messern bewaffnet. Laut US-Medien handelt es sich um einen 31-jährigen Maschinenbau-Ingenieur aus dem US-Staat Kalifornien. Von US-Medien wurde er als Cole Tomas Allen aus der Stadt Torrance identifiziert. Wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete, durchsuchten schwer bewaffnete Spezialkräfte der Bundespolizei FBI am Samstagabend ein Haus in dem Ort nahe Los Angeles.

Das genaue Motiv der 31-Jährigen ist noch unklar. US-Medien zitierten Auszüge aus dessen Manifest des Angreifers mit religiösen Bezügen. Demnach habe der Angreifer mit Kritik gerechnet, seine Tat sei nicht mit christlichen Lehren vereinbar. Der Angreifer schrieb in seinem gut 1.000-Worte langen Schriftstück: “Regierungsvertreter (mit Ausnahme von Herrn Patel): Sie sind Ziele, priorisiert vom ranghöchsten bis zum rangniedrigsten.” Mit “Herrn Patel” ist vermutlich FBI-Direktor Kash Patel gemeint – warum dieser ausdrücklich ausgenommen werde, gehe aus dem Manifest jedoch nicht hervor.

Trump werde im Dokument an keiner Stelle namentlich erwähnt, hieß es. Laut “New York Times” schrieb der Angreifer, er sei nicht länger bereit, zuzulassen, dass “ein Verräter” seine Hände mit Verbrechen beflecke. Mitarbeiter des Secret Service seien “nur dann Ziele, wenn es unbedingt notwendig sei”. Gäste und Angestellte des Hotels seien “überhaupt keine Ziele”. Unterzeichnet habe der Angreifer sein Manifest mit “Freundlicher Bundesattentäter”. Die “New York Post” veröffentlichte den Text in voller Länge.

Reagan 1981 am gleichen Ort angeschossen

Der frühere US-Präsident Barack Obama verurteilte die Schüsse am Rande der Gala-Veranstaltung mit Trump. “Auch wenn wir die Details des Motivs hinter den Schüssen beim gestrigen Dinner der White-House-Korrespondenten noch nicht kennen, liegt es in der Verantwortung von uns allen, die Vorstellung zurückzuweisen, dass Gewalt irgendeinen Platz in unserer Demokratie hat”, erklärte Obama am Sonntag im Onlinedienst X.

Trump war in den vergangenen zwei Jahren bereits zwei Attentaten entgangen. Im Juli 2024 schoss ein Mann während einer Wahlkampfveranstaltung im US-Staat Pennsylvania auf ihn, die Kugel streifte den damaligen Präsidentschaftskandidaten am Ohr. Im September 2024 wollte ein Mann Trump in Florida beim Golfspielen erschießen. Der 59-Jährige wurde gefasst und Anfang Februar zu lebenslanger Haft verurteilt.

Im Washington Hilton, wo das Korrespondenten-Dinner am Samstag zum wiederholten Mal stattfinden sollte, hatte 1981 ein Mann den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan angeschossen und schwer verletzt. Reagan überlebte das Attentat.

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