Kinder- und Jugendanwaltschaft warnt vor Folgen

“Schulen müssen offenbleiben”

Donnerstag, 28. Januar 2021 | 12:02 Uhr

Bozen – Die Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller begrüßt den von der Landesregierung geplanten Massentest für 25.000 Oberschülerinnen und Oberschüler: „Die Schulen sind die letzten, die geschlossen werden dürfen. Der Fernunterricht ist eine Übergangslösung, kann den Präsenzunterricht aber keinesfalls ersetzen, denn auch wenn er noch so gut geplant ist, fehlt der persönliche Kontakt zu Mitschülern und Lehrern. Immer mehr junge Menschen ziehen sich sozial zurück und können nicht so leicht aufgefangen werden.“

Der Alltag der Jugendlichen sei durch die Pandemie auf den Kopf gestellt: “Der Tagesrhythmus ist durcheinandergeraten, die Zeiten, welche am PC oder vor elektronischen Geräten verbracht werden, nehmen zu und es fehlt die Bewegung. Aktuell werden soziale Kontakte, die in der Schule und in der Freizeit möglich waren, auf die digitale Welt verlagert und auch der Unterricht findet teilweise vor dem Bildschirm statt. Besonders jungen Menschen, die bereits ein kritisches Konsumverhalten in Bezug auf die Internetnutzung zeigen, schadet es, wenn die computerfreien Zeiten noch seltener werden. Durch die Coronapandemie wird sich die Internetsucht auch deshalb ausweiten, weil viele Kinder und Jugendliche das Spielen am PC und die sozialen Medien als Stressabbau nutzen. Bereits vor der Pandemie sind junge Menschen in die virtuelle Welt geflohen, mit den Einschränkungsmaßnahmen haben sich viele nicht nur zu Hause eingesperrt, sondern auch selbst der Außenwelt verschlossen und sind damit in einem gefährlichen Teufelskreis. Meine Gedanken sind beim 9-jährigen Buben aus Bari und beim Mädchen aus Palermo, das ersten Erkenntnissen zufolge bei einer Internet-Mutprobe ums Leben gekommen ist. Hier tragen auch wir als Gesellschaft ganz klar die Verantwortung“, so die Kinder- und Jugendanwältin.

Schulen, die bei Beachtung der Schutzmaßnahmen laut einer US-Studie kein erhöhtes Risiko aufweisen sich zu Infektionsherden zu entwickeln, seien für viele Kinder und Jugendliche ein sicherer Ort, der es ihnen ermöglicht, in Ruhe und unter angemessenen Bedingungen lernen zu können. “Nicht alle Familien verfügen über die notwendigen technischen Mittel und strukturellen Rahmenbedingungen, um dies zu ermöglichen”, so Höller.

“Auch die Problematik von Jugendlichen mit sozialen Ängsten oder Schulangst verhärtet sich aufgrund der Tatsache, dass sie die Schule nicht mehr regulär besuchen dürfen. Nach so einer langen Pause ist der Schritt wieder die Schule zu betreten oft eine große Hürde, die umso größer erscheint, je länger sie zu Hause bleiben müssen.” Die Kinder- und Jugendanwältin begrüßt daher die geplanten Screenings, die die Offenhaltung der Schulen und damit das Recht auf Bildung und Sozialisierung sicherstellen. „Eine weitere Schließung der Oberschulen würde die psychische Gesundheit unserer Jugendlichen massiv gefährden,“ fasst Höller zusammen.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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14 Kommentare auf "“Schulen müssen offenbleiben”"


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Steinbock 1
Steinbock 1
Tratscher
28 Tage 5 h

Schulen dicht machen besonders die Oberschule

Joo
Joo
Grünschnabel
28 Tage 5 h

Jo dir fahlts jo gonz groub

versteherin
versteherin
Tratscher
28 Tage 5 h

Steinbock1…vielen ist der tägliche Macchiato in der Bar oder das Glasl Wein natürlich wichtiger als die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen. Ganz blöd, dass jetzt die Schulen offen bleiben und nicht die so beliebten Bars, wo sich so mancher Mittelschulabbrecher und Mehrmalshockenbleiber mit seinesgleichen ohne Maske und Abstand hat treffen können.

Steinbock 1
Steinbock 1
Tratscher
28 Tage 4 h

@versteherin i bin ja der für schließen der Oberschule ich brauche keinen macciato oder Wein bin zu Hause

Tantemitzi
Tantemitzi
Universalgelehrter
28 Tage 3 h
versteherin ….. ich brauch keinen Macchiato und auch kein Restaurant! und mir wär 10 x lieber wenn zumindest die Oberschulen dicht wären – ich hab jeden Tag Angst, dass meine Kinder krank nach Hause kommen und Omas und Opa anstecken! Selber passen wir ALLE (jung und älter) jeden Tag auf, pflegen kaum soziale Kontakte, halten uns an alle Vorsichtsmaßnahmen …. der einzige wunde Punkt ist die Schule. Leider nehmen es noch viel zu viele nicht so genau und können dann im Bus oder in der Schule andere anstecken! Und darauf würde ich liebend gerne verzichten – noch dazu wo in… Weiterlesen »
Joo
Joo
Grünschnabel
28 Tage 2 h

Jo sel merkt man das du fir die schieaung bisch weil macchiato schreib man mit cch

wellen
wellen
Universalgelehrter
28 Tage 5 h

Liebe Frau Höller, schön und gut, aber Sie wissen schon, dass die Tests freiwillig sind und dass gerade die Jungen nicht hingehen, weil sie sich nicht in Quarantäne einsperren lassen wollen. Außerdem: der Sanitätsbetrieb hat nicht mal ausreichend Personal für solche Aktionen.Und Massentests sind völlig unwirksam.

Joo
Joo
Grünschnabel
28 Tage 1 h

Woher kimmp bitte de ständige behauptung, dass die jungen net zu die tests gien. Wer sel wirklich denkt hot groase probleme. Die jungen gien net wieniger zun test als wie erwochsene.

corona
corona
Superredner
28 Tage 4 h

Sehr geehrte Frau Höller,
kommt von Ihnen eigentlich auch einmal etwas Neues, Wichtiges? Bisher habe ich von Ihnen nur Allgemeinplätze und Banalitäten gehört, die jeder halbwegs denkende Mensch eh schon weiß.

corona
corona
Superredner
28 Tage 4 h
Und übrigens, Frau Höller: Es mag ja alles stimmen, was Sie da sagen (auch wenn es schon zig-Mal vor Ihnen durch andere in der Öffentlichkeit gesagt worden ist…). Und jeder, der auch heute noch in Schulen ein und aus geht, weiß genau, was los ist. In der Klasse passt alles, aber vor und nach dem Unterricht, im Klo, im Bus und an den Haltestellen – in der Freizeit an bei Jugendlichen beliebten abgeschiedenen Örtchen… omei omei! Das ist die grausame Ironie: 1. Jugendliche haben sich zu allen Zeiten unbesiegbar und unsterblich gefühlt (ging mir auch so), 2. außerdem haben sie einen… Weiterlesen »
Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
27 Tage 23 h

Hallo @corona,

das passt alles so wie beschrieben, unterschreib ich.

Man verlangt von 12-18-Jährigen seit Monaten Disziplin bei Sozialkontakten und Freizeitvergnügen. Das ist utopisch, weltfremd.
Vo 35 Jahren hätte ich mir ebenso einen Spass daraus gemacht jedwedes Verbot provokant zu missachten..

Wr da minus drückt ist leider nicht von diesem Planeten oder war noch Flakhelfer und erwartet die Jugenddisziplin indiesem Coronakrieg

Auf Wiedersehen in Südtirol

xyz
xyz
Superredner
28 Tage 1 h

Schulen sind offen- auf Kosten der Gesundheit der Lehrer sowie Angehöriger von Schülern & Lehrern.
Immer wieder muss man streiten, dass Jugendliche die Maske ordnungsgemäß tragen, Lehrer arbeiten weiter….egal ob Kollegen oder Schüler positiv getestet wurden…es wird alles getan um die Schule am Laufen zu halten, ohne Rücksicht auf Verluste….
Läge Frau Höller und Herrn Achammer wirklich etwas daran, dann würde jede Lehrperson jeden Tag eine FFP2 Maske bekommen….
Aber nein…eine chirurgische reicht bei den Lehrern (und selbst die sollte man sich am Besten selbst besorgen)…
Bildung ist in Südtirol bald nur mehr eine Kinderaufbewahrung…Südtirol sollte sich schämen!

Vonmiraus
Vonmiraus
Grünschnabel
28 Tage 2 h

@steinbock
Anhand ihrer Rechtschreibung kann man sehen, dass sie wahrscheinlich selber kaum eine Schule von innen gesehen gaben. Deswegen nehmen sie wohl an, dass andere auch keine Schule brauchen?!🙈

pustramadl
pustramadl
Grünschnabel
28 Tage 1 h

270 Infizierte in den Schulen + Angehörige in einer Woche. Das sind über 1000 . Habe selbst 3 Schüler und wünsche mir, dass die Schule offen bleiben. Aber ist dieser Wunsch zu rechtfertigen?

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