Anfrage vom Team Köllensberger im Landtag

Sicheres Rodeln: Die Landesregierung in der Pflicht 

Mittwoch, 02. Oktober 2019 | 20:56 Uhr

Bozen – Spätestens zu den Olympischen Spielen 2026 in Südtirol wird das Thema Naturbahnrodeln auf der sportlichen Agenda ganz oben stehen. Da Italien als Austragungsort drei zusätzliche Disziplinen ins olympische Programm aufnehmen darf, steht vor allem bei den Südtiroler Sportfunktionären die Einführung des Naturbahnrodelns als Olympia-Disziplin an vorderster Stelle. Mit einer Anfrage im Landtag will das Team Köllensperger wissen, ob die Landesregierung für die bevorstehenden Winter an Sensibilisierungsmaßnahmen zum sicheren Rodeln gedacht hat.

Südtirol hat sich im Bereich Rodeln eine starke Kompetenz im internationalen Vergleich erarbeitet. Die überaus zahlreichen Rodelchampions (Olympiasieger, Weltmeister, Europameister und so weiter) im Kunstbahn- und Naturbahnrodeln sind internationale Aushängeschilder. Sie sind die Speerspitzen für einen Breitensport, das Freizeitrodeln, das in Südtirol auf über 140 Rodelbahnen von Einheimischen und Gästen praktiziert wird.

Laut der bisher einzigen in Südtirol durchgeführten Erhebung zum Rodelsport aus dem Jahr 2012 geht hervor, dass an Spitzentagen auf allen Bahnen in Südtirol an die 33.000 Rodler unterwegs sind. Mittlerweile kann von einem wesentlich höheren Wert ausgegangen werden.

Das bedeutet, dass an die 1,5 Millionen Rodler in einer Wintersaison aktiv sind. Dass Rodeln in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung zu nimmt ist der Tatsache geschuldet, dass es als Alternativ- oder Zusatzsportart zum Skilauf und anderen Wintersportarten angesehen wird.

Mit Olympia im Rücken und dem Winter 2019/20 vor der Türe, dürfte der Gesetzentwurf des Landtagsabgeordneten Alex Ploner (Team Köllensperger), das sogenannte Rodelgesetz, wieder in den Fokus rücken. Der Entwurf wird demnächst im Landtag diskutiert, wurde allerdings in der Gesetzgebungskommission von der SVP abgelehnt. Als Begründung wurde angeführt, dass mit dem Gesetz zu viele Kosten und bürokratische Hürden auf Rodelbahn- und Rodelwegbetreiber zukommen würden.

„Angesichts der steigenden Zahl an Freizeitsportler, an Anbietern und Betreibern, ist es aus meiner Sicht unumgänglich Abhilfe zu leisten und Südtirol aus dem Gesetzes- und Verordnungsvakuum zu heben. Ziel war für mich vor allem die Schaffung von mehr Rechtssicherheit dieses Breiten- und Freizeitsports. Es gilt zumindest einen Mindeststandard an Sicherheit und Qualität einzuführen, wie es zum Beispiel das Land Tirol mit der Einführung des „Rodelbahn Gütesiegels“ im Jahr 2009 gemacht hat. Zudem befindet sich der Verein „Sicher Rodeln – Slittino sicuro“ vor der Auflösung, der sich in den letzten zehn Jahren ehrenamtlich um den gesamten Sektor gekümmert hat“, gibt Alex Ploner zu bedenken.

„Es muss den politisch Verantwortlichen bewusst sein, dass die Notwendigkeit besteht, gezielte Maßnahmen zu ergreifen und Informationen zur Verfügung zu stellen, um vor allem bei Betreiber/innen wie Nutzern von Rodelbahnen und Rodelwegen den Sicherheitsaspekt dieses, in keinem eigenen Landesgesetz geregelten Breiten- und Freizeitsport hervorzuheben. Wir haben zudem zehn Jahre lang ehrenamtlich Sensibilisierungs- und Beratungsarbeit geleistet, die nunmehr brachliegen wird“, sagt das Gründungsmitglied des Vereins „Sicher Rodeln“ Uta Radakovich.

Bei Vorlage des Gesetzentwurfes durch das Team Köllensperger haben unter anderem SVP-Fraktionssprecher Gert Lanz und Sport-Landesrat Arno Kompatscher (SVP) auf die Wichtigkeit von Aufklärung und Beratung für den Bereich Rodeln hingewiesen, lehnen allerdings eine gesetzliche Regelung für den Naturrodelsport ab.

Mit einer Landtagsanfrage will das Team Köllensperger nun wissen, ob es nicht bei reinen Lippenbekenntnissen der SVP geblieben ist und es für den kommenden Winter einen Plan beziehungsweise konkrete Sicherheits-Projekte zum Thema „Sicheres Rodeln“ gibt. Auch wird angefragt, ob das Berufsbild des Rodellehrers zum Beispiel als Zusatzqualifikation für Skilehrer eingeführt werden kann.

 

 

 

Von: bba

Bezirk: Bozen

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