Überarbeiteter Antrag soll Inklusion stärken

Sonnenblumenband kommt in den Landtag

Freitag, 30. Januar 2026 | 14:15 Uhr

Von: Ivd

Bozen – Der Südtiroler Landtag befasst sich in seiner nächsten Sitzung mit dem Beschlussantrag Nr. 336/25 zur Einführung des sogenannten Sunflower Lanyard, des Sonnenblumenbands. Das international verwendete Symbol soll dazu beitragen, unsichtbare Behinderungen und chronische Erkrankungen im Alltag sichtbar zu machen und Betroffenen den Zugang zu mehr Verständnis und Unterstützung zu erleichtern.

Der Antrag wird in überarbeiteter Form im Plenum behandelt. Zuvor war der Text im Zuge der parlamentarischen Debatte bewusst zurückgestellt worden, um Kritikpunkte aufzugreifen und inhaltliche Anpassungen vorzunehmen. Nach Angaben der Antragsteller wurde der Vorschlag in mehreren Gesprächen weiterentwickelt, um ihn mit den unterschiedlichen Positionen im Landtag und den praktischen Anforderungen der betroffenen Stellen in Einklang zu bringen.

Am Kernanliegen habe sich jedoch nichts geändert, heißt es: Das Sonnenblumenband soll eine einfache, freiwillige und nicht diskriminierende Möglichkeit bieten, auf nicht sichtbare Einschränkungen aufmerksam zu machen – etwa im öffentlichen Raum, bei Dienstleistungen oder im Bereich der Mobilität. Neue Verpflichtungen oder Zertifizierungen sind mit der Einführung nicht vorgesehen.

Unterstützung erhält das Instrument auch aus der Praxis. Alessandro Zanforlin, Arzt, Vater eines autistischen Kindes und Mitglied des Vereins GretA, schilderte im Rahmen der Diskussion eine persönliche Erfahrung während einer Reise nach Dänemark. Dort habe das Sonnenblumenband in einer Stresssituation geholfen, rasch Unterstützung durch das Personal zu erhalten. Dadurch seien die Bedürfnisse seiner Tochter für Außenstehende unmittelbar erkennbar gewesen.

Auch der Antragsteller Franz Ploner (Team K) verweist auf den überarbeiteten Text als Ergebnis eines politischen Dialogs. Der Prozess zeige, dass es möglich sei, unterschiedliche Sichtweisen aufzunehmen und zu einer gemeinsamen Lösung zu gelangen, die betroffenen Menschen und ihren Familien konkret zugutekomme.

Die Debatte im Landtag gilt nun als wichtiger Schritt, um das Bekenntnis Südtirols zu mehr Inklusion und gesellschaftlicher Sensibilität zu unterstreichen. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Bedürfnisse von Menschen mit unsichtbaren Behinderungen zu stärken und gegenseitigen Respekt im Alltag zu fördern.

Bezirk: Bozen

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