Europäische Mobilitätswoche "Nachhaltig mobil sein"

Südtirol rüstet sich für die Europäische Mobilitätswoche

Donnerstag, 15. September 2016 | 13:31 Uhr

Bozen – Zur Europäischen Mobilitätswoche ruft Landesrat Florian Mussner auf, „bewusst einmal ‚autofrei’ zu nehmen und neue, umweltschonende Mobilitätsangebote auszuprobieren”.

„Mobilität mit Verstand – Wirtschaft mit Gewinn“ – So lautet das Motto der diesjährigen Europäischen Mobilitätswoche, die vom 16. bis zum 22. September stattfindet und in deren Rahmen landesweit zahlreiche Aktionen stattfinden: die „Roadshow Elektromobilität“, und der Einsatz der Brennstoffzellenbusse am kommenden Sonntag in Meran, die Aktion „Blühende Straßen“ sowie verschiedene Initiativen zur Radmobilität in vielen Gemeinden, um nur einiges zu nennen.

Erfreut zeigt sich Mobilitätslandesrat Mussner über die stark gestiegenen Fahrgastzahlen im öffentlichen Nahverkehr, über den anhaltenden Trend zur Fahrrad-Mobilität sowie über das wachsende Interesse an alternativen Antriebstechnologien im Fahrzeugbereich und an Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. Ein Lob gelte vor allem den Gemeinden und Institutionen, die mit gezielten Initiativen wertvolle Sensibilisierungsarbeit für nachhaltige Mobilität und für ein umwelt- und verantwortungsbewusstes Mobilitätsverhalten leisten, so der Landesrat.

Unnötigen Verkehr vermeiden, Mobilität vermehrt auf Bahn und Bus verlagern, die Qualität der Mobilitätsangebote laufend verbessern – diese sind laut Landesrat Florian Mussner die Ziele der Südtiroler Mobilitätspolitik, und dazu könne jeder und jede Einzelne einen konkreten Beitrag leisten: „Die bewusste Entscheidung für nachhaltige Mobilität kommt nicht nur der Umwelt und der eigenen Gesundheit zugute, sondern ist darüber hinaus ein Gewinn für die Lebensqualität im Lande und für den Wirtschaftsstandort Südtirol“, sagt Mussner.

Tag der nachhaltigen Mobilität: Meran im Zeichen der alternativen Verkehrsmittel

Diesen Sonntag, den 18. September steht Meran ganz im Zeichen der alternativen Verkehrsmittel: Am Tag der nachhaltigen Mobilität erwartet die Bürgerinnen und Bürger zwischen Fahrrädern, Elektrofahrzeugen und den orangen Bussen der städtischen Linien ein buntes Programm mit vielen Attraktionen. Heute stellten die beteiligten Projektpartner diese bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Meraner Rathaus vor.

Rund 80 Prozent des Verkehrs in Meran entsteht durch Fahrten, die in Meran beginnen oder enden, wie eine Eurac-Studie aus dem Jahr 2003 zeigt. Nur ein Fünftel der Verkehrsbelastung entsteht also durch den Durchzugsverkehr. „Die Mobilitätswoche will daher Anstoß sein, unsere Gewohnheiten zu ändern: Für jede Situation vom Arbeitsweg bis zum Kinobesuch sollen unsere BürgerInnen und BesucherInnen das jeweils am besten geeignete Verkehrsmittel benutzen – und häufig sind das Bus, Rad, Carsharing oder die eigenen Füße”, so Madeleine Rohrer, Stadträtin für Mobilität. „Wenn wir das Auto jedoch benutzen müssen, dann sollte es dem Klima so wenig wie möglich schaden“. Am Tag der nachhaltigen Mobilität in Meran nehmen daher auch die verschiedenen Akteure der lokalen Verkehrspolitik teil: SASA, STA, Bezirksgemeinschaft, die Gemeinde Algund und zahlreiche Vereine.

„Der Wandel des Klimas beeinflusst schon jetzt unser Leben: Jeder und jede kann durch den Umstieg auf alternative Verkehrsmittel einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Verbesserung unserer Lebensqualität leisten“, erklärte der Algunder Bürgermeister Ullrich Gamper und zeigte sich erfreut über das gemeinsame Projekt mit der Gemeinde Meran. In Algund habe man in den letzten Jahren das Netz an Elektrotankstellen kontinuierlich ausgebaut, um die Elektromobilität zu fördern.

Das Herzstück des Tages bildet ein Parcours, der quer durch die Stadt Meran bis nach Algund und wieder zurück führt. Nach dem Start am Thermenplatz gibt es Stationen am Parkplatz des Meraner Lidos, am Algunder Festplatz, am Bahnhofspark, am Kornplatz und auf der Kurpromenade nahe der Postbrücke. Wer zwischen 10 und 16 Uhr mit dem Rad oder mit dem Bus alle Stationen besucht und einen Stempel abholt, erhält bei der Rückkehr zum Start-Ziel-Bereich am Thermenplatz ein kleines Präsent.

Green Mobility: Testfahrten mit Elektrofahrzeugen am Thermenplatz – An jeder der sechs Stationen werden den Besucherinnen und Besuchern verschiedene Aktivitäten geboten: Highlight ist eine Etappe der „Roadshow Elektromobilität“, mit der Green Mobility (Südtiroler Transportstrukturen AG – STA) am Thermenplatz Halt macht. „Von 10 bis 16 Uhr warten Elektrofahrzeuge aller Art und verschiedener Marken auf all jene, die immer schon eine Probefahrt mit einem E-Auto, E-Fahrrad oder E-Motorrad machen wollten“, sagte Harald Reiterer, Koordinator von Green Mobility. „Unser Ziel ist es, die Mobilität der Zukunft bekannt zu machen und zu deren Verbreitung beizutragen“. Für eine Testfahrt benötigt man lediglich einen Führerschein. Nähere Infos unter www.greenmobility.bz.it

Auf dem Parkplatz vor dem Meraner Lido bringt die Stadtpolizei Kindern spielerisch die Verkehrsregeln nahe, am Algunder Festplatz finden sich neben kulinarischen Ständen auch ein Radflohmarkt und eine Fahrradwerkstatt. Die Station am Bahnhofspark steht dagegen ganz im Zeichen von Gesundheit und Wohlbefinden und bietet unter anderem Yoga, Tai Chi und Animation für Kinder. Am Kornplatz wird ein Parcours für RollstuhlfahrerInnen errichtet. Auf der Kurpromenade befindet sich ein Geschicklichkeits-Radparcours von AS Merano Radsport.).

Online-Duelle in den SASA-Bussen – Wer sich dafür entscheidet, die Fahrt durch die Stadt mit dem Bus anzutreten, kann sich mit der aktualisierten SASABus-App auch spielerisch die Zeit vertreiben. Mit Hilfe sogenannter Beacons, kleiner Datenpakete, die an den Bushaltestellen automatisch an in der Nähe befindliche Nutzer der App versendet werden, lassen sich online Wettbewerbe austragen und immer neue Belohnungen freischalten: mit einem Wasserstoffbus fahren, 10 Kilometer mit dem Bus fahren, am Tag der nachhaltigen Mobilität teilnehmen etc. „Mit dieser Gamification will die SASA die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel weiter fördern“, erklärte Generaldirektorin Petra Piffer.

Am 18. September fahren in Meran auch erstmals wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenbusse. Von morgens bis abends wird alle 60 Minuten ein solcher Bus auf der Buslinie 2A von Meran nach Burgstall eingesetzt. Die Busse sind Teil des europäischen Busprojektes CHIC, das von der STA für die Autonome Provinz Bozen geleitet wird. Das Projekt soll zeigen, dass die emissionsfreien Busse anstelle von Diesel- und Methangasbussen eingesetzt werden können. Die Brennstoffzellenbusse sind seit November 2013 auf den Bozner Linien der SASA im regulären Dienst. Nähere Infos unter www.chic-project.eu.

Höhepunkt von Aktionen im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche – Der Tag der nachhaltigen Mobilität ist der Höhepunkt der Europäischen Mobilitätswoche in Meran, welche die Gemeindeverwaltung vom 16. bis 22. September mit einer Reihe von Aktionen begleitet: Geplant sind unter anderem ein Grafitto zum Thema Radfahren am Radweg Bozen-Meran in Sinich und die Aktion „Blühende Straßen“ auf dem Vittorio-Veneto-Platz in Sinich. Am 21. September zeigt das Meraner Ariston-Kino um 20:30 Uhr die Dokumentation „BIKES vs CARS“ des schwedischen Regisseurs Fredrik Gertten. Der Eintritt ist frei.
Brixen: Blühende Straße zum Autofreien Tag am 22. September

Auch heuer nimmt die Gemeinde Brixen wieder an der europäischen Woche der Mobilität teil und wird mit einer Reihe von Initiativen auf die Bedeutung einer umweltbewussten, nachhaltigen Mobilität aufmerksam machen. Zum ersten Mal beteiligt sich die Stadt heuer auch am Kreativwettbewerb „Blühende Straße“. Dabei werden ausgewählte Bereiche des Straßenraums zu blühenden Flächen und Plätzen umgestaltet. Die „Brixner Tage der Mobilität“ finden vom 20. bis zum 22. September statt, wobei neben einigen bewährten Aktionen auch neue Initiativen auf dem Programm stehen:

Romstraße wird zur blühenden Straße und ist am 22. September für den Verkehr gesperrt

Am 22. September bleibt die Romstraße zwischen 8.00 Uhr und 18.00 Uhr für den Verkehr gesperrt – ausgenommen sind öffentliche Verkehrsmittel und Reisebusse. Die Zufahrt vom Kleinen Graben kommend zum Friedhof und zu den Behindertenparkplätzen neben der Imbissbude ist auf jeden Fall für alle Fahrzeuge gewährleistet. Bereits ab Montag, 19. September wird die Romstraße mit Blumen geschmückt und sich damit in eine blühende Straße verwandeln.

Auto- und motorradfreier Hartmannsplatz

Auch der Hartmannsplatz verwandelt sich vom 19. bis zum 22. September in einen blühenden öffentlichen Raum. Der Platz wird von den Stadtgärtnern mit Pflanzen dekoriert; Kinder der deutschen und italienischen Grundschulen werden mit Straßenkreiden eine Blumenwiese gestalten. Mit Ausnahme des Bauernmarktes am Mittwoch, 21. September, bleibt der Hartmannsplatz erstmals auch auto- und motorradfrei. Das bedeutet, dass zwischen dem 19. und 22. September weder Autos noch Motorräder auf dem Platz abgestellt werden dürfen. Autos können auf das nahegelegene Parkhaus und die öffentlichen Parkflächen in der Umgebung ausweichen, für Motorräder ist eine eigene Parkfläche ausgewiesen, und zwar auf den 3 Stellplätzen vor dem Friedhof, die früher dem Car-Sharing vorbehalten waren. Besucher des Friedhofs können wie bisher die drei 15-Minuten-Parkplätze nutzen.

Elektroladestation für Autos in der Brennerstraße

Ein weiterer Höhepunkt im Rahmen der Mobilitätstage ist die Übergabe der ersten Ladestation für Elektroautos in Brixen. Diese befindet sich in der Brennerstraße gegenüber dem Gasthof “Goldenes Rössl“ und wurde in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Brixen, der Südtiroler Transportstrukturen AG und der Alperia eingerichtet. Die Ladestation wird am Mittwoch, 21. September um 10.30 Uhr im Rahmen einer Pressekonferenz eingeweiht.

Ab- und Aufladebereich in der Brennerstraße

Um die Abwicklung der Auf- und Abladetätigkeit im Norden der Altstadt zu verbessern, wurde ebenfalls im Bereich gegenüber des Hotels „Goldenes Rössl“ eine eigene Auf- und Abladefläche eingerichtet. Dies bedeutet, dass die verkehrsberuhigte Zone ausgedehnt wird, und zwar bis oberhalb der Konditorei Pupp. Hier wurden übrigens auch neue Fahrradständer aufgestellt. Auf den ausgewiesenen Ladeflächen können Lieferautos ab nun werktags zwischen von 8 – 18 Uhr und samstags zwischen 8.00 und 12.00 Uhr parken. Außerhalb dieser Zeiten können die Parkplätze auch weiterhin von den Anrainern genutzt werden.

Weitere Initiativen

Abgerundet wird das Programm der Brixner Mobilitätstage von Aktionen, die sich in den vergangenen Jahren bewährt haben. So etwa die Kindermesse mit anschließender Fahrradsegnung am Dienstag um 16.30 Uhr in der Frauenkirche, das Pendlerfrühstück am Bahnhof am Donnerstag, 22. September sowie der Geschicklichkeitsparcours für Grundschulklasse, der am Donnerstag zwischen 8.30 und 12 Uhr am Hartmannsplatz eingerichtet wird. Dort ist am Donnerstag auch die Stadtpolizei mit einem eigenen Stand anwesend, wo alle Interessierten ihr Fahrrad checken und mit einem Sicherheitscode versehen lassen können.

Unterstützt werden die Tage der Mobilität von der Südtiroler Gärtnervereinigung und verschiedenen Sponsoren: Melix, Rauch, Konditorei Pupp, Konditorei Klemens, Bäckerei Profanter, Bäckerei Gasser, Brimi, Raiffeisenkasse Eisacktal, Sportler, Nardello, Soracase, Profi Bike.

Von: mk

Bezirk: Bozen, Burggrafenamt, Eisacktal

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1 Kommentar auf "Südtirol rüstet sich für die Europäische Mobilitätswoche"


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Dublin
Tratscher
12 Tage 39 Min

Der Strom für die Elektrofahrzeuge muss auch erst mal produziert werden und dies ist nicht überall umweltfreundlich.

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