Verleihung der „bollini rosa“ in Rom

Südtirols Gesundheitswesen wieder rosarot

Dienstag, 05. Dezember 2017 | 16:09 Uhr

Bozen – Die so genannten „bollini rosa“ (rosa Punkte) müssen hart erarbeitet werden: Alle zwei Jahre schreibt die staatliche Vereinigung „Onda“ (Osservatorio nazionale sulla salute della donna) alle Krankenhäuser Italiens an. Wer die begehrte Auszeichnung erhalten will, muss minutiös auflisten, was wo angeboten wird. Im Mittelpunkt steht dabei die Frau mit all ihren Bedürfnissen: Es reicht aber nicht, nur bestimmte technische Voraussetzungen wie beispielsweise Wickelräume oder Spielzimmer anzubieten, sondern Hauptaugenmerk ist die gute Betreuung der Frauen.

Eigene Sprechstunden für bestimmte frauenspezifische Pathologien zählen ebenfalls dazu wie Behandlungen nach festgelegten internationalen Standards, zum Beispiel in der Behandlung weiblicher Tumorarten. Aber auch der Ablauf einer Geburt mit verschiedenen Angeboten zu Schmerzbehandlung oder die Kaiserschnittraten werden in Erwägung gezogen. Auch der Bereich der psychischen Gesundheit der Frauen, besonders bei Essstörungen oder Depressionen nach der Geburt, wird in der Punktevergabe berücksichtigt, ebenso eigene Anlaufstellen bei Gewalt gegen Frauen oder die Begleitung junger Mädchen bei der ersten gynäkologischen Visite. Angebote für Diabetikerinnen und MS-Patientinnen, die in der Schwangerschaft und in den Wechseljahren besonders engmaschig betreut werden, bringen ebenso Punkte. Neu in diesem Jahr: Auch Angebote aus den Bereichen Geriatrie, Pädiatrie und der Grundversorgung zählten. Nach einem komplexen Algorithmus werden die vielen beantworteten Fragen (deren Richtigkeit natürlich jederzeit überprüft werden kann) analysiert; den Vorsitz der Kommission hatte Prof. Walter Ricciardi des „Istituto superiore di sanità“ inne: Von null Punkten bis zu einem Maximum von drei Punkten (so genannte drei „bollini rosa“) können vergeben werden.

Südtirol hat sich die letzten Jahre über (die Vergabe und Wiederkandidatur erfolgt zweijährig) immer sehr gut geschlagen: Das Krankenhaus Sterzing erhielt einen Punkt; die Krankenhäuser von Brixen, Bruneck, Schlanders und Innichen erhielten zwei Punkte. Bozen und Meran dürfen sich über die Maximalpunktezahl von drei „Bollini“ freuen; das Krankenhaus der Passerstadt erhält diese Auszeichnung bereits seit Beginn der ersten Erhebung 2007 ohne Unterbrechung. Alle 306 Krankenhäuser und Universitätseinrichtungen, die sich über die rosa Punkte freuen dürfen, sind auf der Webseite der „Onda“ gelistet (www.bollinirosa.it) – und bieten den Frauen somit von Sizilien bis zum Brenner die Möglichkeit, nicht nur mit einem Klick Leistungen zu vergleichen, sondern auch sicher zu sein, eine möglichst frauenspezifische Behandlung zu erhalten.

Die Urkunden mit den rosa Punkten für das nächste Biennium wurden heute bereits zum zehnten Mal in Rom verliehen. Waren anfangs nur ganze 44 Häuser beteiligt, erhielten 2017 71 Häuser drei Punkte, 183 zwei Punkte und 52 einen Punkt.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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1 Kommentar auf "Südtirols Gesundheitswesen wieder rosarot"


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der Vinschger
der Vinschger
Tratscher
6 Tage 17 h

Aha 3 bollini rosa wegen optimaler Betreuung der Frauen und donn lest man von Gewalt der Hebammen bei der Geburt 🤔

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