Angriffe hinterlassen Spur der Zerstörung

Tote bei russischem Angriff auf die Zentralukraine

Dienstag, 05. Mai 2026 | 09:56 Uhr

Von: APA/Reuters/AFP

Bei einem russischen Drohnen- und Raketenangriff in der zentralukrainischen Region Poltawa sind nach Angaben der örtlichen Behörden mindestens vier Menschen getötet worden. 31 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region, Witalij Djakywnitsch, am Dienstag auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Direkte Treffer und herabfallende Trümmerteile abgefangener Geschosse seien an zwei Orten gemeldet worden.

Ein Industrieunternehmen sei beschädigt worden, wodurch die Gasversorgung von fast 3.500 Haushalten unterbrochen worden sei. Auch die Bahninfrastruktur sei bei dem nächtlichen Angriff beschädigt worden. In der nordostukrainischen Region Charkiw wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Mensch getötet. Zwei weitere seien verletzt worden. Dort waren erst am Montag bei einem russischen Raketenangriff sieben Menschen getötet worden.

Kiew kontert mit Schlägen gegen Russlands Ölindustrie

Die Ukraine griff ihrerseits ebenfalls wieder Russland an: Ziel war unter anderem eine große Ölraffinerie in der Stadt Kirischi in der nordrussischen, an der Ostsee gelegenen Region Leningrad, die bereits wiederholt attackiert wurde. Dort brach nach Angaben der dortigen Behörden infolge von Drohnenangriffen ein Feuer aus. Es sei rasch eingedämmt worden.

Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, die Luftabwehr habe in der Nacht insgesamt 289 ukrainische Drohnen über russischen Gebieten zerstört. Die Ukraine hat zuletzt ihre Angriffe auf die russische Ölindustrie verstärkt, um die Einnahmequellen der Führung in Moskau zur Finanzierung ihres Angriffskriegs zu schwächen.

Zuletzt stellten beide Seiten jeweils eine Feuerpause in Aussicht. Das russische Verteidigungsministerium kündigte am Montag an, rund um die Feier zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa am 8. und 9. Mai die Waffen schweigen lassen zu wollen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte wenig später, die Ukraine wolle ihrerseits in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch um Mitternacht eine Waffenruhe beginnen lassen. Ein Ende des Krieges ist allerdings auch mehr als vier Jahre nach Beginn der russischen Vollinvasion nicht in Sicht.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte Russland am Dienstag scharf, weil es eine Feuerpause vorgeschlagen habe und dann die Ukraine erneut mit Raketen und Drohnen angriff. Damit habe Russland “blanken Zynismus” an den Tag gelegt. “Russland könnte den Beschuss jederzeit einstellen und würde damit den Krieg und unsere Reaktionen beenden”, erklärt Selenskyj auf der Kurznachrichtenplattform X. Um Frieden zu erreichen, seien konkrete Schritte nötig. “Die Ukraine wird entsprechend handeln.”

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