Von: APA/dpa/Reuters
Durch russischen Beschuss sind am Mittwoch im ostukrainischen Gebiet Donezk nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Acht weitere Menschen seien bei Angriffen unter anderem mit ferngesteuerten Drohnen verletzt worden, teilte der Militärgouverneur der Region, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Den Angaben nach waren die Siedlung Jasna Poljana und die nahe Stadt Kramatorsk Angriffsziele. Kramatorsk ist nur etwa zwölf Kilometer von der Frontlinie entfernt.
Das ukrainische Militär hat unterdessen eigenen Angaben zufolge ein Kraftwerk in Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim angegriffen. Bei der Attacke in der Nacht auf Mittwoch sei das Wärmekraftwerk Balaklawa getroffen worden, teilen die ukrainischen Spezialkräfte auf Telegram mit. Die Anlage ist für fast die Hälfte der Stromerzeugung auf der Halbinsel verantwortlich.
Nach ukrainischen Angriffen wird in Sewastopol stundenweise der Strom abgeschaltet. Die von Russland eingesetzten Behörden hatten am Dienstag mitgeteilt, dass die Stromversorgung vorerst auf zwei Stunden begrenzt ist, gefolgt von sechsstündigen Ausfällen.
Gegenseitige Angriffe im Schwarzen Meer
In der Nacht auf Mittwoch hatten die Ukraine und Russland einander gegenseitig im Schwarzen Meer attackiert. Die Ukraine griff demnach nach eigenen Angaben 20 russische Schiffe im Schwarzen Meer mit Drohnen an. Dabei seien 17 Öltanker, zwei Gastanker und ein Schlepper getroffen worden, teilte der Kommandant der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram mit.
Bei russischen Angriffen auf Handelsschiffe vor der Küste der Region Odessa und im Schwarzen Meer wurden am Dienstag nach Behördenangaben drei Menschen getötet. Dabei seien vier Schiffe getroffen worden, die Fracht für das ukrainische Militär geliefert hätten. Die Angriffe hätten sich gegen die Häfen von Odessa und Tschornomorsk gerichtet. Zudem seien Hafenanlagen zum Entladen von Kraft- und Schmierstoffen sowie Treibstofftanks getroffen worden. Auch im Hafen von Dnipro-Bug seien Schiffe attackiert worden. In der Region Mykolajiw sei bei einem russischen Drohnenangriff auf die Hafeninfrastruktur ein Mann verletzt worden, teilte Gouverneur Witalij Kim auf Telegram mit.
Bei Angriffen auf Hafeninfrastruktur in der Region Odessa sei ein unter der Flagge der Marshallinseln fahrendes Schiff von einer Drohne getroffen worden, teilte Regionalgouverneur Oleh Kiper im Onlinedienst Telegram mit. “An Bord brach ein Feuer aus. Leider wurden zwei Menschen getötet.” Im Schwarzen Meer seien außerdem zwei unter tansanischer und liberianischer Flagge fahrende Handelsschiffe angegriffen worden, erklärte Kiper. Der Kapitän eines der beiden Schiffe sei dabei getötet worden. Die übrigen elf Besatzungsmitglieder, von denen drei verletzt worden seien, wurden nach Angaben des Gouverneurs in Sicherheit gebracht.
“Kriegsverbrechen gegen globale Ernährungssicherheit”
Kiper erklärte, die im Schwarzen Meer angegriffenen Schiffe hätten die für den Export ukrainischen Getreides vorgesehenen Korridore befahren. “Jeder dieser zynischen feindlichen Angriffe stellt ein Kriegsverbrechen gegen die friedliche Bevölkerung, die zivile Schifffahrt und die globale Ernährungssicherheit dar”, betonte der Gouverneur.
Die Region Odessa und ihre Hafeninfrastruktur sind seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022 regelmäßig Ziel russischer Angriffe. Die ukrainische Armee hat ihrerseits in jüngster Zeit ihre Angriffe auf Schiffe im Asowschen Meer verstärkt. Das Meer dient als wichtige Transportroute für den Export russischer Agrarprodukte sowie für die Versorgung der annektierten Krim.
Die Ukraine hat bei ihren Angriffen auf die russische Öl-Infrastruktur neben Raffinerien teils tief im Landesinneren zuletzt auch verstärkt Tanker im Schwarzen Meer ins Visier genommen. Die Angriffe führten zu Treibstoffengpässen in Russland, insbesondere auf der 2014 annektierten Halbinsel Krim.




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