US-Vizepräsident Vance derzeit in Budapest

Vance: Vor Ablauf des US-Ultimatums Gespräche mit Iran

Dienstag, 07. April 2026 | 16:41 Uhr

Von: APA/AFP/Reuters/dpa

Kurz vor Ablauf eines US-Ultimatums an den Iran wird es nach Angaben von US-Vizepräsident JD Vance noch Verhandlungen geben. Es werde “zahlreiche Gespräche” geben, sagte Vance am Dienstag bei einem Besuch in der ungarischen Hauptstadt Budapest. Medien zufolge sprechen Unterhändler der USA und des Iran unter Vermittlung Pakistans seit Tagen über eine Waffenruhe. Demnach sind sich beide Konfliktparteien aber in zahlreichen Punkten uneins. Das Ultimatum läuft Mittwochnacht ab.

Für den Fall, dass es keine Verhandlungslösung gebe, hätten die USA aber “Werkzeuge im Kasten”, für deren Einsatz sie sich bisher noch nicht entschieden hätten, fügte Vance hinzu. Er sei aber “zuversichtlich”, dass es dazu nicht kommen werde. Die militärischen Ziele hätten die USA “weitgehend erreicht”.

Insider nennt Bedingungen

Zuvor hatte ein hochrangiger iranischer Insider Bedingungen der Islamischen Republik in den Verhandlungen mit den USA genannt. Eine vorübergehende Feuerpause lehne man ab, sagte die Person. Gespräche über einen dauerhaften Frieden setzten die sofortige Einstellung der Angriffe, Garantien gegen deren Wiederaufnahme sowie eine Entschädigung für entstandene Schäden voraus.

Im Rahmen eines dauerhaften Abkommens fordere Teheran außerdem Gebühren für die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormuz. Die Höhe solle von der Art des Schiffes, seiner Ladung und den jeweiligen Umständen abhängen. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA hatte am Montag gemeldet, es gebe insgesamt zehn Punkte. Trump wies den Vorschlag als unzureichend zurück.

Trump droht der Führung in Teheran ultimativ mit massiven Angriffen auf Brücken und Kraftwerke und dem Tod “einer gesamten Zivilisation”, sollte der Iran nicht ein Abkommen zum Ende seines Atomprogramms schließen und die Straße von Hormuz wieder öffnen. Das Ultimatum läuft um 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit (Mittwoch 02.00 Uhr MESZ) ab.

Revolutionsgarden drohen mit Attacken außerhalb der Golfregion

Die Revolutionsgarden kündigten unterdessen Angriffe außerhalb der Golfregion für den Fall an, dass die USA rote Linien überschreiten sollten. In einer Erklärung erklärten sie außerdem, die Infrastruktur der USA und deren Partner in der Region ins Visier zu nehmen. Die Öl- und Erdgasversorgung aus der Region könnte jahrelang unterbrochen werden, hieß es weiter. Man gebe die Zurückhaltung auf, wurde betont.

Der Iran-Krieg hatte am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels auf die Islamische Republik begonnen. Dabei wurde unter anderem der oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region.

Kommentare

Aktuell sind 5 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen