Ukrainische Drohne beim Abflug

Ukraine beschießt russische Rüstungsfabrik

Mittwoch, 01. Juli 2026 | 14:52 Uhr

Von: APA/dpa

Die Ukraine setzt Russland mit Angriffen auf wichtige Rüstungsbetriebe militärisch weiter unter Druck. In der Früh trafen ukrainische Drohnen ein Institut für Elektromechanik in der Stadt Pensa. Die regionale Verwaltung bestätigte einen Angriff, äußerte sich aber nicht zu Schäden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, der Angriff habe einem Institut für Elektromechanik gegolten, das Raketenteile entwickle und herstelle.

Pensa liegt südöstlich von Moskau und etwa 500 Kilometer von der Ukraine entfernt. Selenskyj berichtete außerdem von einem weiteren Angriff auf die Raffinerie von Ufa am Ural, die 1.300 Kilometer von der Ukraine entfernt liegt. In den vergangenen Tagen hatte die Ukraine nach eigenen Angaben zweimal ein Zentrum für Satellitenkommunikation in Dubna bei Moskau attackiert und auch einen Raketenzulieferer in Woronesch.

Wichtige Straßenbrücke zerstört

Im russisch besetzten Gebiet in der Ostukraine zerstörte die ukrainische Armee eine Brücke an der wichtigen Fernstraße zwischen den Großstädten Donezk und Mariupol. Das teilte der ukrainische Generalstab mit. Fotos in sozialen Netzwerken zeigten die Trümmer des Bauwerks in einem Flusstal gut 20 Kilometer nördlich der Hafenstadt Mariupol. Das ukrainische Militär greift seit mehreren Wochen systematisch Brücken im russisch besetzten Teil des Landes an, um die Logistik der russischen Armee zu stören.

Russland attackiert ukrainische Tankstellen

In der südukrainischen Stadt Cherson kamen bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Sammeltaxi zwei Menschen ums Leben, und neun wurden verletzt, wie Gouverneur Olexander Prokudin mitteilte. Cherson liegt am Fluss Dnipro, der zugleich die Frontlinie zwischen ukrainischen und russischen Truppen markiert.

Im Gebiet Dnipropetrowsk beschädigten russische Luftangriffe nach regionalen Angaben fünf Tankstellen. In der Nacht zuvor waren Angriffe auf Tankstellen aus dem nördlichen Gebiet Sumy gemeldet worden. Der Branchendienst Naftorynok hat seit April bereits mehr als 140 solcher Attacken gezählt.

Sie wirken wie eine Antwort auf die zunehmende Treibstoffkrise in Russland – zunächst auf der besetzten Krim, dann auch in vielen anderen Regionen. Im Land des Angreifers ist Benzin knapp geworden wegen ukrainischer Treffer auf Raffinerien und Versorgungswege. Russland, ein Großexporteur von Öl, führt deshalb nach Kreml-Angaben Gespräche über mögliche Treibstoffimporte.

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