Messreihe aus dem Jahr 2019

Umweltinstitut München: Pestizide aus Südtirol belasten Luft in der Schweiz

Freitag, 02. Oktober 2020 | 16:42 Uhr

München – Pestizide aus der Landwirtschaft können sich unkontrolliert über die Luft verbreiten, zum Teil über viele Kilometer hinweg. Mit einer jetzt vom Graubündner Amt für Natur und Umwelt (ANU) veröffentlichten Messreihe aus dem Jahr 2019 könne das Umweltinstitut München nachweisen, dass Pestizide aus dem Südtiroler Obstbau bis in das angrenzende Schweizer Münstertal verfrachtet werden, heißt es in einer Presseaussendung des privaten Vereins. Die Untersuchung wurde vom ANU beauftragt, nachdem das Umweltinstitut bereits 2018 in der Südtiroler Obstbauregion Vinschgau Pestizidrückstände in der Luft gemessen hatte.

„Wir konnten im Schweizer Teil des Münstertals Wirkstoffe finden, die dort nicht eingesetzt werden. Die Funde stimmen außerdem zeitlich mit denen überein, die wir im Vinschgau nachgewiesen haben“, erklärt Karl Bär, Referent für Agrarpolitik beim Umweltinstitut und Leiter der Messreihe im Auftrag des ANU. „Wir können also davon ausgehen, dass Pestizide aus dem intensiven Obstanbau in Südtirol über viele Kilometer hinweg bis ins schweizerische Münstertal verfrachtet werden. Unsere Ergebnisse zeigen einmal mehr, dass die EU bei der Zulassung von Pestiziden unrealistische Annahmen über deren Verbreitung durch die Luft macht“, so Bär weiter. Bei den Zulassungsverfahren werde häufig angenommen, dass keine oder nur eine vernachlässigbare Verbreitung der Wirkstoffe über die Luft stattfindet. Sogar in acht Kilometer Entfernung zur nächsten Obstplantage seien aber noch Pestizide aus dem Obstbau gefunden worden.

Die Standorte für die Messungen im Münstertal wurden in unterschiedlicher Entfernung zu den Obstplantagen im Vinschgau gewählt. Der obere und größere Teil des Münstertals liegt in der Schweiz, der tiefer liegende Teil dagegen gehört zu Südtirol. Der gesamte Schweizer Teil des Tals ist ein Naturpark, die Biosfera Val Müstair. Etwa 80 Prozent der dort ansässigen landwirtschaftlichen Betriebe arbeiten nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus. Für die Untersuchung standen im Münstertal von April bis November 2019 an drei Standorten insgesamt sechs Passivsammler.

Mit den Sammlern wurde nach 29 verschiedenen Wirkstoffen gesucht, darunter jene, die das Umweltinstitut 2018 in Südtirol nachweisen konnte. Es wurden außerdem einige für den Getreideanbau typische Wirkstoffe gefunden, die auch im Schweizer Münstertal eingesetzt werden. Insgesamt konnten in den Sammelmedien zehn verschiedene Pestizidwirkstoffe nachgewiesen werden. Darunter hätten sich auch in hohem Maße gesundheitsgefährdende Stoffe wie Captan und Phosmet befunden. Je weiter der Standort vom Südtiroler Teil des Münstertals entfernt gelegen sei, desto geringer sei die Anzahl der nachweisbaren Pestizide sowie deren Konzentration gewesen.

„Auch Maßnahmen zur Minimierung der Abdrift verhindern nicht, dass sich die Mittel durch die Luft verbreiten. Wenn wir vermeiden wollen, dass unsere Umwelt und unsere Gesundheit weiter durch Pestizide gefährdet werden, müssen wir Konsequenzen ziehen: Diese Mittel dürfen nicht mehr eingesetzt werden“, erklärt Bär abschließend.

Auch in Deutschland führte das Umweltinstitut in Zusammenarbeit mit dem Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft und dem unabhängigen Umweltbüro „TIEM Integrierte Umweltüberwachung“ Messungen durch: Insgesamt wurde zwischen 2014 und 2019 bundesweit an insgesamt 163 Standorten die Luft auf Pestizidrückstände untersucht. Es zeigte sich auch bei dieser Untersuchung, dass Pestizide über viele Kilometer über die Luft verfrachtet werden. Selbst in Schutzgebieten wie den Nationalparks Bayerischer Wald und Harz wurden noch mehrere Pestizidwirkstoffe nachgewiesen. Die Ergebnisse wurden am Dienstag im Beisein der deutschen Bundesumweltministerin Svenja Schulze veröffentlicht.

Von: mk

Bezirk: Vinschgau

Kommentare

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27 Kommentare auf "Umweltinstitut München: Pestizide aus Südtirol belasten Luft in der Schweiz"


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Andreas1234567
Andreas1234567
Superredner
28 Tage 18 h

Hallo in den Südtiroler Regen,

es gibt kein Münchener Umweltinstitut.
Es gibt auch kein Umweltinstitut.
Es ist nur ein lautstarker Verein,die heissen Münchener Umweltinstitut e.V. (für eingetragener Verein)

Spendensammler “für die Umwelt” ,um mehr geht es nicht.

Südtirol ist gut beraten diesen in D entstandenen Umtrieben schnellstens Grenzen zu setzen sonst ziehen bald dutzende von diesen Vereinen durch das Land und führen sich auf. Für Umwelt, Tiere,Kinder, was weiss ich..

Berghofgruss aus Südtirol

einervonvielen
einervonvielen
Superredner
28 Tage 17 h

@Andreas…wir atmen das aber tagtäglich ein, du “scheinst” .:-) ja nur Urlaub in Südtirol zu machen. Ggf solltest du dir vom ST Marketing mal einen Urlaub spendien lassen…….ein Schelm, der….

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
28 Tage 17 h

Hallo in den Innsbrucker Regen,

Du wiederholst Dich mit Deine wirren Thesen.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Superredner
28 Tage 16 h

Was der Verein macht, interessiert in D so, wie ein in China umgefallener Reissack.
“BfR stellt klar: Verflüchtigte Pflanzenschutzmittel sind ungefährlich …
“Daher ist bei sachgerechter und bestimmungsgemäßer Anwendung nicht von einem gesundheitlichen Risiko durch Abdrift von Pestiziden auszugehen”, so das Bundesinstitut.”
https://www.topagrar.com/acker/news/bfr-stellt-klar-verfluechtigte-pflanzenschutzmittel-sind-ungefaehrlich-12364401.html?utm_source=topagrar

Andreas1234567
Andreas1234567
Superredner
28 Tage 16 h
Hallo @einervonvielen, es geht nicht um “die Sache”, es geht um das Unwesen was diese “Vereine” so treiben. Die machen irgendwas mit Tieren oder Umwelt mit Schockbildern und Alarmismus. Es geht um Spenden. Schau dir doch bitte mal die Internetseite von diesem Verein an. Spenden, mitmachen und einen Praktikanten für “Gotteslohn” suchen sie auch. Erbschaften werden auch gern genommen. Benimmt sich so ein “Institut”? Denen ist es vollkommen egal was der Südtiroler oder deren Gäste einatmet, die interessieren sich für die Geldbörsen der Südtiroler.. Wenn man das durchgehen lässt treiben morgen Vereine gegen Tierglocken,Massentourismus und vegetarische Lebensweise ihr Unwesen. In… Weiterlesen »
Oracle
Oracle
Grünschnabel
28 Tage 12 h

Atmen wir tagtäglich ein? Schon etwas weit hergeholt. Welche Studie hat das festgestellt?. In dieser angeblichen Messung, durchgeführt von einem ökosozialen Verein, der Finanzierer sucht, hat angeblich Spuren von etwas gefunden. Was wir tagtäglich einatmen sind die Abgase und Feinstaub der Autos und LKW und das 365 Tage im Jahr. Regt sich darüber jemand auf?

M_Kofler
M_Kofler
Universalgelehrter
28 Tage 8 Min
Andreas oha, du unterstellst diesem Verein also nur aufs Geld auszusein und das was sie veröffentlichen sei nicht legitim. Frage: warum sollen wir auf einen selbstverliebten Menschen wie dich mehr hören, der sich ALLES im Leben so dreht dass es ihm am besten geht das wissen wir ja jetzt zur Genüge, als einem Institut das faktenbasiert arbeitet. Überzeuge mich und viele andere doch auch mal mit Inhalt, nicht nur mit deiner tollen Phrasenschwingerei. Wird nicht passieren weil du keine hast, da würde nur kommen “einige Freunde von mir sagten … “. Ich würde einen sehr hohen Betrag wetten, dass der… Weiterlesen »
hundekot
hundekot
Neuling
27 Tage 20 h

dir ist gut beraten dich um dein Land zu kümmern und dich weniger einzumischen 🙂

Umwelt, Tiere, Kinder, was weiss ich sind hier wichtig.

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
27 Tage 2 h

Wer auch immer diesen “Pestizidstein” ins Rollen gebracht hat, ob aus wirtschaftlichen, politischen und/oder ideologischen Gründen, Tatsache ist doch, das in der Schweiz Umweltgifte gefunden wurden, deren Herkunft auf Südtirol deuten. Das allein ist zu klären, nicht mehr und nicht weniger. Beide Seiten wären gutberaten, nicht weiter zu spalten, sondern aufeinander zuzugehen.

lalala
lalala
Tratscher
24 Tage 13 h

@Ars Vivendi in der schweiz wird auch Obstbau betrieben

tom
tom
Universalgelehrter
23 Tage 15 h

@Andreas1234567 denen wäre eine ervschFt5zu vermachen, die nur aus Schulden besteht

tom
tom
Universalgelehrter
23 Tage 15 h

@M_Kofler genau so unbeliebt wie die duh (Deutsche Umwelthilfe)

Spiegel
Spiegel
Superredner
22 Tage 20 h

Da haben sie Recht dieser Verein arbeitet nach dem Stil des Gonzojournalismus!

Suedtirolfan
Suedtirolfan
Neuling
9 Tage 15 h

Du hast wohl den Schuss noch nicht gehört…!
Weißt du wirklich nicht wie giftig Pestizide sind?

sepp2
sepp2
Superredner
28 Tage 18 h

zu schämen dass sich die Südtiroler Bevölkerung nicht selbst getraut sich zu wehren

Oracle
Oracle
Grünschnabel
28 Tage 12 h

… es wurde ja eine Anklage wegen übler Nachrede gegen diese Herren eingereicht. Was man noch machen könnte, wäre Hausverbot für diese Herren.

Opa1950
Opa1950
Grünschnabel
28 Tage 18 h

Dank Schuler macht Südtirol nun auch in der Schweiz eine lächerliche Figur.

marher
marher
Universalgelehrter
28 Tage 18 h

Auch den Saharasand treibt es ab und zu nach ganz Europa.

einervonvielen
einervonvielen
Superredner
28 Tage 17 h

@marther, tausche Schnüffelbox mit Saharasand gegen Pestizide….

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
28 Tage 18 h

Und nun Herr Schuler??

Oracle
Oracle
Grünschnabel
28 Tage 12 h

Dieser Umweltverein ist und bleibt ein Verein, auch wenn er sich einen klingenden Namen gibt und dieser Herr sich noch so wichtig betitelt. Es ist keine Behörde oder öffentliche wissenschaftliche Einrichtung. Zuständig für die Überprüfung und Zulassung der Pestizide ist die EFSA-EU-Behörde, die dann vor der Zulassung natürlich auch die Auswirkungen auf den Konsumenten überprüft. Das was der Umweltverein da macht, ist pure Hysterie.

Andreas1234567
Andreas1234567
Superredner
28 Tage 11 h

Hallo @Oracle,

man kann sie auch im Testament bedenken.

Originialzitat:

“Machen Sie sich Gedanken darüber, wie Sie Menschen oder Anliegen, die Ihnen wichtig sind, über Ihr Leben hinaus absichern können?
Mit Ihrem Vermächtnis ermöglichen Sie dem Umweltinstitut München e.V., weiterhin unabhängig für unsere Umwelt einzutreten. Bitte lassen Sie uns gemeinsam eine lebenswerte Zukunft für unsere Kinder bewahren.”

Findet man hier im Wortlaut auf den Seiten des “Instituts”:

http://www.umweltinstitut.org/spendenfoerdern/erbschaft.html

Gnadenlos verklagen bis in den Heizungskeller der Hölle ist das einzig Richtige

Südtiroler Berghofgruss

brunner
brunner
Universalgelehrter
28 Tage 17 h

So…..jetzt geht die Schlammschlacht los…..mit einem schlechten Ende für Südtirol….glaube ich

Oracle
Oracle
Grünschnabel
28 Tage 12 h

das endet wie die Pestizidgeschichte im Hopfenanbau. In Bayern wir noch Bier getrunken..

Neumi
Neumi
Kinig
28 Tage 17 h

Ich würde dem ganzen eher glauben, wenn es nicht ein skandallkiebender Verein sagen würde, sondern die Schweizer Regierung.

bon jour
bon jour
Universalgelehrter
28 Tage 2 h

Fakt ist:
die Schweizer (nicht das “Institut” in München) haben Gift gefunden.

Die Schweiz hat dort ein Bio-Agrargebiet, das Gift der Südtiroler Bauern ist ein großes Problem.
Die Schönfärberei und Sturheit auf unserer Seite ist System.

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