Von: luk
Bozen – Auch der Dachverband für Natur- und Umweltschutz begrüßt die neue Regelung zu Motorsportveranstaltungen auf Passstraßen und sensiblen Gebieten in Südtirol und fordert als nächsten Schritt gezielte Verkehrskontrollen auf den Pässen.
“Die Landesregierung hat einen richtungsweisenden Beschluss zu Motorsportveranstaltungen in gesetzlich geschützten Gebieten verabschiedet. Neben konkreten Straßenabschnitten, die zukünftig für Motorsport gesperrt sind, richtet sich der Beschluss als Appell und Entscheidungshilfe an die Gemeinden”, fasst der Dachverband zusammen.
Und weiter: “Endlich ein Schritt in die richtige Richtung. Seit vielen Jahren fordern Naturschutz-, Umweltschutz- und Alpinverbände ein Verbot von Motorsportveranstaltungen auf Südtirols Passstraßen. Nun hat die Landesregierung mit einem umfassenden Beschluss reagiert und einen ersten wichtigen Schritt gesetzt: In ausgewiesenen Schutzgebieten wie Nationalpark, Naturparks und sämtlichen Berggebieten über 1600 Meter gilt ab nun ein striktes Verbot für motorisierte Veranstaltungen jeglicher Art.”
Allerdings falle auf, dass Mendel- und Gampenpass nicht den Kriterien entsprechen: Sie liegen zurzeit in keinem Schutzgebiet und erreichen auch nicht die Grenzhöhe von 1600 Metern. Beide Pässe sind einerseits wichtige Verbindungen zwischen Südtirol und dem Trentino, andererseits ist vor allem der Mendelpass bei den Veranstaltern für Motorsport sehr beliebt.
Aber auch dazu äußere sich der Beschluss und nehme die Gemeinden in die Pflicht. “Motorsportveranstaltungen, die kein Schutzgebiet betreffen und in einer einzigen Gemeinde stattfinden, werden vom Bürgermeister oder der Bürgermeisterin bewilligt. Diese können auch – und darauf weist der Beschluss eigens hin – aus Gründen der Sicherheit, Ruhe sowie des Umweltschutzes Motorsportevents unterbinden. Gemeinden wie Kaltern oder Tisens haben damit die rechtliche Voraussetzung, Autorennen oder Oldtimerfahrten nicht mehr zu genehmigen”, erläutert der Dachverband.
Die Landesregierung habe mit diesem Beschluss einen ersten wichtigen Schritt gesetzt und damit die Pflichtübung absolviert. “Privatfahrten einzelner oder im Konvoi mit Sportwagen und Motorrädern werden auch weiterhin unsere Passstraßen enorm belasten, durch die Lärm- und CO2-Emissionen zum Schaden für Mensch und Natur. Dagegen helfen nur strenge Geschwindigkeitskontrollen und direkte Lärmmessungen an den röhrenden Fahrzeugen. Nur durch strenge Kontrollen und Sanktionen können die Hobbyrennfahrer zu mehr Respekt vor Südtirols Natur angehalten werden, um somit unsere Bergwelt langfristig zu entlasten.”




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