Von: mk
Bozen – In Südtirol lag 2024 das Risiko von Armut betroffen zu sein bei 6,6 Prozent (Eurostat-Erhebung vom Mai 2025). Besonderes im Alter nimmt dieses Risiko zu. “Als Land können wir nur begrenzt direkt auf Faktoren wie Renten, Inflation oder Vorsorgeleistungen einwirken, da die Zuständigkeiten dafür beim Staat beziehungsweise bei der Region liegen. Dennoch ergreifen wir, wo möglich, zusätzliche Maßnahmen, um damit aktiv der Altersarmut vorzubeugen”, betont Soziallandesrätin Rosmarie Pamer. Sie erinnert in diesem Zusammenhang an die unterschiedlichen Maßnahmen der öffentlichen Hand, die bereits zur Verfügung stehen.
Dazu zählen neben den unterschiedlichen Leistungen der finanziellen Sozialhilfe (Beitrag für Miet- und Wohnungsnebenkosten, soziales Mindesteinkommen) auch Beiträge der öffentlichen Hand für die rentenmäßige Absicherung der Erziehungs- und der Pflegezeiten. Über die Region werden zudem gezielte Personengruppen (wie Hausfrauen/Hausmänner, Kunstschaffende, Landwirtinnen und Landwirte sowie Pächter und Halbpächter) unterstützt, wenn sie Beiträge in eine Zusatzrentenkasse einbezahlen.
Die Kompetenz für Maßnahmen im Bereich der Vorsorge liegt nämlich bei der Region. Neu ist die Unterstützung der Region für Neugeborene: Wer bei der Geburt (oder Adoption/Anvertrauung) eines Kindes ein Vorsorgekonto für das Kind einrichtet, erhält dafür bis zu 1100 Euro (300 Euro bei der Geburt, 200 Euro bis zum fünften Lebensjahr des Kindes) als zusätzliche finanzielle Unterstützung dazu. Dazu seien bereits 11.129 Anfragen eingegangen, über 7200 davon allein aus Südtirol. Auf regionaler Ebene werde zudem am Ausbau und an der Stärkung der Unterstützung im Bereich der Zusatzrente gearbeitet: Dafür wird demnächst ein Beratergremium eingesetzt, das Strategien und Maßnahmen für diesen Bereich entwickeln soll.
“Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass unsere Gesellschaft älter wird und daher die Vorsorge ein immer wichtigeres Anliegen für jede und jeden von uns wird. Als öffentliche Hand wollen wir dies weiter unterstützen”, sagt Landesrätin Pamer. Unter diesem Aspekt erfolge derzeit auch die Ausarbeitung der Details für eine Pflegesicherung und die Anpassung der Unterstützungsleistung für Menschen über 65 Jahren.
Diese Maßnahmen sollen als ergänzende Leistungen dabei helfen, Armut im Alter vorzubeugen. Im Rahmen der eigenen Zuständigkeiten sei das Land stets darum bemüht, die Treffsicherheit der bestehenden Sozialleistungen weiter zu erhöhen, damit Unterstützung bei jenen Menschen ankomme, die diese benötigen. So werde derzeit im Sozialressort und gemeinsam mit den Sozialdiensten daran gearbeitet, die rechtliche Basis dieser Leistungen zu prüfen und aktuellen Anforderungen anzupassen.




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen