Studie des Umweltinstituts München

Vom Winde verweht: Messung von Pestiziden in der Luft im Vinschgau

Freitag, 08. März 2019 | 16:54 Uhr

Mals – Luftmessungen an vier verschiedenen Standorten im Vinschgau 2018 ergaben das Vorhandensein verschiedener Pestizide. Bürgermeister Ulrich Veith sieht sich in der Verantwortung zum Schutz der Bevölkerung.

Die Messungen, die das Umweltinstitut München e.V. im Laufe des Jahres 2018 von Februar bis August an vier verschiedenen Standorten mit Hilfe von Passivsammlern durchführen ließ, ergaben laut Karl Bär, Agrarreferent des Umweltinstitutes, eine eindeutige Aussage: Während in der Zeit vom 23. Februar 2018 bis zum 16. März keine Pestizide nachgewiesen wurden, ergeben die Ergebnisse aller anderen Messwerte im Zeitraum von Ende März bis August, dass an allen Standorten Pestizide in der Luft nachgewiesen werden konnten. Auch beide Passivsammler, die in der Gemeinde Mals aufgestellt waren, einer in einem Garten im Dorf Mals und der andere in einem Seitental der Gemeinde Mals, belegten nicht nur, dass Pestizide in der Luft sind, sondern auch, über welche Distanzen sie verfrachtet werden. Wichtig, sagte Karl Bär, sei vor allem, die Wirkungen von Pestizid-Cocktails nicht zu unterschätzen. Das Beispiel Thiacloprid – im letzten Jahr an drei Standorten gefunden – illustriere die Cocktail-Wirkung sehr anschaulich, so Bär: „Bienen sind in der Lage, dass eigentlich hochgiftige Thiacloprid abzubauen. Doch wenn gleichzeitig ein Enzym-blockierendes anderes Gift ausgebracht wird, können sie Thiacloprid eben nicht mehr abbauen.“

Für Bürgermeister Ulrich Veith beweisen die Ergebnisse, was die Gemeinde schon lange vermutet hat – und auch, worauf die Spielplatzstudie vom Dachverband für Natur- und Umweltschutz im Jahr 2017 hingedeutet hat. „Als Bürgermeister bin ich für die Gesundheit der Bevölkerung verantwortlich. Und egal in welcher Konzentration, Pestizide haben auf öffentlichen Plätzen, auf Kinderspielplätzen und schon gar nicht in der Luft etwas zu suchen. Meiner Meinung nach gibt es hier nur einen sinnvollen Grenzwert, und der ist Null“, betont Veith.

Dass Grenzwerte nicht wissenschaftliche, sondern politische Grenzwerte seien, erklärte Johannas Fragner-Unterpertinger, der auf die Tatsache verwies, dass hormonell wirksame Stoffe keine Grenzwerte hätten, sondern unabhängig von der Dosis schadhaft sein könnten. Außerdem erläuterte er, dass der aktuelle Weltagrarbericht die sich hartnäckig haltende Behauptung, man könne die Welt nur ernähren, wenn man Pestzide benutze, nun dementiert habe und dass die Welternährung ohne Pestizide durchaus funktioniere. Kritik an den Messmethoden kam von Michael Oberhuber, Direktor des Land- und Forstwirtschaftlichen Versuchszentrums Laimburg, der darauf hinwies, dass die Messgeräte immer genauer würden, so dass es heute besser möglich sei, Pestizide in der Luft nachzuweisen.

Bürgermeister Ulrich Veith richtete einen Wunsch an Landespolitik und Laimburg: „Wir in Südtirol sind sehr gut organisiert und haben sehr gute Strukturen, wir verfügen über exzellente Dienstleister wie den Bauernbund, die Laimburg, den Beratungsring. Wir könnten viel früher als viele andere die notwendigen Schritte für den flächendeckenden biologischen Landbau in Südtirol gemeinsam einleiten.“

Von: mk

Bezirk: Vinschgau

Kommentare

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19 Kommentare auf "Vom Winde verweht: Messung von Pestiziden in der Luft im Vinschgau"


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Pacha
Pacha
Tratscher
13 Tage 22 h

Herr Fragner-Unterpertinger, wenn hormonel wirkende Stoffe schädlich sein könnten, unabhängig deren Dosis dann räumen Sie doch bitte die halben Regale Ihrer Apotheke leer.
Ach ja und Kosmetika darf ab sofort auch nicht mehr verwendet werden!

Staenkerer
13 Tage 19 h

und natürlich de hygieneartikel nit vergessn, von der zahnpasta über seife bis zum schampoo …

Seppl123
Seppl123
Tratscher
13 Tage 15 h

@Pacha du versteasch net viel hah? weil medizin nemmen die leit zur hetz?

altmeraner
altmeraner
Grünschnabel
13 Tage 21 h

Das Umweltinstitut München ist ein privater Verein, der auf seiner Internetseite Spendengelder sammelt und sollte auch in jedem Artikel als solcher beschrieben werden. Denn so erweckt es den Anschein, die Studie wäre vom einen Umweltamt aus München erstellt worden. Mit welchen Methoden und wie professionell der Verein arbeitet hat die Plakataktion in München gezeigt. Wieso enden die Messungen im August. Wenn erst jetzt die Messungen veröffentlicht werden müsste es doch möglich gewesen sein das ganze Jahr auszuwerten

Sun
Sun
Superredner
13 Tage 20 h

Diese Institute leben von Spenden und öffentlichen Beiträgen, es geht um Millionenbeträge. Wäre interessant zu erfahren, wie hoch so ein Jahresgehalt ausfällt?

franzl.
franzl.
Tratscher
13 Tage 19 h

dei spieln jo mot den nomen! des isch olls lei geld mocherei! mit ongst hotmen no am besten verdiant!

Sun
Sun
Superredner
13 Tage 20 h

Herr Veith, in öffentlichen Gewässern findet man messbare Medikamentenrückstände und sogar Kokain, ausscheidungsprodukte vom Menschen. Wen soll ich jetzt verklagen, die Pharmaindustrie oder den Apotheker, vlt. den Dealer?

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
13 Tage 18 h

soll das ein witz sein???…..im etschdelta kann man urinspuren vom franzl entnehmen der beim fischen in den haidersee geschifft hat

Sun
Sun
Superredner
13 Tage 11 h

O.k, ich verklage den Franzl…..

Tabernakel
10 Tage 2 h

@Sun

Sammelklage?

typisch
typisch
Kinig
13 Tage 21 h

Die WHO empfielt sich dringenst gegen pestiziede impfen zu lassen😃👍🏼

Tabernakel
11 Tage 17 h

Die WHO kennt keine pestiziede…

typisch
typisch
Kinig
11 Tage 6 h

@Tabernakel
Doch, mit nüchternen hausverstand

Tabernakel
11 Tage 5 h

@typisch

oder nüchternem?

Aurelius
Aurelius
Superredner
13 Tage 18 h

Grenzwert 0 heisst die Zukunft

altmeraner
altmeraner
Grünschnabel
13 Tage 9 h

Es wird unmöglich werden für alles, was irgendwie in Verdacht steht gesundheitsschädlich zu sein einen Grenzwert 0 einzuführen. Denn Aurelius Sie fordern sicher dies, oder wollen Sie nur einen Berufsstand schädigen? Ach, und bezugnehmend auf ein anderen Kommentar Ihrerseits, ja ich zahle Steuern, vielleicht sogar mehr als Sie, also darf ich mich hier an der Diskussion beteiligen.

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
13 Tage 21 h

…Dass Grenzwerte nicht wissenschaftliche, sondern politische Grenzwerte seien…
Das gilt für viele Grenzwerte, wo Politiker für ihre Lobbys Partei ergreifen und dann noch meinen, nur Gutes zu tun.

fanalone
fanalone
Tratscher
13 Tage 9 h

Warum muß man in diesem kleinen Land unbedingt Massenbaumhaltung betreiben? Warum setzt man nicht auf Qualität. Und die braucht in der Tat keine Pestizide.

Tabernakel
10 Tage 2 h

Weil es um Gewinnmaximierung geht?

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