Der internationale Flughafen Vilnius wurde gesperrt

Vorübergehender Luftalarm wegen Drohne über in Litauen

Mittwoch, 20. Mai 2026 | 13:54 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

In Litauens Hauptstadt Vilnius ist am Mittwoch wegen einer Drohne Luftalarm ausgelöst worden. Die Einwohner sollten auf Aufforderung der Behörden vorsorglich Schutz suchen. Auch die Staatsspitze wurde laut Medien in Schutzräume gebracht. Der Luftraum über dem Flughafen wurde gesperrt und auch der Zugverkehr zwischenzeitlich ausgesetzt. Später wurde Entwarnung gegeben und der Alarm für Vilnius nach einer halben Stunde aufgehoben. Die Herkunft des Fluggeräts war vorerst unklar.

Zuvor hatten die litauischen Streitkräfte die Bevölkerung über eine mögliche Bedrohungslage durch eine Drohne im Osten des Landes informiert. Demnach wurde in Grenznähe ein mutmaßliches Flugobjekt gesichtet, das sich aus Richtung Belarus dem baltischen EU- und NATO-Land näherte. NATO-Kampfjets seien alarmiert worden, teilte das Verteidigungsministerium in Vilnius ohne nähere Angaben mit. Die litauische Armee teilte mit, die Drohne sei entweder abgestürzt oder habe den litauischen Luftraum wieder verlassen. NATO-Kampfjets hätten den Flugkörper nicht auffinden können. Angaben des nationalen Krisenzentrums zufolge flog die Drohne aus dem benachbarten Belarus auf Litauen zu.

Vilnius befindet sich rund 30 Kilometer von der Grenze zu Belarus entfernt. In der Region kommt es vor dem Hintergrund ukrainischer Angriffe auf Russland immer wieder zu Verletzungen des Luftraums.

Schon mehrfach Vorfälle mit Drohnen in Litauen und an NATO-Ostflanke

Im Zuge des Ukraine-Krieges hatte es zuvor bereits mehrere Vorfälle mit Drohnen im Luftraum des an Russland und Belarus grenzenden Landes gegeben, und auch in anderen Staaten an der NATO-Ostflanke. Auch im benachbarten Lettland wurde die Bevölkerung von mehreren Regionen nahe der Grenze zu Russland gewarnt. Erst am Vortag hat ein NATO-Kampfjet nach estnischen Angaben eine mutmaßliche ukrainische Drohne über Estland abgeschossen.

Zuvor am Mittwoch hatte es geheißen, das russische Militär beobachte die Drohnenflüge im Luftraum der baltischen Staaten genau. Es werde eine angemessene Reaktion ausgearbeitet, meldete die staatliche Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

NATO-Generalsekretär Mark Rutte nannte die Vorstellung lächerlich, die baltischen Staaten würden ihren Luftraum für ukrainische Drohnenangriffe öffnen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verurteilte die russischen Drohungen gegen die baltischen Staaten. “Die öffentlichen Drohungen Russlands gegen unsere baltischen Staaten sind völlig inakzeptabel”, erklärt sie auf X. Eine Bedrohung gegen einen Mitgliedsstaat sei eine Bedrohung für die gesamte Europäische Union. Russland und Belarus tragen von der Leyen zufolge die direkte Verantwortung für Drohnen, die das Leben und die Sicherheit der Menschen an der Ostflanke der EU gefährden.

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