Eurac-Forscher untersuchen, wie Gemeinden Neuankömmlinge empfangen

Willkommenskultur in den Alpen: Auszeichnung für beste Initiativen

Donnerstag, 02. November 2017 | 10:07 Uhr

Bozen – Rund 47.000 der 524.000 Menschen, die derzeit in Südtirol ansässig sind, kommen aus dem Ausland: Diese Zahl hat sich in den letzten 20 Jahren verfünffacht. Wie Gemeinden diesen demografischen Wandel meistern können, das untersuchen Forscher von Eurac Research derzeit in den Pilotgemeinden St. Ulrich und Mals. Sie wollen Leitlinien entwickeln, die auch anderen Gemeinden bei der Integration von Migranten helfen. Im Rahmen dieser alpenweiten Initiative, an der neben Eurac Research Organisationen aus sechs europäischen Staaten beteiligt sind, findet nun die Ausschreibung für den Alpine Pluralism Award 2018 statt.

Informationsbroschüren mit den wichtigsten Anlaufstellen, Jobbörsen, Sprachkurse für Neuankömmlinge: all dies kann helfen, Zugezogene unterschiedlicher Länder und Herkunft besser in die Gemeinschaft einzugliedern. Je rascher und reibungsloser dies geschieht, desto geringer ist das Konfliktpotenzial zwischen ansässiger Bevölkerung und Zugewanderten, meinen die Forscher von Eurac Research. In Mals und St. Ulrich untersuchen und bewerten sie derzeit die Funktionsweise und die Wirkung dieser Initiativen.

So hilft beispielsweise ein Jobcoach in Mals Asylwerbern dabei, herauszufinden, wo ihre Stärken liegen und welche Beschäftigungen für sie in Frage kommen – um ihnen dann eine Arbeit zu vermitteln. In St. Ulrich haben Freiwillige gemeinsam mit der Sozialreferentin der Gemeinde einen Integrationsbeirat gegründet, dem auch Migranten angehören. Im Beirat wird besprochen, welche konkreten Schritte notwendig sind, damit Integration besser gelingt. Dabei ist der Beitrag der Freiwilligen ganz wesentlich, so die Forscher: Sie sollen auch mitreden, wenn die Forscher abschließend mit der Gemeindeverwaltung einen Aktionsplan erstellen, der auf die Bedürfnisse und Besonderheiten der Gemeinden zugeschnitten ist.

Erfolgreiche Praxisbeispiele sollen nun prämiert werden: Nicht nur Gemeinden, sondern auch Privatpersonen, Unternehmen, Verbände und andere Organisationen können sich bis zum 18. Dezember für den Alpine Pluralism Award bewerben. Voraussetzung ist, dass die Initiativen bereits umgesetzt wurden und dabei helfen, Migranten in die Gesellschaft und Arbeitswelt zu integrieren. Weitere Informationen zum Award sind abrufbar unter www.alpine-space.eu/projects/pluralps/en/pluralism-award.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

2 Kommentare auf "Willkommenskultur in den Alpen: Auszeichnung für beste Initiativen"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Marta
Marta
Universalgelehrter
21 Tage 7 h

Das beste Beispiel ist Vintl–dort gelingt Integration auf Anhieb !!!!

krakatau
krakatau
Superredner
21 Tage 4 h

EURAC – nutzlose Studien

wpDiscuz