Von: luk
Bozen – In Bozen fehlt es nicht nur an Geld für die Miete — es fehlen schlicht die Wohnungen. Verlassene Büros, ungenutzte Dachböden, ehemalige Wohnungen, die durch veraltete Vorschriften unbewohnbar geworden sind. Das stellt das Team K fest und legt einen Antrag vor, um diese Hürden zu beseitigen – und das ohne Grünflächen anzutasten.
“Die Wohnungsnot in Bozen hat zwei Gesichter: unerschwingliche Preise und ungenutzte Räume. In der Stadt gibt es Dutzende Wohnungen, die in den Achtziger Jahren zu Büros umgewandelt wurden, Dachgeschosse, die bewohnbar wären, aber durch bürokratische Auflagen blockiert sind, ehemalige Geschäftslokale, die zu Wohnraum werden könnten, es aber nicht dürfen.” Genau hier setze der Antrag der Gemeinderatsmitglieder von Team K Thomas Brancaglion, Giuliana Dragogna und Matthias Cologna an, ausgearbeitet mit dem Architekten und Mitglied des Stadtviertelrats Zentrum-Bozner Boden-Rentsch Lukas Abram.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind vier. “Erstens: Bewohnbarkeitserklärungen auch für nachweislich ehemals bewohnte Bestandsgebäude und- Einheiten ermöglichen, die nicht alle Standards erfüllen, solange Sicherheit und Hygiene gewährleistet sind – eine naheliegende Unterscheidung zwischen Neubau und Wiedergewinnung, die in der Bauordnung bislang fehlt. Zweitens: Erschließungsabgaben bei Umnutzung von Büros in Wohnungen von zehn Prozent auf fünf Prozent senken und das Vorhaben für Privateigentümer wirtschaftlich attraktiv machen. Drittens: unsinnige hygienisch-sanitäre Vorschriften abschaffen — die Pflicht zum eigenen Kamin für jede Küche, das generelle Verbot von Fenstern zu Innenhöfen, die Einschränkungen im Erdgeschoss, die die Umnutzung ehemaliger Ladenlokale blockieren. Viertens: den Dachgeschossausbau in der Altstadt ermöglichen, der meist ohne kostspielige und langwierige Änderung des Wiedergewinnungsplans faktisch unmöglich ist.”
“Die Kritik derer, die uns sagen, die landwirtschaftlichen Grünflächen nicht anzutasten, können wir durchaus nachvollziehen, aber nicht vollständig teilen”, erklärt Brancaglion. “Sie darf kein Vorwand sein, um nichts zu tun. Jede weitere Verzögerung vergrößert die politische Mitverantwortung. Viele dieser Auflagen haben keine technische Grundlage mehr”, ergänzt Arch. Abram. “Sie sind gut gemeint, aber falsch umgesetzt. Und die Stadt zahlt den Preis dafür.”
Und weiter: “Der Antrag verpflichtet den Bürgermeister außerdem, innerhalb von sechs Monaten ein umfassendes Regelungspaket vorzulegen. Dies ist die erste einer Reihe von Initiativen, die Team K auf Gemeinde- und Landesebene vorantreiben will, um die Wohnungskrise in Bozen strukturell anzugehen.”




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