Heikles und brennendes Thema

Wolf und Bär: Kompatscher und Schuler bei Minister Cingolani

Mittwoch, 04. August 2021 | 17:10 Uhr

Bozen/Rom/Trient – Über die Umsetzung von Managementmaßnahmen im Hinblick auf die großen Beutegreifer Bär und Wolf haben heute in Rom Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrat Arnold Schuler mit dem Minister Roberto Cingolani und dem Präsidenten der staatlichen Instituts für Umweltschutz und Umweltforschung ISPRA, Stefano Laporta, gesprochen. Am Treffen am Sitz des Umweltministeriums in Rom nahm auch die Südtiroler Senatorin Julia Unterberger teil.

“Wir verfügen seit zwei Jahren über ein Landesgesetz”, sagt Landeshauptmann Kompatscher, “das Vorsorge- und Entnahmemaßnahmen im Bereich des Großraubwilds vorsieht und die Landesbehörde zu einem lokalen Management befähigt. Doch die Umsetzung gestaltet sich schwierig.” Laut Landesgesetz kann über die Entnahme, den Fang oder Abschuss einzelner Bären oder Wölfe in bestimmten Ausnahmesituationen und unter Beachtung der staatlichen und europäischen Vorgaben und nach Einholen des Gutachtens der staatlichen Umweltbehörde ISPRA autonom bestimmt werden.

Die Erlangung des Gutachtens der ISPRA sei momentan problembehaftet, wie Landesrat Schuler erklärt. “Ich habe beim Treffen mit dem Umweltminister darauf hingewiesen, dass dringendster Handlungsbedarf vorliegt, wenn wir die traditionelle Berg- und Almwirtschaft schützen und bewahren wollen”, berichtet Südtirols Landwirtschaftslandesrat. Er hat den Minister ersucht, in Übereinstimmung mit den europäischen Rechtsvorschriften und nach dem Vorbild der anderen EU-Mitgliedstaaten die Anwendung des Managementplanes zu garantieren.

“Sowohl der Minister als auch der Präsident des ISPRA standen unseren Anliegen sehr aufgeschlossen gegenüber”, sagte Landeshauptmann Kompatscher nach dem Treffen. Umweltminister Cingolani zeigte im Gespräch großes Verständnis für die Problematik und sicherte eine Lösungsfindung zu. Vereinbart wurde, gemeinsam mit dem Präsidenten der staatlichen Umweltbehörde ISPRA eine Arbeitsgruppe einzuberufen, die sich mit der Umsetzung der Management-Richtlinien befasst.

Landeshauptmann Kompatscher bedankte sich abschließend bei dem Minister für das offene Gespräch über das heikle und brennende Thema und erinnerte daran, dass die Erhaltung der biologischen Vielfalt ein wichtiges Anliegen der Südtiroler Landesregierung sei, dass allerdings bewirtschaftete Berg- und Alpengebiete dazu beitrügen, diese Vielfalt zu wahren. Außerdem gelte es, die Sicherheit der Bevölkerung zu garantieren.

Auch die Präsidentin der Autonomiegruppe, Senatorin Unterberger, die das Treffen organisiert hatte, sprach von einem “sehr positiven Gespräch, bei dem wir Sorgen und Unmut der Bevölkerung über die Schäden, die die Wölfe regelmäßig anrichten, eindrücklich schildern konnten”.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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13 Kommentare auf "Wolf und Bär: Kompatscher und Schuler bei Minister Cingolani"


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Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
1 Monat 17 Tage

Hallo nach Südtirol,

das Grossraubwild ist doch so toll und nützlich, menschenscheu und überhaupt, sie erledigen nur krankes Wildvieh in den Wäldern.

Warum nimmt man diese Pippi-Langstrumpf -Geschichten nicht für bare Münze und gesteht den Almlern und Bergbauern das Recht auf Selbstverteidigung zu um Eigentum und Existenz zu schützen?

Statt Schiessen-Schaufeln-Schweigen demnächst Sichten-Schiessen-Schussmeldung als neues 3S

Mit EU-Recht wedeln ist nicht dumm, den Finnen hat man diese Abschussrechte zum Schutz ihrer traditionellen Rentierzucht zugestanden und da der Südtiroler Almler offiziell den gleichen Wert hat wie der finnische Same ist das erfolgsvorsprechend.

Auf Wiedersehen auf Südtiroler Almen und Berghöfen

Freier
Freier
Grünschnabel
1 Monat 17 Tage

Bravo… wir sehen uns auf unseren schönen Almen, die zum Glück noch nicht komplett verwildert sind wie in vielen Teilen unserer Nachbarprovinzen !

N. G.
N. G.
Grünschnabel
1 Monat 16 Tage

Dann höhr du mit dem Ammenmärchen auf, dass diese Bergbauern oder irgendwelche Bauern am Hungertuch nagen müssten weil ihnen ein paar Schafe abhandenn gekommen sind.
Die Samen mit unseren hiesigen Bauern zu vergleichen ist ausgemachter Quatsch!

Missx
Missx
Kinig
1 Monat 17 Tage

Da passiert nix, wird ausgesessen bzw bei einem Ohr rein und beim anderen raus. Risse werden monetär kompensiert, das zahlen wir und gut ist.

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
1 Monat 17 Tage
Hallo @Missx, die “monetären Kompensationen” sind selbst bei dem letztem Ziegen-und Schafviehzeug eine schiere Beleidigung weil der gerechnete Schlachtpreis natürlich abzüglich dem Papierkrempel und den Kadaverbeseitigungskosten zählt. Mit sehr viel Glück ein Nullgeschäft. Dauerhaft existenzvernichtend, es ist nur die Frage ob der Bergbauer finanziell aufgeben muss oder weil es ihm das Herz zerreißt. Dann schmeisst er eben hin und verkauft sein Nest dort oben, Araber und Oligarch kaufen das um 1,5 bis 2 Millionen, das ist bei denen Taschengeld. Glaub mal nicht das du dann demnächst noch über diese Hofgelände trampeln kannst, immer schön um den neuen Zaun herum. Dieser… Weiterlesen »
Herri
Herri
Grünschnabel
1 Monat 17 Tage

@Andreas1234567 👍👍👍

Missx
Missx
Kinig
1 Monat 16 Tage

@Andreas
Hab vergessen, dass du über Südtirol besser bescheid weißt als wir Südtiroler

N. G.
N. G.
Grünschnabel
1 Monat 16 Tage

@Andreas1234567
Ausverkauf der Heimat? Welche Heimat?
Waren wir es der die Tiere verdrängt hat oder sie uns?
Von mir aus können die Almen zuwachsen! Bewirtungsbuden, zu denen die meisten verkommen sind, mehr ist da nicht mehr!

N. G.
N. G.
Grünschnabel
1 Monat 16 Tage

@Andreas1234567
Da ist mir ein russischer Oligarch noch lieber als der Südtiroler Bergbauer. Der Russe weiß wenigstens mit nem Wolf oder Bär in seiner Nähe zu leben.

Italo
Italo
Superredner
1 Monat 17 Tage

ZumGlück richten sie decht nix aus🙏

Mikeman
Mikeman
Kinig
1 Monat 17 Tage

“Arbeitsgruppe” ein geschmiedetes Zauberwort um Sesselklebern eine Stelle zu verschaffen 
um wie immer schon bewiesen nichts auf die Bühne zu bringen, hoch lebe Europa.  

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
1 Monat 17 Tage

Ach, diese Bettelnomie!

Anduril61
Anduril61
Tratscher
1 Monat 16 Tage

Weit ist‘s her mit unser Selbstbestimmung wenn wir nicht mal mehr über solche Probleme selbst entscheiden können. Rom wird diesen schwarzen Peter nach Brüssel schicken, dort haben sie grosse Schubladen wo derlei Probleme bis zum St. Nimmerleinstag versenkt werden…🤔 Da bleibt nur der Spruch „hilf dir selbst dann hilft dir Gott“

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