Sport und Bewegung sollten kontaktfrei durchgeführt werden

Bereit zur Wiederaufnahme des Sporttreibens

Mittwoch, 20. Mai 2020 | 17:41 Uhr

Bozen – Zur Gesundheitsvorsorge dient insbesondere das Sporttreiben. Sich zu bewegen, ist nicht nur gut für den Körper, sondern auch für die Seele. Nach vollständiger Einstellung des Sportbetriebs und Schließung aller Sportstätten aufgrund der Corona-Pandemie begrüßt deshalb der VSS, dass unter bestimmten Vorkehrungen der Startschuss zur Rückkehr in den Vereinssport gegeben und der Freizeit- und Breitensport, ein gezieltes Training, ja der Sport ganz allgemein wieder ermöglicht werden kann.

„Der eingeschlagene Weg zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ist erfolgreich, sollte fortgesetzt und mit Umsicht an die sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst werden. Der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung muss unverändert Priorität haben,“ so der Obmann des VSS, Günther Andergassen. Das Einhalten eines Regelwerks und ein hohes Maß an Disziplin sind dem Sport immanent und werden dafür sorgen, dass mit Hilfe von Übergangsregeln zum Sportbetrieb und ihrer konsequenten Anwendung das Ansteckungsrisiko minimiert wird.

Der organisierte Sport in Südtirol ist bereit, erste vorsichtige Schritte ins vereinsbasierte Sporttreiben zu setzten und einen verantwortungsvollen Wiedereinstieg zu wagen. Ein erster Schritt der Lockerung sollte insbesondere für Bewegungsangebote im Freiluftbereich gelten. Auf diesem Weg will sich der Südtiroler Sport an ein Paket aus Leitplanken und sportartspezifischen Regeln orientieren.

Unstrittig ist dabei, dass beim „neuen“ Sporttreiben viele gewohnte Aktivitäten und Wettkampfformate vorübergehend unterbleiben müssen. Dies gilt sowohl für die konkrete Ausübung der Sportarten, aber auch für das soziale Miteinander im Umfeld des aktiven Sports. Die Lust an der Bewegung, die Freude an der frischen Luft und das Gemeinschaftserlebnis (auf Distanz) stehen im Vordergrund. Hier setze man auf die wertvolle Organisationsfähigkeit und die hohe Eigenverantwortung bei Sportlern, Trainern und Verantwortlichen im Verein

Seitens des Sports könne man mit bewährten Strukturen und den unzähligen Verantwortungsträgern einen wertvollen Teil dazu beitragen, dass Südtirol wieder in Bewegung kommt und den vielen Menschen in unserem Land wieder Zugänge zu dem für das physische, psychische und soziale Wohlbefinden so wertvollen Sporttreiben in ihren Vereinen ermöglichen.

„Dabei sind wir uns der besonderen Chancen und Risiken bewusst und werden deshalb stets nach der Maxime handeln, dass Infektionsrisiken so weit wie irgend möglich minimiert werden, um die Verbreitung des Corona-Virus nicht zu begünstigen und somit unserer gemeinsamen Verantwortung weiterhin gerecht werden“, sagt der Obmann des VSS. Und er fügt hinzu: „Wir haben in den vergangenen Wochen mit Freude festgestellt, wie solidarisch, besonnen und wertebasiert sich die Sportgemeinschaft verhalten und die doch einschneidenden Maßnahmen vorbildlich umgesetzt hat.“

Mit dem Angebot eines nunmehr an die besondere Situation angepassten Sportangebots mit „Abstand“ wolle man das Vertrauen in die Selbstorganisation des Sports stärken. Gerade der Sport werde ein unverzichtbarer Bestandteil zur Rückkehr in eine bewegte und auf Gemeinschaft orientierte Gesellschaft sein. Der organisierte Sport sei eine wichtige gemeinschaftsstiftende Kraft in Südtirol.

Zu Recht würden die Vereine als die sozialen Tankstellen der Gesellschaft beschrieben. Gerade für die Kinder und Jugendliche, deren Familien aber ebenso für die älteren Mitbürger biete das gemeinsame Sporttreiben einen unschätzbar positiven sozialen Wert. Sportvereine seien keine Zweckbündnisse, sondern Wertegemeinschaften. „Die Werte und Tugenden des Sports brauchen wir in dieser Krise mehr denn je. Dazu zählen Respekt und Fairness, dazu gehören Teamgeist und Disziplin. Unser Appell an alle Sporttreibenden lautet: Halten Sie sich an die Regeln, bewahren Sie Abstand und helfen Sie – wenn es Ihnen irgendwie möglich ist – anderen Menschen, die sich nicht selbst helfen können. Als Orientierung scheinen uns die zehn Leitplanken des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) sehr hilfreich zu sein“, so Andergassen. Der VSS darf sie mit ausdrücklicher Genehmigung des DOSB verwenden und weiterempfehlen.

Die zehn Leitplanken des DOSB – Distanzregeln einhalten

Ein Abstand von mindestens drei Metern (in Südtirol) zwischen den anwesenden Personen trägt dazu bei, die Übertragungswahrscheinlichkeit von Viren deutlich zu reduzieren. Auf Grund der Bewegung beim Sport ist der Abstand großzügig zu bemessen. Die Steuerung des Zutritts zu den Sportanlagen sollte unter Vermeidung von Warteschlangen erfolgen.

Körperkontakte müssen unterbleiben

Sport und Bewegung sollten kontaktfrei durchgeführt werden. Auf Händeschütteln, Abklatschen, in den Arm nehmen und Jubeln oder Trauern in der Gruppe wird komplett verzichtet. Die Austragung von Zweikämpfen, z. B. in Spielsportarten, sollte unterbleiben. In Zweikampfsportarten kann nur Individualtraining stattfinden.

Mit Freiluftaktivitäten starten

Sport und Bewegung an der frischen Luft im öffentlichen Raum oder auf öffentlichen und privaten Freiluftsportanlagen erleichtern das Einhalten von Distanzregeln und reduzieren das Infektionsrisiko durch den permanenten Luftaustausch. Spiel- und Trainingsformen sollten, zunächst auch von traditionellen Hallensportarten, im Freien durchgeführt werden.

Hygieneregeln einhalten

Häufigeres Händewaschen, die regelmäßige Desinfektion von stark genutzten Bereichen und Flächen sowie der Einsatz von Handschuhen kann das Infektionsrisiko reduzieren. Dabei sollten die Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen bei gemeinsam genutzten Sportgeräten besonders konsequent eingehalten werden. In einigen Sportarten kann der Einsatz von Mund-Nasen-Schutzmasken sinnvoll sein.

Vereinsheime und Umkleiden bleiben geschlossen

Die Nutzung von Umkleiden und Duschen in Sporthallen und Sportvereinen wird vorerst ausgesetzt. Die Gastronomiebereiche bleiben geschlossen, ebenso wie die Gesellschafts- und Gemeinschaftsräume.

Fahrgemeinschaften vorübergehend aussetzen

In der Übergangsphase sollte auf die Bildung von Fahrgemeinschaften zum Training und zu Wettkämpfen verzichtet werden. Ebenso ungeeignet ist der Einsatz von Minivans. Zudem ist auf touristische Sportreisen zu verzichten.

Veranstaltungen und Wettbewerbe unterlassen

Um die Distanzregeln einzuhalten, dürfen derzeit keine sozialen Veranstaltungen des Vereins stattfinden. Dies gilt sowohl für Festivitäten als auch für Versammlungen. Zudem sind jegliche Zuschauerveranstaltungen in den Vereinen untersagt. Nicht gestattet sind zunächst auch sportliche Wettbewerbe.

Trainingsgruppen verkleinern

Durch die Bildung von kleineren Gruppen beim Training, die im Optimalfall dann auch stets in der gleichen Zusammensetzung zusammenkommen, wird das Einhalten der Distanzregeln erleichtert und im Falle einer Ansteckungsgefahr ist nur eine kleinere Gruppe betroffen bzw. mit Quarantäne-Maßnahmen zu belegen.

Angehörige von Risikogruppen besonders schützen

Für Angehörige von Risikogruppen ist die Teilnahme am Sport ebenfalls von hoher Bedeutung. Umso wichtiger ist es, das Risiko für diesen Personenkreis bestmöglich zu minimieren. Individualtraining kann eine Option sein.

Risiken in allen Bereichen minimieren

Dieser Punkt ist insbesondere ein Appell an den gesunden Menschenverstand. Wenn man bei einer Maßnahme ein ungutes Gefühl hat, sich über die möglichen Risiken nicht im Klaren ist, sollte darauf verzichtet werden und alternativ eine risikofreie Aktivität gesucht werden.

 

Von: mk

Bezirk: Bozen

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