Veranstalter sind mit der „special edition“ zufrieden

Chelimo und Kipkemboi gewinnen die 46. Ausgabe des BOclassic Südtirol

Donnerstag, 31. Dezember 2020 | 18:16 Uhr

Bozen – Die Sonderausgabe des Bozner Silvesterlaufs, die am Mittwoch im Verkehrssicherheitszentrum Safety Park im Süden der Landeshauptstadt ausgetragen wurde, ist Geschichte. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um 3 Grad Celsius endete die weltweit renommierte Laufveranstaltung mit den Siegen von Margaret Chelimo Kipkemboi (Kenia) und von Überraschungsmann Oscar Chelimo aus Uganda. Während der angepeilte Weltrekord in einem Frauenrennen klar verpasst wurde, schrammte der Belgier Robin Hendrix mit neuem Nationalrekord haarscharf am Europarekord vorbei. Am Ende fehlte dem 25-Jährigen eine Sekunde

© foto Mosna

Um 14.00 Uhr startete der Elitelauf der Frauen. Das topbesetzte Feld musste bei der Sonderausgabe auf der flachen und schnellen Strecke im Verkehrssicherheitszentrum Safety Park zehn Runden herunterspulen und somit die doppelte Strecke zurücklegen, als normalerweise beim BOclassic Südtirol. Die afrikanischen Topathletinnen diktierten wie gewohnt von Beginn an das Tempo. Nach drei Runden führten Vorjahressiegerin Margaret Chelimo Kipkemboi, Norah Jeruto und Dorcas Tuitoek das elfköpfige Feld überlegen an und lagen zu diesem Zeitpunkt nur drei Sekunden über dem Weltrekord in einem reinen Frauenrennen.

Der Rückstand wuchs auf den folgenden Runden Sekunde für Sekunde an. Vor der letzten Schleife lag das Trio rund 20 Sekunden über der Soll-Zeit. Auf der letzten Runde zündete Kipkemboi den Turbo (2.52) und kam mit der Siegerzeit von 30.43 Minuten noch bis auf 14 Sekunden an den Weltrekord heran. Damit wiederholte Margaret Chelimo Kipkemboi ihren Vorjahreserfolg, als sie in der Bozner Innenstadt in 15.30 Minuten den Streckenrekord egalisiert hatte. Außerdem holte sie den 26. Sieg für Kenia beim BOclassic Südtirol. Platz zwei belegte Dorcas Tuitoek (30.44), die wie Kipkeomboi aus Kenia kommt. Das Podium komplettierte mit Norah Jeruto (30.47) eine gebürtige Kenianerin, die jedoch für Kasachstan startet. Als beste „Azzurra“ landete Giovanna Epis auf dem siebten Platz. Sie bewältige die 10 Kilometer im Verkehrssicherheitszentrum Safety Park in 34.13 Minuten. Südtiroler Athletin war bei der Sonderausgabe des Bozner Silvesterlaufs keine am Start

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Chelimo stieht allen die Show

Bei den Männern, die fünf Kilometer und somit die Hälfte der Strecke eines „normalen“ Bozner Silvesterlaufs zurücklegten, rechneten die Experten mit einem Erfolg eines Äthiopiers. Doch am Ende jubelte weder Muktar Edris, noch Telahun Haile Bekele oder Tadese Worku. Der Tagessieger kam am Ende zum ersten Mal in 45 Jahren BOclassic Südtirol aus Uganda. Oscar Chelimo setzte sich in 13.17 Minuten durch und stahl seinen hochgehandelten Konkurrenten die Show. Platz zwei belegte Robin Hendrix, der in 13.19 Minuten einen neuen belgischen Rekord über 5 Kilometer aufstellte und die europäische Bestmarke lediglich um eine Sekunde verpasste. Iguider Abdelaati aus Marokko wurde Dritter. Seine Endzeit lag genauso bei 13.20 Minuten, wie jene des viertplatzierten Yeman Crippa. Der Trentiner, der ebenfalls Jagd auf den Europarekord gemacht hatte, schrammte somit um zwei Sekunden daran vorbei. Abdelaati sorgte jedoch für einen marokkanischen Rekord, Crippa für eine neue italienische Bestleistung.

Einen Achtungserfolg landete Markus Ploner, der die 5 Kilometer in sehr starken 14.47 Minuten zurücklegte und auf Platz 14 landete. Für den in Bozen wohnhaften Sterzinger war es die bereits 18. Teilnahme am BOclassic Südtirol – das ist Rekord.

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Die Veranstalter sind mit der „special edition“ zufrieden

„Diese Sonderausgabe des BOclassic Südtirol die auch in diesem besonderen Jahr das WorldAthletics Bronze Label führen durfte, war durch und durch ein Erfolg, auch wenn es am Ende knapp zu keinem Rekord gereicht hat. Wir sind überglücklich, dass wir unseren Bozner Silvesterlauf unter den aktuellen Umständen so reibungslos über die Bühne bringen konnten. Dafür danke ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sowie der Landesregierung, der Stadt Bozen und unseren Gastgebern vom Verkehrssicherheitszentrum Safety Park. Ebenfalls von Herzen danken möchte ich unseren Partner und Sponsoren, die keine Sekunde gezögert haben, uns auch unter diesen schwierigen Voraussetzungen zu unterstützen. Auch wenn heute alles so reibungslos funktioniert hat, so hoffe ich schon, dass wir uns am 31. Dezember 2021 wieder im Stadtzentrum von Bozen sehen, wo wieder Zehntausende Zuschauer die Strecke säumen und für eine Stadionatmosphäre sorgen“, sagte Andreas Widmann, Präsident des ausrichtenden Läufer Clubs Bozen Raiffeisen abschließend.

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Die Stimmen der Protagonisten des 46. BOclassic Südtirol

Oscar Chelimo (Sieger/Uganda): „Das war ein fabelhaftes Rennen. Es war heute sehr, sehr kalt, aber ich habe mich auf diese speziellen Umstände sehr gut vorbereitet, in dem ich um fünf Uhr morgens trainiert habe. Über den Sieg freue ich mich natürlich sehr.“

Margaret Chelimo Kipkemboi (Siegerin/Kenia): „Ich bin sehr glücklich über mein starkes Rennen. Die Temperaturen waren heute sehr tief, aber alles in allem waren die Rahmenbedingungen sehr gut. Der zweite Sieg beim BOclassic Südtirol freut mich sehr, auch wenn es zum Weltrekord nicht ganz gereicht hat. Ich hoffe, dass wir im nächsten Jahr wieder vor Fans laufen, denn sie treiben mich an und es ist etwas ganz anderes. Aber unter den aktuellen Umständen war das heute schon perfekt so.“

Yemaneberhan Crippa (4./Italien): „Leider hat es mit dem Europarekord nicht geklappt. Trotzdem möchte ich mich von Herzen bei den Veranstaltern bedanken, die alles dafür getan haben, dass dieses Rennen und auch der Rekordversuch überhaupt möglich waren. In der letzten Runde hatte ich einige Schwierigkeiten, aber meine Konkurrenten hatten einfach mehr Reserven. Nun ist das Jahr 2020 Geschichte und ich wünsche uns allen, dass 2021 ein besseres Jahr für alle wird.“

Giovanna Epis (7./Italien): „Heute hatte ich große Schwierigkeiten. Aufgrund der Kälte war es nicht möglich so zu laufen, wie ich es gerne getan hätte. Deshalb habe ich einfach versucht einen Rhythmus zu finden, der mich das Rennen zu Ende laufen lässt. Es lief heute leider unter meinen Erwartungen, aber meinen großen Tag hatte ich am 13. Dezember in Reggio Emilia, wo ich Italienmeisterin im Marathon wurde. Ich danke den Veranstaltern, dass sie sich für dieses spektakuläre Rennen so ins Zeug gelegt haben.“

46. BOclassic Südtirol – Ergebnisse:

Frauen (10 km)

1. Margaret Chelimo Kipkemboi (Kenia) 30.43

2. Dorcas Tuitoek (Kenia) 30.44

3. Norah Jeruto (Kasachstan) 30.47

4. Gloria Kite (Kenia) 32.27

5. Janet Kisa (Kenia) 33.04

Männer (5 km):

1. Oscar Chelimo (Uganda) 13.17

2. Robin Hendrix (Belgien) 13.19

3. Abdelaati Iguider (Marokko) 13.20

4. Yemaneberhan Crippa (Italien) 13.20

5. Tadese Worku (Äthiopien) 13.23

Komplette Ergebnislisten BOclassic Südtirol unter: https://tds.sport/it/race/11930

Von: ka

Bezirk: Bozen

Kommentare

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4 Kommentare auf "Chelimo und Kipkemboi gewinnen die 46. Ausgabe des BOclassic Südtirol"


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Knedl
Knedl
Grünschnabel
19 Tage 8 h

Ie leit solln unötige fahrten vermeiden … des war eps unötiges…holbe welt eingflogen um die runde zu rennen? Sem schaugi liaber meinem hun beim geschäft mochn zua💩

Storch24
Storch24
Kinig
18 Tage 14 h

Bin da genau bei ihnen, meine ersten Gedanken waren, Liebe Veranstalter, wurden alle Teilnehmer PCR oder überhaupt getestet ? Ich nehme an, es wurde ein Hotel ? Geöffnet, irgendwo mussten die Athleten doch untergebracht werden.
Musste das in diesem Jahr unbedingt über die Bühne gebracht werden. Wir sollten brav alle zu Hause sein, bekannte, Verwandte so wenig wie möglich sehen und hier kommt ein Haufen Menschen aus überall der Welt zusammen. Ich kann nur den Kopf schütteln.

fritzol
fritzol
Superredner
18 Tage 18 h

einen größeren Mist gibt es nicht ,aber Steigerung immer noch möglich im gelobten Land Südtirolo😄😄😄

faif
faif
Superredner
19 Tage 7 h

tml….ober unter a “special edition” stell i mir woss onderes vor …ober guat ve 2020 honn i mir a woss onderes erwortet…in diesem sinne hoffentlich wärd 2021 besser

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