Gastgeber dominieren die 31. FIL Alpin Rodeln Europameisterschaften in Laas

Drei Mal Gold: Italien räumt bei Europameisterschaften alles ab

Sonntag, 25. Januar 2026 | 17:42 Uhr

Von: mk

Laas – In Laas wurden am Sonntag die Europameisterschaften im Alpin Rodeln ausgetragen. Alle drei Goldmedaillen gingen an die Hausherren.

Sie kam, sah und siegte: Die 16-jährige Nina Castiglioni (ITA) hat sich bei ihren ersten Titelkämpfen in der Allgemeinen Klasse auf Anhieb die Goldmedaille geholt. Mit Bestzeit in beiden Läufen behielt sie bei dichtem Schneefall auf der Naturrodelbahn „Gafair“ den Durchblick und gewann in 2.08,59 Minuten vor der dreifachen Saisonsiegerin im Weltcup, Riccarda Ruetz (AUT/+0,40 Sekunden) und Lisa Walch (GER/+1,10), die Bronzemedaille der 24-Jährigen ist die erste EM-Medaille im Alpin Rodeln für den Deutschen Bob- und Schlittenverband überhaupt.

„Vor dem zweiten Durchgang war ich schon ein bisschen nervös am Start, ich habe zwei super Läufe gezeigt und bin ehrlich gesagt sprachlos“, gab Nina Castiglioni mit Tränen in den Augen zu Protokoll. „Ich habe alles gegeben, die Bedingungen waren nicht einfach. Mehr war für mich heute nicht drin, Nina war einfach besser“, zeigte sich die alte und neue Vize-Europameisterin Riccarda Ruetz sportlich fair. Ruetz richtet jetzt den Fokus voll auf die noch ausstehenden drei Weltcuprennen, wo sie die Gesamtwertung vor Walch und Castiglioni anführt. „Ich freue mich riesig über die Bronzemedaille, auch wenn mir der zweite Lauf nicht nach Wunsch geglückt ist“, sagte Walch nach dem Rennen.

Dreifachsieg für Italien im Einsitzer Herren

Im Einsitzer der Herren sicherte sich Lokalmatador Daniel Gruber (ITA) seinen ersten großen Titel. Der amtierenden Vize-Weltmeister legte auf seiner Heimbahn mit klarer Bestzeit im ersten Lauf den Grundstein für den Erfolg, mit einer Gesamtzeit von 2.07,39 Minuten kürte er sich erstmals zum Europameister, vor seinen Teamkollegen Alex Oberhofer (ITA/+0,67 Sekunden) und Fabian Brunner (ITA/0,90). „Während des Stromausfalls im zweiten Lauf bin ich immer nervöser geworden, da habe ich kurzerhand zum Besen gegriffen und den Bahnarbeitern geholfen, den Neuschnee aus der Strecke zu bringen. Da bin ich auf andere Gedanken gekommen. Mein erster Lauf war super, der zweite Lauf war solide. Ich bin erleichtert, dass es mit der Goldmedaille geklappt hat“, freute sich Gruber im Ziel, der zugleich auch die gute Arbeit und die positive Stimmung im Team hervorhob. „Ich bin stolz auf meine erste EM-Medaille, natürlich wollte ich Gold, aber Daniel fährt momentan bei allen Bedingungen extrem gut, ich konnte nicht dagegenhalten“, erklärte Oberhofer. „Nach dem ersten Lauf war ich ziemlich sauer, da hat nicht gepasst. Die Bestzeit im zweiten Lauf war der Schlüssel zur Bronzemedaille“, erklärte ein freudenstrahlender Brunner, der nach Lauf eins nur auf Zwischenrang sechs lag.

Weltmeister schlagen zurück

Im Doppelsitzer haben die amtierenden Weltmeister Matthias Lambacher/Peter Lambacher (ITA) wieder tief in die Trickkiste gegriffen und nach dem verpatzten Training am Samstag erneut die Positionen auf der Rodel getauscht, Peter rückte nach vorne und Matthias übernahm die Position des Hintermannes. Nach Platz drei bei der ersten Zwischenzeit kamen die Führenden der Weltcupwertung immer besser in Fahrt, mit einer Zeit von 1.08.34 Minuten sicherten sich Lambacher/Lambacher ihren ersten EM-Titel. „Dieser Titel hat in unserer Sammlung noch gefehlt, es war ein hartes Stück Arbeit, aber wir sind megahappy“, freute sich Peter Lambacher über sein erstes EM-Gold, während sich Matthias Lambacher bereits 2020 mit seinem älteren Bruder Patrick als Vordermann erstmals zum Europameister kürte. Die Titelverteidiger Maximilian Pichler/Nico Edlinger (AUT) erwischten den Schlussteil nicht optimal, verloren auf den letzten 15 Sekunden über 0,30 Sekunden auf Lambacher/Lambacher und mussten sich mit Silber begnügen, vor Tobias Paur/Andreas Hofer (ITA/+0,50 Sekunden). „Die Gefühle sind zweigeteilt, auf der einen Seite freuen wir uns über die Silbermedaille, auf der anderen Seite ist es natürlich schade, dass die Mission Titelverteidigung nicht geklappt hat“, erklärte Pichler, der sich jetzt gemeinsam mit Nico Edlinger auf die nächsten Weltcuprennen konzentriert. „Platz drei bei der Europameisterschaft geht in Ordnung, Lambacher/Lambacher und Pichler/Edlinger sind starke Konkurrenten. Hoffentlich können wir sie jetzt im Weltcup ab und zu ärgern“, richtete Andreas Hofer eine Kampfansage an die neuen Europa- und Vize-Europameister.

Der FIL Alpin Rodel Weltcup geht vom 5. bis 7. Februar in Umhausen (AUT) mit dem klassischen Weltcup und dem Eliminator weiter.

Top-3 Einsitzer Damen

1.      Nina Castiglioni (ITA), 2.08,59 Minuten

2.      Riccarda Ruetz (AUT), +0,40 Sekunden

3.      Lisa Walch (GER), +1,10 Sekunden

Top-3 Einsitzer Herren

1.      Daniel Gruber (ITA), 2.07,39 Minuten

2.      Alex Oberhofer (ITA), +0,67 Sekunden

3.      Fabian Brunner (ITA), +0,90 Sekunden

Top-3 Doppelsitzer

1.      Matthias Lambacher/Peter Lambacher (ITA), 1.08,34 Minuten

2.      Maximilian Pichler/Nico Edlinger (AUT), +0,35 Sekunden

3.      Tobias Paur/Andreas Hofer (ITA), +0,50 Sekunden

Medaillenspiegel 31. Alpin Rodel Europameisterschaften 2026

1.      Italien 3/1/2

2.      Österreich 0/2/0

3.      Deutschland 0/0/1

 

Bezirk: Vinschgau

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