England und Frankreich lieferten im Spiel um Platz drei Spektakel ab

England holt mit 6:4 gegen Frankreich Platz drei

Sonntag, 19. Juli 2026 | 01:54 Uhr

Von: apa

England hat die WM in Nordamerika auf Platz drei abgeschlossen. Die “Three Lions” gewannen am Samstag (Ortszeit) in Miami einen spektakulären Schlagabtausch mit zwei komplett unterschiedlichen Hälften gegen Frankreich 6:4 (4:0) und sorgten damit für ihren größten Erfolg bei einem Weltturnier seit dem Titelgewinn 1966. Declan Rice (3.), Ezri Konsa (18.), Bukayo Saka (37., 45.+1, 87./Elfer) und Jude Bellingham (98.) trafen für das Fußball-Mutterland.

Tore von Kylian Mbappe (48., 66.), Bradley Barcola (54.) und Ousmane Dembele (96.) konnten Frankreichs Niederlage beim Abschiedsspiel von Teamchef Didier Deschamps nicht verhindern. Mbappe führt damit sowohl die aktuelle als auch die Gesamt-WM-Torschützenliste an. Beide Truppen lieferten frei von allen Zwängen eine äußerst unterhaltsame Partie ab.

Sowohl Deschamps als auch England-Coach Thomas Tuchel – der Deutsche wurde vor dem Spiel von den englischen Fans ausgebuht – hatten im Vergleich zum Halbfinale je sieben Wechsel in der Startformation vorgenommen. Bei den Engländern blieben unter anderem Harry Kane und Jude Bellingham auf der Bank, die Franzosen begannen immerhin mit Michael Olise und Mbappe.

Frankreich wurde kalt erwischt

Die erste kalte Dusche für “Les Bleus” gab es bereits nach nicht einmal drei Minuten. Rice fing einen Pass von Desire Doue ab und schlenzte den Ball aus knapp 20 Metern überlegt ins lange Eck. Auf der Gegenseite prüfte Rayan Cherki Englands Goalie Dean Henderson (11.), gefährlicher blieb aber die Tuchel-Elf. Nach einem Corner von Rice köpfelte Konsa ein. Marcus Rashford prüfte Frankreichs Schlussmann Mike Maignan (33.), fast im Gegenzug fand Mbappe in Henderson seinen Meister.

Nur wenige Sekunden danach scheiterte Rashford zunächst an Maignan, der Ball kam über Umwege zu Saka, der auf 3:0 stellte. Als der Arsenal-Profi in der Nachspielzeit der ersten Hälfte den Ball per Flachschuss innerhalb des Sechzehners zum 4:0 versenkte, war ein historisches Zwischenergebnis perfekt: Zuletzt hatte die “Equipe tricolore” 1968 in der EM-Quali gegen Jugoslawien vier Gegentreffer in einer Hälfte hinnehmen müssen.

Zur Pause nahm Deschamps vier Wechsel vor – es kamen unter anderem Dembele und Barcola -, und die Franzosen präsentierten sich wie verwandelt. Mbappe eröffnete nach Olise-Vorlage die Aufholjagd. Spätestens nach dem zweiten Frankreich-Treffer durch Barcola war die Partie völlig offen, England schien komplett von der Rolle. Ein sehenswertes Zusammenspiel von Olise und Mbappe führte zum 3:4 durch den Real-Madrid-Star, der nun in der Torschützenliste dieser WM zwei Treffer vor Lionel Messi liegt und in der WM-Gesamtstatistik mit 22 Toren am Argentinier (21) vorbeizog. “Aber Messi wird im Finale treffen, das ist sicher”, erklärte Mbappe. “Ich hätte es bevorzugt, nicht Topscorer zu sein, aber dafür das Finale zu spielen.”

Weitere Chancen hüben wie drüben

Nach dem “Hydration Break” fand England etwas besser in die Partie, der mittlerweile eingetauschte Bellingham ließ die Chance auf das 5:3 aus (81.). Wenige Sekunden später vernebelte Olise einen Sitzer. Die Vorentscheidung fiel vom Punkt: Malo Gusto brachte Djed Spence zu Fall, Saka verwertete den Elfer souverän.

Frankreichs viertes Tor durch Dembele beantwortete Bellingham mit einem sehenswerten Solo-Tor, womit “Les Bleus” erstmals bei einer WM sechs Gegentreffer kassierten. Dadurch avancierte das Spiel zum trefferreichsten dieser WM. Den All-Time-Rekord hält immer noch Österreichs 7:5 im WM-Viertelfinale 1954 gegen die Schweiz.

Deschamps zeigte sich nach seinem letzten Match als Nationaltrainer gerührt. “Es war eine wundervolle Reise. Die acht Wochen, die wir miteinander verbracht haben, waren wirklich speziell. Natürlich ist die Enttäuschung da, den Titel verpasst zu haben, doch wir haben Emotionen kreiert, die Millionen von Franzosen mit uns geteilt haben”, sagte der 57-Jährige.

Tuchel zufrieden

Tuchel sprach von einer “brillanten ersten und turbulenten zweiten Hälfte” aus Sicht der Engländer. “Die Mannschaft so kämpfen zu sehen, gibt dir Energie. Nicht das Finale erreicht zu haben, schmerzt noch immer. Es wird eine Weile dauern, doch insgesamt gibt es mehr Energie, als es mir nimmt.”

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen