Von: apa
Österreichs Slalomfahrer haben im vorletzten Rennen vor den Olympischen Spielen nicht nur den ersten Podestplatz in dieser Saison eingefahren, sondern auch den ersten Sieg. Der Tiroler Manuel Feller gewann am Sonntag zum Abschluss der Hahnenkammrennen in Kitzbühel vor dem Schweizer Loic Meillard (+0,35) und dem Deutschen Linus Straßer (+0,53). Feller war Halbzeitvierter gewesen. Der Triumph ließ die Emotionen im gesamten Männerteam hochgehen und die Tränen fließen.
“Es ist momentan alles sehr viel. Es ist schwierig, das in Worte zu fassen. Ich habe oft davon geträumt. Ich war ein paar Mal in einer guten Position. Ich hatte vielleicht die Nerven nicht, vielleicht war das Skifahren nicht auf dem Punkt. Heute hat es funktioniert”, sagte Feller im ORF-TV-Interview. Er sorgte für den ersten ÖSV-Slalomsieg in der Gamsstadt seit Marcel Hirscher 2017 sowie den ersten Podestplatz seit Marco Schwarz 2020 (Zweiter). Insgesamt beendete er eine lange Durststrecke von Österreichs Torläufern im Weltcup, der zuvor letzte Sieg ging im Februar 2024 in Palisades Tahoe ebenfalls auf sein Konto.
Seit 2013 versuchte Feller, in Kitzbühel auf das Podest zu kommen, 2024 war er als Vierter am nächsten dran. Er sei solide Ski gefahren, habe versucht, die Schwünge schnell zu machen, “aber nicht irgendwo sinnlos zu riskieren”, sagte er zur Performance am Sonntag. Das sei auf dem Hang immer eine gute Taktik gewesen. “Schöner kann es nicht sein. Das ist eine Versöhnung mit dem Berg.” Und der Erfolg kam “nach einer der schwierigsten Phasen meines Lebens”, sprach er auch sein Privatleben an, ohne näher darauf einzugehen.
Gstrein und Sturm machten Plätze gut
Fabio Gstrein verbesserte sich vor gewohnt viel Prominenz wie u.a. ÖFB-Teamspieler Konrad Laimer mit Laufbestzeit von Platz 22 auf 11, es war sein zweitbestes Saisonergebnis nach einem zehnten Platz zum Auftakt in Levi. “Der zweite Durchgang war richtig ansprechend, so wie ich es eigentlich kann. Auf dem will ich aufbauen. Ich habe meinen Teil erledigt”, meinte er in Hinblick auf eine mögliche Olympianominierung, es war das letzte Rennen, das noch zur Qualifikation zählt. In Richtung Feller sagte er: “Felli hat nichts mehr wollen als diesen Sieg. Mit dem Druck so umgehen, weil man es unbedingt haben will, das ist richtig stark.
Joshua Sturm kletterte von 24 auf 19 und zeigte sich zufrieden. “Ich bin momentan gut in Form, ich habe ein gutes Gefühl für die Ski. Schladming kann kommen, ich werde sicher attackieren.” Dazwischen lag Johannes Strolz als 15., der wie das ganze ÖSV-Team wegen Feller mit den Emotionen kämpfte. “Ich weiß, wie sehr er sich das gewünscht hat. Dass er es genau heute schafft, ist unglaublich. Ich freue mich von ganzem Herzen, dass er sich seinen ganz großen Traum erfüllt hat.”
Zu seiner persönlichen Leistung meinte Strolz, dass er im zweiten die gute Ausgangsposition (11.) nicht nützen konnte. “Im ersten habe ich es gut hinbekommen, dass ich befreiter und mit nicht so viel Erzwingen und Krampf in das Rennen gehe. Ein kleiner Teil fehlt offenbar immer noch, dass es noch weiter nach vorne gehen kann. Das nehme ich mir für Schladming vor.” Bei den Spielen gehören die besten vier am Start, dazu habe er nicht gehört in dieser Saison, erklärte er.
Pfeifer: “Fast mehr wert als die Kugel
“Endlich hat er es geschafft”, sagte Männer-Cheftrainer Marko Pfeifer mit tränenerstickter Stimme in Richtung Sieger. “Erarbeitet hat er sich das. Wenn du weißt, was das bedeutet, ist das fast mehr wert als die Kugel”, fügte der Kärntner an. Zur Halbzeit habe er sich gedacht, heute könne es passen, wegen der Umstände, dem Schnee etc. “Wenn er es runterfährt, dann passt es. Unten war er gigantisch, da war er brutal schnell ins Ziel rein.” Er habe Feller oft gesagt, es werde nicht passieren, wenn er es so fanatisch wolle, jetzt sei die Reife im Leben zum guten Skifahren dazugekommen.
Michael Matt, in Wengen zuletzt bester ÖSV-Fahrer, verpasste die Qualifikation als 31. um vier Hundertstel. Adrian Pertl und Simon Rueland schieden genauso wie der Weltcup-Führende Atle Lie McGrath (NOR) im ersten Durchgang aus, Marco Schwarz (Halbzeit-17.) und Dominik Raschner (29.) im zweiten. “Das tut irrsinnig weh. Seit der Verletzung vor zwei Jahren bin ich in den Slalomschwung nicht mehr reingekommen. Ich habe das Vertrauen nicht, dass ich die Schwünge ziehe”, sagte Schwarz.




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