Abschied am "Höhepunkt einer Karriere"

FCS: Präsident Baumgartner geht

Montag, 25. Oktober 2021 | 11:24 Uhr

Bozen – Das gestrige Spiel gegen Mantua, das den Verein an die Tabellenspitze gebracht hat, war sein letztes als Präsident des FC Südtirol. Präsident Walter Baumgartner stellt sich für die Fußballmannschaft nicht mehr zur Verfügung . Die Gründe dafür erläutert er in einem Schreiben.

Hier folgt die Mitteilung im Wortlaut:

Am nächsten Donnerstag, 28. Oktober, wird ein neuer Verwaltungsrat gewählt. Ich habe entschieden, nach knapp 13-Jähriger Präsidentschaft, mich für diese Aufgabe  nicht mehr zur Verfügung zu stellen.

Es heißt immer, man soll am Höhepunkt einer Karriere gehen.

Ich habe das Glück, den Verein in einem historisch noch nie dagewesenen Zustand zu übergeben, nachdem ich ihn im Jahre 2009 an seinem tiefsten Punkt übernommen habe.

Nach 13 Jahren hartem und leidenschaftlichem, ehrenamtlichem Einsatz ist es Zeit, kurz Bilanz zu ziehen.

Ich glaube behaupten zu können, dass sich das Ergebnis nicht nur in sportlicher Hinsicht sehen lassen kann. Der FC Südtirol ist in den Jahren gewachsen und wird nicht nur in Italien als ein Vorzeigeverein angesehen. Dies aufgrund seiner Organisation, Führung, Infrastrukturen und Finanzgebarung, sowie in sportlicher Hinsicht.

Nicht als Chef, sondern als Leader, so wie ich meinen Führungsstil bezeichne, war es stets ein Anliegen, dass meine Mitarbeiter und das gesamte Umfeld sich bestens entwickeln und in ihrer Aufgabe wachsen können.

Es ist selbstverständlich, dass Zyklen ein Ende haben, so auch meiner, auch weil ich glaube, dass meine ursprünglichen Vorhaben beinahe zur Gänze umgesetzt wurden:

-Das verwirklichte Trainingszentrum in Rungg/Eppan bietet uns hervorragende Arbeitsbedingungen;

-Das vollkommen renovierte Drusus-Stadion wird in den nächsten Wochen fertiggestellt;

-Die Bilanzen des Vereins sind trotz Pandemie in bester Ordnung;

-Der Verein ist im Lande und auf gesamtstaatlicher Ebene nicht nur politisch bestens integriert und geachtet;

-Die Sponsoren sehen im Verein eine hervorragende Werbeplattform:

-Das Aushängeschild FC Südtirol ist fester Bestandteil des Landes;

-Die Jugendarbeit bietet den jungen und talentierten Fußballern und inzwischen auch Fußballdamen eine ausgezeichnete Ausbildung.

Bleibt also noch der Aufstieg in die Serie B.

Auch diesbezüglich ist alles vorbereitet, auch wenn erfahrungsgemäß der sportliche Erfolg sehr schwer bis ins letzte Detail planbar ist.

Meine Entscheidung für den Sportdirektor Paolo Bravo vor dreieinhalb Jahren und die heurige gemeinsame Wahl für den Trainer Ivan Javorcic, hat mit dem vorläufigen 1. Platz die ersten Früchte getragen und lässt uns für diese Saison mit großer Zuversicht in die Zukunft blicken.

Meine Entscheidung, nicht mehr für das Präsidentenamt zur Verfügung zu stehen, liegt schon längere Zeit zurück und war mit dem Ende der 3-jährigen Verwaltungsperiode, die in dieser Woche endet, fest eingeplant. Ohne Covid wäre der Abschluss der Arbeiten im Drususstadion für Ende März vorgesehen gewesen und mit etwas Glück hätten wir im letzten Jahr den Aufstieg schaffen können. Sollte wohl nicht sein.

So übergebe ich meinem Nachfolger die Aufgabe, diese Werke zu vollenden und ich werde ein treuer und aktiver Anhänger „meines“ FC Südtirol bleiben.

Ich bin dankbar für die schöne und aufregende Zeit!

Ich danke allen, die mich in dieser Zeit begleitet und unterstützt haben, den Vorstandskollegen, den Gesellschaftern und Sponsoren und besonders auch den Fans. Ich danke auch jenen Anhägern, und das sind sehr viele, die zwar nicht ins Stadion kommen, aber jeden Sonntag mit großer Spannung auf das Ergebnis ihres FC Südtirol warten.

Ein ganz besonderer Dank geht an die politischen Entscheidungsträger im Land und den Gemeinden Bozen und Eppan und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Noch ein Anliegen liegt mir am Herzen: Auch jenen Südtiroler Gemeinden und Vereinen zu danken, die uns Gastfreundschaft gewährt haben, bevor wir in Bozen und Eppan  Heimat gefunden haben.

Abschließend noch ein großes Dankeschön an die Medienvertreter, die uns stets mit großem Respekt begegnet sind.

Viel Glück FC Südtirol!

Walter Baumgartner

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

9 Kommentare auf "FCS: Präsident Baumgartner geht"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

Baumgartner hat seine Arbeit gut gemacht. Konsequent und professionell hat er gearbeitet, freundlich war er stets im Umgang mit jedem, egal, ob arm oder reich. Baumgartner möge ein Vorbild für alle sein; Menschen dieser Qualität gibt es leider nur mehr sehr wenige. Er wird nicht nur der Mannschaft fehlen.

kleinerMann
kleinerMann
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Wahre Worte . . ist noch ein Mann mit Handschlagqualitäten ! Dass FCS auch in ganz Italien einen Namen hat, ist sein Verdienst ! Schade um ihn

oschpile
oschpile
Grünschnabel
1 Monat 7 Tage

Bravo, hat viel Einsatz und Kompetenz gezeigt und viel Herzblut liegen gelassen …Danke!

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

Dankeschön!
Auch wenn ich wirklich kein FCS Fan bin.

Santo Domingo
1 Monat 7 Tage

Abgang von Pfeifer hätte mich sehr gefreut !!
Baumgartner guter mann ..danke für alles alles gute

Galantis
Galantis
Tratscher
1 Monat 7 Tage

..recht erfolgreich war Herr Baumgartner und sein FCS aber nicht!

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

…lustloses Ballgeschubse…
😆

Tratscher
1 Monat 6 Tage

Schade 🙁 Servus ✌️

diskret
diskret
Tratscher
1 Monat 6 Tage

Da ist nix aufgeführt mit diesen club schade ums geld .

wpDiscuz