Oyarzabal bringt Spanien per Elfer auf die Siegerstraße

Frankreich entzaubert: Spanien nach 2:0-Sieg im WM-Finale

Dienstag, 14. Juli 2026 | 23:44 Uhr

Von: apa

Ein großartig aufgelegter Fußball-Europameister Spanien ist am besten Wege, sich bei der Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko auch den Weltmeistertitel einzuverleiben. Am Dienstag entzauberten die Iberer in Dallas die bisher so souveränen Franzosen und lösten mit einem 2:0-(1:0)-Sieg als erstes Team das Finalticket. Dort wartet am Sonntag (21.00 Uhr MESZ) in New Jersey der Gewinner des Mittwochduells (21.00) zwischen England und Titelverteidiger Argentinien.

Mikel Oyarzabal (30.) per Foulelfer und Pedro Porro (58.) trafen für eine in allen Belangen sattelfeste und abgeklärte spanische Elf, die damit zum zweiten Mal nach 2010, als man das Double holte, im Endspiel steht. Frankreich hingegen verpasste den dritten WM-Finaleinzug en suite. Superstar Kylian Mbappe blieb zum erst zweiten Mal im siebenten WM-Spiel ohne Treffer und hält vor der Partie um Platz drei am Samstag so wie Argentiniens Lionel Messi weiter bei acht Treffern.

“Heute sind wir einer der besten Nationalmannschaften der Welt begegnet – doch ihnen stand die beste Mannschaft der Welt gegenüber. Das ist der Unterschied”, sagte Spaniens Coach Luis de la Fuente. “Diese Spieler haben sich alles verdient. Sie lassen das Schwierige mühelos aussehen.” Porro, der schon im Sechzehntelfinale gegen Österreich getroffen hatte, wurde zum Spieler des Spiels gewählt. “Ich finde, wir haben ein großartiges Spiel gemacht und heute alles umgesetzt, was nötig war, um das Finale zu erreichen. Nicht einmal in meinen kühnsten Träumen hätte ich mir das vorstellen können”, betonte der 26-Jährige.

Pechvogel Digne leitete Untergang ein

Während Spanien vor 70.176 Zuschauern mit der Sieger-Startelf vom 2:1 gegen Belgien aufkreuzte, nahm Frankreich gegenüber dem souveränen 2:0 gegen Marokko zwei Änderungen vor: Trainer Didier Deschamps brachte im Zentrum Aurelien Tchouameni und in der Offensive Bradley Barcola zurück.

Nach 20 noch eher vorsichtigen Minuten des Abtastens sorgte Lucas Digne mit einer unüberlegten Defensivaktion für das erste Highlight. Der Routinier wollte sich im Strafraum einen hohen Ball herunternehmen, übersah dabei aber den heransprintenden Yamal und traf diesen mit voller Wucht. Oyarzabal ließ Mike Maignan mit einem satten Schuss vom Punkt ins rechte Eck keine Chance.

Davon sollte sich Frankreich nicht mehr erholen, nach der Trinkpause kam es sogar noch dicker: Innenverteidiger William Saliba musste mit einer Verletzung durch Maxence Lacroix ersetzt werden. Die Kontrolle lag weiter bei Spanien, das auch Frankreichs bisher so gefährliche Offensivreihe um Mbappe, Ousmane Dembele und Michael Olise sowie deren Schnelligkeit im Griff hatte. Erst gegen Ende der ersten Hälfte verlagerte sich das Geschehen vermehrt in die spanische Hälfte – ohne zu echten Chancen zu führen.

Frankreich zerschellte an Spaniens Defensive

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Frankreich vieles schuldig, kam über Lösungsansätze nicht hinaus und fing sich nach einer Viertelstunde den nächsten Gegentreffer ein. Mit einem schnellen Doppelpass überwanden Porro und Dani Olmo das Mittelfeld, der Außenverteidiger setzte sich schließlich gegen Maignan durch. Wenig später verhinderte nur eine knappe Abseitsentscheidung das 3:0 durch Jungstar Lamine Yamal (61.) und damit die Vorentscheidung.

Die Galgenfrist blieb ungenutzt. Der über weite Strecken recht unauffällige Mbappe prüfte zwar noch Goalie Unai Simon (64.) und verfehlte bei einem abgefälschten Distanzschuss knapp das lange Eck (67.), die letzte Überzeugung schien Frankreich aber abhanden gekommen zu sein. Auch ein halbes Dutzend an halbgefährlichen Situationen in einer verzweifelten Schlussoffensive konnten nichts mehr daran ändern, dass die Ära Deschamps nach 14 Jahren ohne weiteren Titel zu Ende geht.

“Unter unseren Möglichkeiten geblieben”

An Frankreichs Nationalfeiertag löste Deschamps mit seinem 26. Spiel als Trainer bei einer WM-Endrunde den bisherigen deutschen Rekordhalter Helmut Schön (zuletzt 1978) ab. Das war freilich nur ein schwacher Trost. “Die Spieler sind am Boden zerstört, weil wir große Ziele hatten”, erklärte der 57-Jährige. “In erster Linie tragen wir selbst die Verantwortung dafür. Wir sind hinter unseren Möglichkeiten geblieben und waren offensiv nicht so gefährlich, wie wir es hätten sein können. Außerdem haben wir uns einige technische Fehler im Passspiel geleistet, die mögliche Torchancen zunichtegemacht haben.”

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